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Allianz/Cyberkriminalität

Gefahr aus dem Netz: Kleinunternehmen gehen fahrlässig um


Kategorie: Sonstiger Handel, ecommerce, Studien
09.11.2017 von Manuel Stenger

Laut einer neuen Studie der Allianz kümmern sich kleine Unternehmen in Österreich meist erst dann um das Thema Cyberkriminalität, wenn bereits ein Angriff erfolgt und ein Schaden entstanden ist.

Xaver Wölfl, Chief Digital Officer der Allianz Gruppe in Österreich. © Allianz
Xaver Wölfl, Chief Digital Officer der Allianz Gruppe in Österreich. © Allianz

60 Prozent der rund 450.000 Ein-Personen- und Kleinunternehmen in Österreich fühlen sich durch Risiken im Netz kaum bedroht, rund ein Viertel hat sich dazu noch gar keine Gedanken gemacht. Besonders Kleinunternehmen im Tourismus und der Gastronomie sehen in der Cyberkriminalität kein großes Risiko – nur 30 Prozent fühlen sich hier bedroht. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage vom Market-Institut im Sommer 2017, die von der Allianz in Auftrag gegeben wurde. Die Ergebnisse präsentierte Xaver Wölfl, Chief Digital Officer der Allianz Gruppe in Österreich. Bedrohungen und Aufgaben, die es für Kleinunternehmen zu lösen gibt, zu erkennen, war Ziel der Studie. CASH war bei der Präsentation dabei und hat die wichtigsten Ergebnisse zusammengefasst.

Schaden macht klug
Aus Fehlern lernen – das ist auch in Österreich bei Unternehmen der Fall, die bereits von Cyberattacken betroffen waren. So sagen 75 Prozent von bereits betroffenen Unternehmen, dass der Schutz gegen Cybercrime eine wichtige Herausforderung ist. „Durch Schaden wird man klug“, so Wölfl. Ansonsten ist der Schutz vor Cybercrime (noch) ein Thema, dass in Unternehmen einen geringen Stellenwert einnimmt. Nur 22 Prozent der KMU geben an, sich öfter über dieses Thema Gedanken zu machen. Eine häufige Änderung der Passwörter wäre von Vorteil und ein einfaches Mittel, so Wölfl. Jedoch verzichten zwei Drittel der befragten Unternehmen darauf. Die Kontrolle über den Schutz gegenüber Gefahren im Netz übernehmen meist die Besitzer selbst. Bei 71 Prozent der Kleinunternehmen kümmert sich der Geschäftsinhaber um den Schutz vor Cyberattacken, jedoch wird dafür nur unter zehn Prozent der Arbeitszeit eingeplant. Und das, obwohl bereits 17 Prozent der Unternehmen einen Cyberangriff hinnehmen mussten, sechs Prozent sogar mehrere Attacken. Am häufigsten erfolgen diese Angriffe über Anhänge im E-Mail (65 Prozent).

Die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) wird ab 25. Mai 2018 neue Maßstäbe setzen. Die neuen Bestimmungen sind auch für kleine Unternehmen relevant. Doch nur jedes zehnte Kleinunternehmen fürchtet sich vor etwaigen Strafen bei Verstößen gegen die DSGVO. Bei denjenigen Unternehmen, die sich mit der DSGVO beschäftigen, glaubt ein Viertel, dass sie die neue Verordnung gar nicht betrifft. Wölfl dazu: „Ich war schockiert, wie fahrlässig sich die Unternehmen mit diesem Thema beschäftigen.“

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