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Bundesrechenzentrum

Blockchain-Technologie in der öffentlichen Verwaltung


Kategorie: Sonstiger Handel
11.10.2017 von Manuel Stenger

Experten aus Recht, Verwaltung und Wirtschaft sprachen bei einem Netzwerk-Treffen der Digital Information Management Community Austria (DIMCA) darüber, welche neuen Möglichkeiten durch die Blockchain entstehen.

Initiator der DIMCA, Matthias Lichtenthaler, Bereichsleiter Digitale Transformation im BRZ. © Alexander Aigner/BRZ
Initiator der DIMCA, Matthias Lichtenthaler, Bereichsleiter Digitale Transformation im BRZ. © Alexander Aigner/BRZ

Wie kann die Verwaltung von der Blockchain-Technologie profitieren? Diese Frage wollte ein Treffen der Digital Information Management Community Austria (DIMCA) beantworten – „Blockchain-Technologie in der öffentlichen Verwaltung“, so der Titel des Events, bei dem eine Reihe von Experten aus Recht, Verwaltung und Wirtschaft über ihre Erfahrungen sprachen. Die Technologie mache Prozesse transparent und fälschungssicher. „Es gibt Anwendungsfälle, die uns ohne die Blockchain-Technologie niemals eingefallen wären und solche, die ohne Blockchain nicht umsetzbar wären“, sagt Matthias Lichtenthaler, Bereichsleiter Digitale Transformation im Bundesrechenzentrum.

Zur Anwendung kommt die Blockchain derzeit in einem Text des BRZ für die E-Zustellung. Möglich sind ebenfalls Register von Universitätszeugnissen sowie Beneficiary Tracking (Nachverfolgung von Geldleistungen) für die UNO. Diese Projekte wurden von Heinrich Pfriemer, SAP Österreich, vorgestellt. Die Technologie wurde bereits von der Österreichischen Kontrollbank eingesetzt. Heinz Wachmann, Geschäftsführer OeKB Business Services, dazu: „Eine Blockchain bietet die Chance, zahlreiche Prozesse, die hinter den Kapitalmarkttätigkeiten stecken, noch effizienter, kostengünstiger, sicherer und rascher durchzuführen.“ Anwendungen für die Bürger würden durch die Blockchain etwa durch eine elektronische Dokumentenmappe sowie die Kreation einer sicheren digitalen Identität möglich werden. Smart Contracts sind Verträge, die technisch umgesetzt werden können. Hier gäbe es rechtlich gesehen noch offene Fragen, wie Ines Freitag, CMS Reich-Rohrwig Hainz Rechtsanwälte GmbH, erklärt: „Ein Smart Contract ist weder smart, noch ein Vertrag, er ist zuvorderst Software. Er enthält meist nur die Hauptleistung und keine sonstigen Regelungen, d.h. je komplexer ein Smart Contract, desto mehr Lücken und Fehler kann er aufweisen.“

Rechtliche Rahmenbedingungen
Bei der abschließenden Diskussion sprach Christian Piska, Professor für Staats- und Verwaltungsrecht, die Chance durch die Blockchain-Technologie an, „sinnlose Kommunikationsstrukturen obsolet zu machen“. Zu hinterfragen sind aber noch die rechtlichen Rahmenbedingungen sowie der Umgang mit enormen, unveränderbaren Datenmengen. Das Recht auf Löschung sei ebenfalls noch ein Thema, das es zu behandeln gilt.

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