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Greenpeace/Fachverband der Lebensmittelindustrie

Erneute Kontroverse zu Palmöl in Lebensmitteln


Kategorie: Handel, Industrie
28.09.2017 von Stefan Pirker

Die Früchte der Ölpalme, aus denen das immer wieder heiß diskutierte Palmöl gewonnen wird ©  Thomas Leonhardy - stock.adobe.com
Die Früchte der Ölpalme, aus denen das immer wieder heiß diskutierte Palmöl gewonnen wird © Thomas Leonhardy - stock.adobe.com

"Es braucht weitere Anstrengungen, um den Gehalt von Palmöl in Lebensmitteln drastisch zu minimieren", heißt es in einer Aussendung von Greenpeace CEE vom 28. September 2017. Als konkreten Anlass verweist man auf eine Untersuchung, bei der Greenpeace im September 2017 insgesamt elf Lebensmittel aus österreichischen Supermärkten auf die Schadstoffe 3-MCPD-und Glycidyl-Ester getestet hat. Dabei waren vor allem Produkte mit Palmöl von den Schadstoffen betroffen. Die drei laut Greenpeace-Test am meisten belasteten Produkte waren Milka-Erdbeer-Schokolade, Alsan-Bio-Margarine und Rama Original in Würfelform. Die Handelsketten Spar und Rewe International haben daraufhin verlautbaren lassen, dass sie die Produkte vorsichtshalber aus den Regalen nehmen.

Ungerechtes Palmöl-Bashing?
In einer ebenfalls mit 28. September 2017 datierten Aussendung spricht der Fachverband der Lebensmittelindustrie von unbegründetem Alarmismus von NGOs gegenüber Palmöl. Die Substanzen 3-MCPD (3-Monochlorpropandiol) können nämlich in allen Arten von Pflanzenölen vorkommen, nicht nur bei Palmöl."Lebensmittelhersteller setzen alles daran, damit ihre Produkte sicher und von hoher Qualität sind. Unerwünschte Stoffe in Lebensmitteln werden daher laufend minimiert. Das gilt auch für Rückstände, die bei der Herstellung von Ölen entstehen können", erklärt Mag. Katharina Koßdorff, Geschäftsführerin des Fachverbandes der Lebensmittelindustrie, die Greenpeace beim Thema Palmöl Panikmache attestiert. "Das ist schlichtes Palmöl-Bashing auf dem Rücken der heimischen Hersteller. Forderungen nach Auslistungen von Palmölprodukten weisen wir auf das Schärfste zurück", erteilt Koßdorff solchen Aktionen im Wahlkampf eine klare Absage. Für Koßdorff ist Palmöl aus nachhaltigem Anbau sogar ressourcenschonender als andere Pflanzenöle. Alternativen wie Öle aus Soja, Sonnenblumen oder Kokos benötigen nämlich bis zu fünfmal mehr Anbaufläche als Ölpalmen für die gleiche Menge Pflanzenöl.

Palmöl aus Ja! Natürlich-Produkten fast vollständig verbannt
In der aktuellen Dabatte hat sich nun auch Ja! Natürlich, die Bio-Eigenmarke der Rewe International, zu Wort gemeldet. Dabei bentont mann, dass Ja! Natürlich ein Vorreiter beim Einsatz von Palmöl-Alternativen in Österreich ist. Bei Ja! Natürlich wird nur mehr in zwei von rund 1.300 Produkten (Anzahl des gesamten Ja! Natürlich-Sortiments; Anm. d. Redaktion) Bio-Palmöl verwendet – und das ausschließlich aus technologischen Gründen.

Hier der Link zu den Greenpeace-Testergebnissen:

https://secured-static.greenpeace.org/austria/Global/austria/fotos/Presse/Greenpeace-Factsheet_Testergebnisse_Palmoel_Sept2017.pdf

 

 

Liz Watkins, 29.09.2017, um 08:55 Uhr

Ich kaufe überhaupt keine Produkte mit Palmöl schon seit längern. Schon alleine, wo in den armen Ländern die Bäume gehen müssen für die riesigen Felder.
MfG
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