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Fairtrade Österreich

Die Geschichte wächst

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Der Umsatz mit fair gehandelten Produkten in Österreich erhöhte sich im Vorjahr um 21 Prozent auf 87 Millionen Euro.

V.l.n.r.: Univ.Prof. Dr. Helga Kromp-Kolb, Fairtrade Österreich Geschäftsführer Hartwig Kirner und FLO-Cert Geschäftsführer Rüdiger Mayer
© Fotos: Fairtrade/Peter Tuma

Rubrik: Handel, LEH, Aktuell

06.04.11 von Christian Pleschberger

Der Umsatz mit fair gehandelten Produkten im österreichischen Handel hat im Jahr 2010 um 21 Prozent auf 87 Millionen Euro zugelegt.

Mit ihrem Kaufverhalten entscheiden KonsumentInnen täglich nicht nur, welche Produkte am Markt bleiben und welche nicht, sie können damit auch aktiv etwas für bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen und für die Umwelt tun. So haben im Jahr 2010 in Österreich sowohl die hohe Qualität von Fairtrade-Produkten sowie der Trend zu ethischem und ökologischem Konsum dafür gesorgt, dass der Umsatz mit fair gehandelten Produkten im österreichischen Handel weiter auf 87 Millionen Euro (+21 Prozent) anstieg. Wachstumstreiber waren laut Fairtrade Österreich Geschäftsführer Hartwig Kirner Kaffee (plus 20 Prozent auf 1.392 Tonnen), Fruchtsaft (plus 21 Prozent auf 5,5 Millionen Liter) sowie Blumen (plus 99 Prozent auf 23,9 Millionen Stiele). "Gründe für das Absatzplus waren neben der gestiegenen Konsumnachfrage auch die größere Produktvielfalt, mehr Lizenzpartnerfirmen, ein stärkeres Engagement des Handels sowie die gestiegene Anzahl an Gastronomiebetrieben, die Fairtrade-Kaffee ausschenken", so Kirner.

Von den Erfolgen des fairen Handels in Österreich profitieren insbesondere die über 830 Produzentenorganisationen in Afrika, Asien und Lateinamerika, die allein über den österreichischen Markt mehr als 19 Millionen US $ Direkteinnahmen im vergangenen Jahr erhalten haben. Teil dieser Gelder ist die Fairtrade-Prämie, die hauptsächlich dazu genutzt wird, die medizinische Versorgung, Bildung und sozialen Einrichtungen zu verbessern, um eine nachhaltige Entwicklung vor Ort zu unterstützen.

"Mit Hilfe der neuen FLO-CERT CO2-Serviceleistungen möchte Fairtrade den Kleinbauernfamilien künftig darüber hinaus helfen, die international zur Verfügung stehenden Kompensations- und Finanzierungsinstrumente zur Bekämpfung des Klimawandels zu nutzen, und dabei gleichzeitig Händlern und Verkäufern im Fairtrade-System die Gelegenheit geben, ihre CO2-Emissionen innerhalb des Fairtrade-Systems zu kompensieren“, erklärte Rüdiger Meyer, Geschäftsführer der FLO-CERT GmbH, die globale Zertifizierungsorganisation für Fairtrade, über das neue Projekt. Auch die Klima-Expertin Helga Kromp-Kolb vom Institut für Meteorologie an der BOKU Wien begrüßt das Projekt als Beitrag zur Bewußtseinsbildung. "Wichtig ist nur, transparent zu arbeiten, aufzuzeigen mit welcher Methodik man vorgeht und welche Ziele man in welchen Etappen verfolgt", so Kromp-Kolb.