CASH - Home

Retail Innovation Day

Die neue Kundenansprache am POS


Kategorie: Handel, Sonstiger Handel, ecommerce
05.10.2017 von Manuel Stenger

Am Retail Innovation Day zeigte die Location Based Marketing Association, wie der stationäre Handel von digitalen Technologien profitieren und dem Kunden individualisierte Lösungen bieten kann.


Der LOC-Place in Parndorf, das Wissens- und Innovationszentrum der Location Based Marketing Association, war am 4. Oktober Ort der Begegnung beim Retail Innovation Day. Carsten Szameitat (LBMA Vorstandsvorsitzender DACH) und Thomas Hinterleithner (LOC-Place, LBMA Austria) führten gemeinsam durch die Programmpunkte, die neben Vorträgen auch Live-Experiences boten. Bei Location Based Marketing geht es „im Grunde um die Lokalisierung des Menschen“, so Szameitat. „Nicht die plumpe Ansprache, sondern das Verständnis über den potenziellen Kunden ist entscheidend.“ Mit diesen Entwicklungen beschäftigt sich auch der Handelsverband. Ein Gespräch mit Communications Manager Gerald Kühberger zum Thema war der erste Veranstaltungspunkt. „Wir sind hier angewiesen auf Partner wie LOC-Place, die über das entsprechende Wissen verfügen“, so Kühberger. Ein Großteil der Arbeitsplätze wird sich nach Kühberger in den nächsten Jahren verändern, der Verständnis dafür aufbringt, dass Mitarbeiter Angst vor der Digitalisierung haben: „Das Personal ist oftmals schwer für die Digitalisierung zu begeistern, weil dieses Angst hat, wegrationalisiert zu werden.“ Umso mehr befürwortet Kühberger die Umsetzung von Initiativen wie jene der Lehre zum E-Commerce-Kaufmann/-frau.

Kaufimpuls digital anregen
90 Prozent der Umsätze werden stationär und zehn Prozent Online umgesetzt, dennoch wird die Hälfte der Umsätze digital beeinflusst. Deshalb drängen auch immer mehr ehemalige Online Pure Player wie Amazon auf die Fläche. Dennoch: „Der stationäre Handel muss sich etwas einfallen lassen“, so Kühberger. Eine Innovation, um den stationären Handel zu beleben, kommt etwa von Bluesource, das mit mobile-pocket neben der Speicherung von Kundenkarten auch Angebote an den Kunden ausspielen kann. CEO Wolfgang Stockner betonte, wie wichtig es ist, seine Kunden zu kennen: „Bei all der Flut an Angeboten müssen diese wieder stärker personalisiert werden. Nur wer den richtigen Zeitpunkt mit dem richtigen Angebot wählt, kann einen Kaufimpuls auslösen.“

Live Experience vor Ort
Wie mobile-pocket im Geschäft jene Angebote ausspielen kann, wurde in einem der unzähligen Use Cases im anliegenden Outlet Center Parndorf vor Ort – genauer in der Filiale von Pagro – gezeigt. Bei Betreten des Geschäftes wurden dem User aktuelle Angebote und Rabatte auf das Smartphone gespielt. Im Hillinger WeinShop wurde den Anwesenden zudem vorgeführt, wie Angebote über Beacons oder das Physical Web auf die Smartphones der Kunden ausgespielt werden. Sobald sich der User einem Ort Im Geschäft nähert, wird ein entsprechendes Angebot entsendet. Und wie Kunden am Point of Sale getrackt und analysiert werden können, zeigte Alan Henderson vom Unternehmen Pygmalios.

GAFA erhöhen Erwartung
GAFA – diese Abkürzung steht für die großen Unternehmen Google, Apple, Facebook und Amazon. Diese treiben die Erwartung der Kunden in die Höhe und steigern die Anforderungen aller Händler. Dies alles führe zu keiner linearen, sondern vielmehr einer exponentiellen Entwicklung, wie Hinterleithner in einem Vortrag betonte. „Auch wenn es für manche schockierend wirken mag, aber in den nächsten Jahren werden massive Veränderungen stattfinden“, so der Experte. LOC-Place bietet sich hier als Strategieberater an. Entwicklungen wie Künstliche Intelligenz, Machine Learning oder Augmented Reality führen zu ganz neuen Möglichkeiten. Firmen wie Google oder Apple wagen laufend sogenannte „Moonshot-Projekte“. Man steckt sich dabei hohe Ziele, die einen zehn Mal höheren Return on Investment erzielen sollen. „Ich fordere Sie auf, hier einen Mindset Change zu wagen“, so Hinterleithner. „Starten Sie ihr eigenes Moonshot-Projekt, wenn auch mit kleineren Mitteln.“

Ähnlich auch Petra Hauser, CEO Exponential Business Hub und Ambassador Vienna Chapter Singularity University, in ihrem Vortrag. „Hier kommen so große Themen auf uns zu, dass wir sie gar nicht mehr nachvollziehen können.“ So habe sich auch die durchschnittliche Lebensdauer von Unternehmen von 67 Jahren 1920 auf 15 Jahre in der heutigen Zeit verkürzt. Vom Service-Bereich über Banken bis zur Medizin sind alle Bereiche betroffen.

Leistbares lokales Marketing
Technologien im Bereich Location Based Marketing und digitaler Kundenansprache können oftmals sehr kostspielig sein. Doch welche Lösungen bieten sich auch für kleinere Unternehmen? Eine derartige Lösung präsentierte unter anderem Tzvetko Sabev, CEO von CloudFaces. Mit dem System von CloudFaces sind Front End Entwickler schnell eingeschult und können eine entsprechende Anwendung schnell erstellen. Mit der App für das Weinwander Event wurde ein erster Pilotkunde, die Stadt Wien, serviciert. Die Anwendung wurde von 10.000 Kunden an einem Wochenende genutzt. Mit CloudFaces können Anwender etwa Push-Nachrichten hinterlegen oder Routen für den Weinwanderweg setzen. Die Plattform hilft, mobile und Web Apps einfach zu entwickeln.

Zum Thema Marketing Automation sprach Jürgen Polterauer von der Dialogschmiede. Mit Droid hat man ein Tool entworfen, das mit Hilfe der Datenanalyse eine individuelle Kundenansprache online ermöglicht. „Behavioral Marketing hat sich in den vergangenen Jahren verändert. Kundenverhalten ist wichtiger als die Sozio-Demographie.“ Droid macht daher aus Big Data zu Smart Data. Wenn Kunden ein gewisses Verhalten zeigen, werden entsprechende Journeys ausgespielt.

Dirk Theuerkauf von T-Mobile Austria zeigte am Retail Innovation Day das Prinzip der Floating Phone Analytics. Hier kommen Lokalisierungsdaten zum Einsatz, die über die Mobildaten generiert werden. So können Händler unter anderem sehen, wo sich Kunden aufhalten und welches Geschlecht wo am längsten verweilt.

Wie Chatbots Kunden bedienen können, führte Adam Balogh von Attrecto vor. Chatten hat unser Kommunikationsverhalten in den vergangenen Jahren massiv verändert. „Man kann dann schreiben, wann es einem gerade passt“, so Balogh. Chatbots, die auf gewissen Regeln basieren, werden künftig immer mehr von intelligenten Chatbots, die mit der Zeit hinzulernen, abgelöst. Auch hybride Bots sind im Kommen.

Abschließend präsentierte Szameitat noch den Global Trend-Report 2017, die Ergebnisse daraus können Sie hier einsehen.

Kommentar hinzufügen
Felder, die mit einem Stern (*) markiert sind, müssen ausgefüllt werden!

Weitere Artikel