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Frank Hensel über das Gesamtpaket online & offline


Kategorie: Handel, ecommerce
13.06.2017 von Silvia Meißl

Frank Hensel: "Unser Marktplatzkonzept wird ergänzend sein, es wird die Verlängerung unseres Regals.“ © Markus Wache
Frank Hensel: "Unser Marktplatzkonzept wird ergänzend sein, es wird die Verlängerung unseres Regals.“ © Markus Wache

Im Klub der Wirtschaftsjournalisten unterstrich der Vorstandsvorsitzende der Rewe International AG Frank Hensel einmal mehr, dass bei den Aktivitäten rund um Online- und Offlinehandel „am Ende nur das Gesamtpaket zählt“, das die Kunden von den Handelsfirmen des Unternehmens serviert bekommen. „Wer den ganzheitlichen Kunden am besten abbilden kann, wird das Rennen machen“, ist der Konzernchef überzeugt. Deshalb sei es ein Gebot der Stunde, online dabei zu sein, „auch wenn wir die Digitalisierung sehr skeptisch sehen“, sagt Hensel. Die Online-Aktivitäten bringen in Österreich einen Gesamtumsatz von zirka dreißig Millionen Euro, bei einem Konzernumsatz in Österreich von rund 8,39 Mrd. Euro. Das Online-Geschäftsfeld sei natürlich noch nicht wirtschaftlich, „aber wir betrachten das als Investition.“  Bipa ist laut Hensel der erfolgreichste Onlineshop in der Rewe International, „dort verdienen wir fast schon Geld.“ Dies hänge aber auch damit zusammen, dass es bei Bipa durch den Paketversand die Problematik der sogenannten letzten Meile nicht gibt. Der Onlineumsatzanteil am Bipa-Gesamtumsatz liegt bei rund 1,5 Prozent. In der ganzen Onlinethematik dürfe man jedoch nicht übersehen, dass „es  daneben viele wichtige offline-Themen gibt“, schildert Frank Hensel und führt beispielsweise an, dass der LEH zum Kurator für die gesellschaftliche Entwicklung geworden sei sowie – ein ganz anderer Aspekt – dass online bzw. die Digitalisierung auch in der Filiale Einzug halten muss, um die Crosschannel-Kommunikation sicherzustellen. Außerdem arbeite man bereits an der nächsten Generation der digitalen Preisauszeichnung, um die Nachbestückung am POS zu optimieren.

Marktplatzkonzept wird kommen
Frank Hensel erläuterte auch, dass man zur Zeit an einem gemeinsamen Marktplatz für die Onlineshops des Unternehmens arbeite und diesen im Sinne eines „verlängerten Regals“ ergänzen will. Die Möglichkeiten dafür sind vielseitig. Das könnten Dienstleistungsangebote sein, Textilien, Accessoires, aber etwa auch regionale Produzenten, die derzeit aus unterschiedlichen Gründen nicht als Anbieter in den Konzern integrierbar sind. Hensel ist davon überzeugt, dass „wir so einen Marktplatz anbieten müssen.“ Dieser sei im Grunde grenzenlos, sofern die Angebote ethisch vertretbar sind. Hingegen hält er nichts davon, sich mit Eigenmarken am Marktplatz von Amazon zu präsentieren: „Es wird nicht passieren, dass wir dort vertreten sind, weil wir unsere Kunden bei uns haben wollen“. Zu Amazon Fresh meint Hensel: „Wir haben großen Respekt, aber Angst haben wir nicht.“   

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