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VNL Logistik-Forum Wien

„Heute ist Logistik sexy“


Kategorie: Handel, Industrie, ecommerce
12.10.2017 von Manuel Stenger

Am 10. Oktober 2017 fanden sich zahlreiche Experten zum VNL Logistik-Forum Wien in der Hauptzentrale (Haidingergasse) der Österreichischen Post ein. CASH war bei den Vorträgen dabei und hat die wichtigsten Aussagen zusammengefasst.

V.l.n.r.: Andreas Bayer (Geschäftsführer REWE Transport & Logistik), Wolfgang Knezek (Vorstand Frauenthal Service AG, VNL-Regionalobmann Ost), Peter Umundum (Vorstand Paket & Logistik, Österreichische Post), Franz Staberhofer (Obmann VNL Österreich), Niklas Nitsch (Leiter strategische Logistik CEE, Siemens Österreich). © Verein Netzwerk Logistik Österreich
V.l.n.r.: Andreas Bayer (Geschäftsführer REWE Transport & Logistik), Wolfgang Knezek (Vorstand Frauenthal Service AG, VNL-Regionalobmann Ost), Peter Umundum (Vorstand Paket & Logistik, Österreichische Post), Franz Staberhofer (Obmann VNL Österreich), Niklas Nitsch (Leiter strategische Logistik CEE, Siemens Österreich). © Verein Netzwerk Logistik Österreich

„Die Zukunft ist smart“, so der Titel des einleitenden Vortrags von Peter Umundum (Österreichische Post). Durch das Wachstum im E-Commerce bekommt die gesamte Branche einen Schub. 2016 war zum ersten Mal der B2C-Markt größer als das B2B-Geschäft. Jedes zweite Paket kommt aus dem Ausland: „Hier wandern Arbeitsplätze ab, wir müssen die Wertschöpfung in Österreich halten“, wie Umundum betonte. Die Kunden von heute verlangen nach individuellen Lösungen, die ihnen dabei helfen, das Paket so zu erhalten, wie sie es wollen. „Neue Konzepte werden auch durch die Konkurrenz getrieben“, so Umundum. 24/7 Self Service Solutions haben sich bereits etabliert. Umundum: „Wir arbeiten daran, diese Wege auch verstärkt retourenfähig zu machen.“ Zukunftsmusik könnte etwa die Zustellung per Roboter oder Drohne sein, obwohl Umundum „bei der Massenzustellung von Paketen eher pessimistisch“ ist.

Mit erhöhten Zustellquoten muss auch Hermes Logistik umgehen. Laut Mathias Harbeck erwartet sich der Kunde zudem Sonderservices wie die Zeit- oder Wochenendzustellung. Diese helfen aber auch, die große Flut an Paketen zu bewerkstelligen, erklärte Harbeck. In Zukunft plane man zudem den Aufbau von Micro-Depots, kleine Sateliten-Standorte, um näher an den Innenstädten liefern zu können.

Logistik als Kostenfrage
Logistik macht eine Stadt erst lebenswert, wie Thomas Madreiter, Planungsdirektor Magistrat Stadt Wien, bei einem anderen Vortrag betonte: „Logistik ist ein Dreh- und Angelpunkt für den Lebensstandard einer Stadt. Logistik ist kein notwendiges Übel, sondern integraler Bestandteil.“ Einer der Faktoren für eine gesunde Stadt ist sicher ihre Lebensmittelversorgung. Um die Zustellung im Onlinegeschäft zu verbessern, braucht es bei dem immer größer werdenden Verkehrsaufkommen einen funktionierenden Verkehr. „Staus kosten der Wirtschaft ein Vermögen“, so Andreas Bayer von Rewe International Transport & Logistik. Autonomes Fahren sieht er als Thema der Zukunft: „Die Frage ist nicht mehr, ob es kommt, sondern wann es kommt.“ Carsharing wird auch immer wichtiger, da Autos nur einen Bruchteil des Tages genutzt werden. Zudem könnten kleinere Vehikel eine Verkehrsentlastung bringen.

Für Davor Sertic von der Wirtschaftskammer Wien „ist es nicht der fließende, sondern der ruhende Verkehr, der uns behindert“. Es gibt im Stadtgebiet zu wenige Be- und Entladeflächen, zeitliche Restriktionen und Zufahrtsbeschränken erschweren weiters die Geschäftstätigkeit. Doch das Thema Logistik nimmt Fahrt auf: „Zu Beginn meiner Zeit bei der Wirtschaftskammer habe ich gemerkt, dass die Stadtregierung nichts mit Logistik zu tun haben will. Das Bild hat sich gewandelt: Heute ist Logistik sexy.“

Prozessoptimierung vorantreiben
Marcus Kottinger präsentierte den intelligenten Assistenten Watson seines Unternehmens IBM und seine Anwendungsfälle für die Logistik. IBM hat die Digitalisierung der gesamten Lieferkette bei einigen Betrieben vorgenommen. Durch Watson konnte verstanden werden, warum es etwa zu Verspätungen und Schwund kommt. Watson lernt laufend und kann das gesamte Datensystem analysieren. Die besondere Stärke von Watson ist dabei, dass dieses aufgrund der Ergebnisse Vorschläge macht, um Prozesse zu optimieren. Kottinger betonte, dass IBM Watson „auch für KMU brauch- und leistbar ist“. Kottinger weiter: „Mit unseren Lösungen wenden wir uns zu 95 Prozent an den Mittelstand.“

Ebenfalls vor Ort war Bernd Datler von der Asfinag, der zeigte, wie Anwendungen seines Unternehmens den Routenplan verbessern können. Informationen durch Push-Nachrichten können ebenfalls bereitgestellt werden. Dabei können unterschiedliche Einstellungen zu den Infos, die man angezeigt bekommen möchte, vorgenommen werden.

Zum Abschluss der Veranstaltung stellte Markus Gerschberger vom Logistikum noch ALI vor: den Austrian Logistics Indicator. „Wir wollen dadurch Verbesserungspotenziale in den einzelnen Regionen erkennen“, so der Vortragende.“ Die Erhebung wird alle zwei Jahre durchgeführt werden. Mit Hilfe der Ergebnisse sollen entsprechende Maßnahmen gesetzt werden. Dabei wird ein Bewertungssystem ähnlich Ratingagenturen eingesetzt. Alle bewerteten Unternehmen sollen somit auf die höchste Stufe gehoben und verbessert werden.

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