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Bier

Bierpokal für Rot-Weiß-Rot

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® Fotolia.com

Brau Union-GD Markus Liebl: „2008 konnten wir trotz wirtschaftlich anspruchsvoller Zeiten weitere Umatzzuwächse erzielen.“
® Brau Union Österreich

Ottakringer rechnet für 2009 mit einer Ergebnissteigerung und versprüht daher Optimismus.
® Ottakringer Brauerei

Rubrik: Marktreports

16.04.09 von Stefan Pirker

Mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von 109,3 Liter wurde Österreich im Jahr 2008 „Bier-Vizeweltmeister“ hinter Tschechien. Für die heimischen Brauer erhöhte sich dadurch der Inlandsausstoß um 2,2 Prozent auf 8,55 Millionen Hektoliter. Auch für das heurige Jahr zeigt man sich trotz gesamtwirtschaftlicher Eintrübungen zuversichtlich.

Nicht die Absätze in der Gastronomie, sondern die Verkäufe im LEH führten dazu, dass sich Österreichs Brauer im Vorjahr eine schöne Schaumkrone aufsetzen konnten. Während sich der heimische Bierabsatz in der Gastronomie laut Verband der Brauereien Österreichs um 1,1 Prozent auf 2,65 Mio. Hektoliter verringerte, legte er im gesamten LEH um 3,5 Prozent auf 5,64 Mio. Hektoliter zu. Alles zusammen (inklusive Haustrunk, Kantinen, etc.) betrug der Inlandsausstoß der österreichischen Brauerein im Jahr 2008 somit 8,55 Mio. Hektoliter. Gegenüber 2007 ist dies ein mengenmäßiges Plus von 2,2 Prozent.  Im Gegensatz zu zahlreichen anderen Biernationen wie etwa Großbritannien, Belgien oder Niederlande kann die Alpenrepublik damit auf ein Wachstum verweisen. Der Verband der Brauereien Österreichs schätzt, dass rund die Hälfte des Zuwachses der Fußball-Europameisterschaft im Juni 2008 zuzuschreiben ist.

Deutschland beim Bierkonsum überholt

Anders als im Fußball, hat Österreich mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von 109,3 Liter Bier - ohne alkoholfreies Bier und Malztrunk - im Jahr 2008 sogar den Nachbarn Deutschland (108 Liter) überholt und befindet sich damit international nach Tschechien auf dem 2. Platz der Biernationen. Besonders gerne trinken die Österreicher dabei das helle, mild-hopfenbittere Lager-/Märzenbier (mind. 11 Grad), das 2008 mit über 5,5 Mio. Hektoliter und einer Steigerung um 3,1 Prozent wieder der Star unter den Biersorten war. Sonstige Vollbiere (mind. 11 Grad) belegen laut Verband der Brauereien Österreichs den Platz zwei im Biersortenranking, darauf folgt das Schankbier (9 - 11 Grad). Erfreulich war die Entwicklung bei Spezialitäten: So gab es etwa Absatzsteigerungen bei Leichtbier (max. 3,7 % Vol.Alk.) um 45,8 Prozent, bei Radler um 8,3 Prozent und bei Bockbier (mind. 16 Grad) um 5,6 Prozent.

Österreichs Brauereien können zulegen

Die gute Bierlaune der Österreicher und die der Touristen zeigt sich folglich auch in den Geschäftsergebnissen der Brauereien. Der mit rund 50 Prozent Marktanteil führende heimische Bieranbieter, die Brau Union Österreich, konnte 2008 den Inlandsumsatz um vier Prozent auf 596 Mio. Euro steigern. Der Gesamtumsatz inklusive Exporte erhöhte sich um 2,8 Prozent auf 605,8 Mio. Euro. Der Inlandsabsatz legte um zwei Prozent auf 4,64 Mio. Hektoliter zu. Generaldirektor Dr. Markus Liebl spricht von einem soliden Jahr 2008, in dem die Brau Union Österreich trotz der wirtschaftlich anspruchsvollen Situation weiterhin Umsatzzuwächse erzielen konnte.

Gute Ergebnisse berichtet auch die Stieglbrauerei zu Salzburg, in der der der Bierausstoß im Jahr 2008 um 2,6 Prozent auf 986.000 Hektoliter zunahm. Insgesamt kletterte der Getränke-Umsatz um 9,4 Prozent auf 122,5 Millionen Euro.

Zulegen konnte auch die Ottakringer Brauerei. Dort hat sich 2008 die im Inland verkaufte Biermenge um 0,7 Prozent auf 572.000 Hektoliter erhöht. Die inklusive Export verkaufte Biermenge blieb mit 592.500 Hektoliter in etwa gleich. Die Umsatzerlöse stiegen um 5,2 Prozent auf 77,2 Mio. Euro. Das Betriebsergebnis verbesserte sich von 3,3 (2007) auf 3,7 Mio. Euro, das EGT verringerte sich von 4,58 auf 4,5 Mio. Euro.

Von einem sehr erfolgreichen Jahr 2008 spricht Bernhard Prosser, Geschäftsführer der Privatbrauerei Egger. Sein Unternehmen verzeichnete mit der Herstellung von Egger Bier samt Handelsmarken ein fast zweistelliges Wachstum auf 630.000 Hektoliter.

Bierbranche: Robust, aber nicht immun

Doch was bringt das gesamtwirtschaftlich eingetrübte Jahr 2009 für die Bierbranche? Für Nico Nusmeier, Heineken C&EE Präsident und damit neben Österreich für 14 weitere osteuropäische Staaten zuständig, sind die Auswirkungen der Konjunkturdämpfung im Moment nicht abschätzbar und stellen besondere wirtschaftliche Herausforderungen dar. „Erfahrungen haben aber gezeigt, dass der Bierkonsum auch in wirtschaftlichen Krisenzeiten relativ beständig bleibt. Die Bierbranche ist also robust, aber nicht immun“, so Nusmeier.

Optimistisch in die Zukunft blickt Stiegl-Geschäftsführer Dkfm. Robert Schraml: „Auch wenn rund herum alle den Gürtel enger schnallen, werden wir unser Produkt-Portfolio weiterhin um sinnvolle Innovationen ergänzen und unsere Marktpräsenz in Österreich verstärken.“ Aus diesem Grund hat man heuer bereits eine neue Stiegl-Niederlassung in Wien eröffnet, in die rund 4,5 Mio. Euro investiert wurden.

Zuversichtlich zeigt sich ebenso Mag. Karl Schwarz, Geschäftsführer der Zwettler Brauerei. Er konnte das erste Quartal 2009 mit einem Plus von zwölf Prozent abschließen und damit die guten Zahlen des Rekordjahres 2008 nochmals übertreffen.

Mit einer Ergebnissteigerung im „Krisenjahr 2009“ rechnet auch Mag. Siegfried Menz, Vorstandsvorsitzender der Ottakringer Brauerei. „Ottakringer gewinnt als Marke an Zugkraft. Unsere wichtigsten Handelspartner melden vermehrte Nachfrage“, so Menz. Passend zur aktuellen Lage gibt er daher das Motto aus: „Mei Bia hot ka Krise“.