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Rubrik: Industrie, Interviews
Im Gespräch mit CASH zeigt Laure Ilardi, Geschäftsführerin der Consumer Products Divison von L’Oréal Österreich, die erfolgreiche Entwicklung der Brands Maybelline Jade und L’Oréal Paris auf und verrät die Zukunftspläne der Marke Garnier.
CASH: Frau Ilardi, der L’Oréal-Konzern hatte im letzten Jahr mit leichten Ergebnisrückgängen zu kämpfen. Worauf führen Sie diese zurück?
Laure Ilardi: Es ist korrekt, dass wir im letzten Jahr als Gruppe weltweit einen leichten Umsatzrückgang von 0,4 Prozent verzeichnet haben, der sich mit dem sinkenden Konsum und dem Marktrückgang im ersten Halbjahr 2009 begründen lässt. Wenn man sich aber den wirtschaftlich schwierigen Kontext ansieht, der die Branche im vergangenen Jahr begleitet hat, können wir ganz klar sagen, dass das Jahr 2009 für uns international und im Bezug auf das Österreich-Geschäft ein erfolgreiches war. Wir konnten unsere Position als Beauty-Weltmarktführer erneut bestätigen und in der Consumer Products Divison ein schönes Wachstum erzielen.
Als Geschäftsführerin dieser Division haben Sie es tagtäglich mit weltweit bekannten Marken wie L’Oréal Paris, Maybelline Jade oder Garnier zu tun. Wie zufrieden sind Sie mit der Entwicklung dieser Marken im Detail?
Wir sind mit allen Marken sehr zufrieden und konnten auch heuer, wie schon bereits in den letzten drei Jahren, wieder sehr dynamisch wachsen. Vor allem unser Marktführer Maybelline Jade hat sensationell zum Wachstum beigetragen und sich besser als der dekorative Kosmetik-Markt entwickelt. Das liegt einerseits vor allem an den sehr guten Innovationen und andererseits an den vielen lokalen Initiativen, die wir setzen. Wir haben beispielsweise mit Austria’s next Topmodel kooperiert und unsere Zusammenarbeit mit internationalen Make-up- Artisten weiter fortgesetzt. Dadurch sind wir sehr nahe beim Konsumenten geblieben, was gerade für die Marke Maybelline Jade, die sich stark auf die Trends aus New York und der Modewelt fokussiert, sehr wichtig ist. Wir überzeugen hier mit Sortimentskompetenz, einfach zu verstehenden trendy Produkten mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis und vielen Innovationen wie beispielsweise der Volum’Express Colossal Mascara oder den Color Sensational Lippenstiften, die sehr zum Erfolg beigetragen haben.
Und wie performen die Marken L’Oréal Paris und Garnier?
L’Oréal Paris ist die klare Nummer 2 in der dekorativen Kosmetik und im Vergleich zu Maybelline Jade ganz anders positioniert. Hier punkten wir mit ‚luxe accessible’, wie es auf Französisch heißt. Also mit hochtechnologischen Produkten, die eine Luxusqualität in einer Preisrange anbieten, die durchaus für den DFH passend ist. Auch hier haben wir viele Innovationen gebracht, wie etwa Perfect Match Roll’On, die das Leben von Frauen spannender, aber auch einfacher machen. Dazu gehört auch die Lancierung der neuen ‚professionellen‘ Marke Studio Secrets Professional, die L’Oréal Paris in Zusammenarbeit mit Linda Evangelista entwickelt hat. Diese Marke wird selektiv bei dm vertrieben und ist die erste ihrer Art für den Mass Market.
Besonders viel Potenzial sehen wir außerdem noch in der Marke Garnier, die gerade im Bereich der Hautpflege sehr gut performt hat.
Apropos Garnier: Hier haben Sie ja vor Kurzem mit dem Launch der Mineral Deodorants gänzlich neues Terrain betreten. Was erwarten Sie sich von diesem Schritt?
Für die L’Oréal-Gruppe war der Einstieg in den Deodorant-Markt ein sehr logischer Step, weil dieser große Beauty-Markt bei Weitem noch nicht ausgeschöpft ist. Das heißt, es gibt sehr viel Potenzial, da viele Frauen und noch viel mehr Männer keine Deos verwenden. Für die Lancierung unter der Marke Garnier haben wir uns deshalb entschieden, weil wir hier mit einer uniquen Positionierung am Markt sind, die sehr in Richtung Natürlichkeit geht. Unsere Deos sind die ersten Antitranspirante, die mit einer Wirksamkeit von 48 Stunden sehr effizient sind und auf den Inhaltsstoff Mineralite setzen. Dieses natürliche Mineral absorbiert die Feuchtigkeit, saugt den Schweiß auf und lässt die Haut dabei atmen.
