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Trünkel

Die Trünkel-Ära geht weiter


Kategorie: Industrie
16.05.2017 von Willy Zwerger

Obzwar im November das Aus nach 111 Jahren kolportiert wurde, macht Michael Trünkel unter anderen Vorzeichen alleine weiter.

Neustart unter geänderten Vorzeichen: Michael Trünkel (Foto: Trünkel GmbH)
Neustart unter geänderten Vorzeichen: Michael Trünkel (Foto: Trünkel GmbH)

Im 112. Jahr der Wiener Traditionsfleischerei ist plötzlich alles ganz anders. Es gibt keine Produktion mehr, es gibt keine Filialen mehr und vom Familienclan ist bei der neu gegründeten Ges.m.b.H. nur noch Michael Trünkel mit dabei. Aber es gibt nach wie vor Trünkel-Produkte wie die berühmten Sacherwürstel, die Leberpasteten und die diversen Schinkenspezialitäten. Allerdings, produziert werden diese bei früheren Konkurrenz- und nunmehrigen Partnerbetrieben wie Berger, Radatz und Hochreiter.

So werden ab sofort 60 Prozent des Trünkel-Sortiments von Berger Schinken hergestellt, der gerade sechs Millionen Euro in neue Anlagen investiert hat. „Wie etwa im Getränkebereich schon längst üblich, gehen wir den Weg der Auftragsproduktion. Die Rohstoffe und die Rezepte stammen von uns, die Produktion übernehmen aber externe Partner“, erklärt Michael Trünkel das Erfolgspatent.

Die Qualität der Trünkel Produkte soll dadurch weiter gesteiget werden, da einzelne Produzenten mit technisch viel ausgereifteren Anlagen arbeiten als Trünkel selbst es je konnte. Nicht zuletzt war das benötigte Investment in Millionenhöhe in die 25 Jahre alte Betriebsanlagen in der Baumgassse im dritten Wiener Gemeindebezirk mit ein Grund der Schließung des Vorgängerunternehmens.

Bis Ende des Jahres möchte Trünkel rund fünf Millionen Euro umsetzen, 80-85 Prozent in der Gastronomie und 15-20 Prozent im LEH. Neu hinzugekommen ist als definitive Zielgruppe die gehobene Gastronomie. Trünkel weiß ob der Sorgen der Gastronomen rund um die permanenten Personalprobleme. Daher bietet er Convenience im weitesten sinne an, nicht5 nur servicetechnisch, sondern auch mit exakt und individuell zugeschnittenen Fleischstücken sowie neuen Sortiment mit Geflügel, Fisch, Feinkost und auserwählten Produkten aus dem Portfolio der Produktionspartnerfirmen.

Prominente Gastronomie-Betriebe wie das Fischerbräu, das Napoleon in Wien Kagran, Heurigenbetriebe wie Huber und Wolf in Neustift, renommierte Kaffeehäuser wie das Cafe Hummel und das Cafe Weimar sowie der Donauturm, das Riesenrad oder der Eisvogel im Prater setzten und setzen auf Trünkel-Qualität. „Da weiß man, was man hat“, so Christina Hummel vom gleichnamigen Cafe.  Zum Start verweist Michael Trünkel auf über 500 Kunden.

Zusätzlich zur direkten Belieferung der Gastronomie werden auch Listungen im Großhandel angestrebt, Gespräche laufen bereits. Ein weiteres wesentliches Standbein ist die Belieferung von Tankstellen – vorrangig BP – die Trünkel mit Fleischprodukten, aber auch so genannten „Randsortimenten“ wie etwa Salat für Sandwiches versorgt. Dabei übernimmt das Unternehmen die Rolle des Gastro-Großhändlers. „Es waren die Tankstellenpächter von BP, die wesentlich an der Wiedereröffnung von Trünkel beteiligt waren. Deren ausdrücklicher Wunsch war es, von uns weiterhin frisch und verlässlich beliefert zu werden“, so Michael Trünkel stolz.

Last but not least wird es für bestimmte Produkte wie etwa Würstel oder Pasteten auch Listungen im gehobenen Lebensmitteleinzelhandel geben, etwa bei Merkur, Billa, Adeg und Spar Gourmet. Das Ganze aber unter dem Stichwort „Sortimentsbereinigung“, sprich Konzentration auf einige wenige Produkte.

 

 

Harry GALLER, 17.05.2017, um 15:06 Uhr

Michael Trünkel und seinem Team ist jedenfalls nur das Allerbeste für seinen eigenen Neustart und ein herzliches "Glück-Auf" zu wünschen ! Qualität wird sich immer durchsetzen.
H.Galler
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