Wir glauben also, dass wir mit dem Einstieg in den Deo-Markt unsere Consumer Base erweitern und damit mehr Leute für Garnier begeistern können.
Natürlichkeit und damit einhergehend Naturkosmetik liegen nach wie vor im Trend. Greifen Sie diesen in Ihren Produkten auf?
Der Trend ist sehr prägnant und in Österreich vielleicht sogar noch ausgeprägter als in anderen Ländern. Wir sehen hier schon in einigen Kategorien Potenzial, vor allem im Bereich Hautpflege. Bei Garnier steht der Naturaspekt im Vordergrund, hier arbeiten wir auf jeden Fall in diese Richtung.
Eine dekorative Kosmetik-Linie gibt es aber noch nicht?
Nein, das haben wir auch derzeit nicht vor. Bei Maybelline Jade und L’Oréal Paris würde es nicht besonders gut passen und wir wollen die Positionen unserer beiden erfolgreichen dekorativen Kosmetik-Marken auch nicht gefährden.
Fühlen Sie sich eigentlich durch die Eigenmarken des Handels, die ja in vielen Kategorien den Wettbewerb verschärft haben, gefährdet?
Es gibt zwei Trends, die zu beobachten sind. Man muss zwischen Private Labels des Händlers und Marken, die exklusiv bei nur einem Händler distribuiert sind, unterscheiden. Das sind die zwei Phänomene, die uns begleiten und deren Entwicklung je nach Marke sehr unterschiedlich ist, sodass sich hier kein genereller Trend feststellen lässt. Es stimmt aber, dass der Wettbewerb härter wird. Es gibt ein großes Marken-Angebot und vor allem viele Produkte mit einem sehr interessanten Preis. Aber gerade in diesem Kontext ist die Performance der L’Oréal-Marken und die anhaltende Marktführerschaft mehr als hervorragend. Die Konsumenten vertrauen auf unsere starken, qualitativ hochwertigen Marken, die wir am POS, medial und im Rahmen vieler lokaler Projekte konsequent unterstützen.
Wie viel investieren Sie denn jährlich in Werbung?
Wir investieren überproportional, mehr als es unseren Marktanteilen entspricht. Wir wissen, dass Werbung für die dekorative Kosmetik sehr wichtig ist, weil die Konsumenten oft erst die letzte Lancierung kaufen. Zudem lässt sich das Konzept der entsprechenden Marke am POS nicht immer ideal präsentieren, weil die Theken sehr standardisiert sind. Deshalb kommunizieren wir unsere Innovationen sehr stark via Werbung.
Neben den standardisierten Theken gibt es ja noch andere Präsentationsmöglichkeiten am POS. Auf welche Konzepte setzen Sie denn hier?
Die POS-Gestaltung ist natürlich sehr wichtig. Wir sehen viel Potenzial in Promoplatzierungen, die im DFH gut funktionieren, weil sie Platz für die aktuellsten Innovationen bieten. Außerdem setzen wir auf permanente Zweitplatzierungen und Leaflets. Wir freuen uns über alle Tools, die uns die Händler anbieten und sind immer sehr offen für neue Präsentationsmöglichkeiten, wie beispielsweise die Schaufensternutzung.
Jetzt ist ja der DFH prädestiniert für Ihre Produkte. Wie schätzen Sie die Chancen Ihrer Produkte im LEH ein?
Da wir für unsere Marken noch viel Wachstumspotenzial sehen, glauben wir, dass auch der LEH eine sehr geeignete Plattform für uns ist. Gerade in Verbrauchermärkten, wo es mehr Platz gibt, können wir unsere Innovationen gut über Zweitplatzierungen präsentieren. Das gilt auch für die Dekorative Kosmetik. Seit zwei Jahren sind wir hiermit bei Merkur und Interspar mit Maybelline Jade und L’Oréal Paris präsent. Gerade Displays kommen in Verbrauchermärkten bei den Konsumenten sehr gut an und das versuchen wir auch weiterhin, vor allem bei Produkten wie beispielsweise Mascara und Lippenstift, zu pushen.
Vielen Dank für das Gespräch.





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