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Hotspot Butterpreis


Kategorie: Handel, Industrie
11.09.2017 von Silvia Meißl von Stefan Pirker

© tycoon101 - stock.adobe.com
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Die steigenden Butterpreise sind derzeit Thema in den verschiedensten deutschen und österreichischen Medien – die Palette reicht von ARD und ORF über Manager Magazin und Die Zeit bis hin zu den Tageszeitungen FAZ, Die Presse, Krone und Österreich. Auslöser für dieses breitflächige mediale Interesse ist die Besonderheit der aktuellen Situation. Kam und kommt es doch einerseits zu wahrlich sprunghaften Anstiegen des Butterpreises innerhalb kurzer Zeit. Kostete in Österreich im heurigen Frühjahr eine 250-g-Packung Eigenmarkenbutter im Preiseinstiegsbereich noch 1,59 Euro, so sind es mittlerweile 2,19 (z.B. Billa, Spar; Stand: 11.9.2017) bzw. 2,39 Euro (Hofer; Stand 11.9.2017).
Andererseits gibt es auf den Milchmärkten eine historisch große Preisspreizung zwischen Magermilch und Milchfett. Während letzteres ein sehr gut nachgefragtes Gut ist, lagerten mit Sommer 2017 noch 350.000 Tonnen Magermilchpulver in den öffentlichen Interventionslägern der Europäischen Union. Dementsprechend verteuerten sich zuletzt die europäischen Großhandelspreise vor allem von fettreicheren Milchprodukten (Preissteigerung KW 30/2017 gegenüber dem Vorjahr; Quelle: CIRCA – EU Homepage): Magermilchpulver: + 5 %, Vollmilchpulver: + 36 %, Gouda: + 38 %, Butter: + 89 %

Als Auslöser für die „Butter-Hausse“ werden grob gesprochen zwei Gründe genannt: Zum einen ließ der im Zuge der Beendigung der EU-Milchquotenregelung einsetzende Produktionsanstieg inklusive Milchpreisverfall die Produktionsmengen in weiterer Folge zurückgehen. Zum anderen erfreut sich Milchfett als Rohstoff in der verarbeitenden Lebensmittelindustrie (wieder) großer Beliebtheit. Butter wird schließlich immer mehr als ein Genussprodukt angesehen.

Nach oben zeigen auch die Bauernmilchpreise. Die österreichischen Molkereien betonen jedoch, dass man hier in Vorleistung gegangen ist, um sich die Rohmilch zu sichern bzw. die Bauern zu einer Produktionsausweitung zu bewegen. Nun müsste man diese Mehrkosten jedoch vom Handel abgegolten bekommen. Zurzeit befinden sich Molkereien und Handel also in intensiven Verhandlungen, wie viel bereits abgegolten wurde bzw. welche neuerliche Anpassung der Einkaufspreise nach oben umsetzbar ist. 

Schon in der Vorwoche, konkret am 6. September, war im Rahmen eines Pressegesprächs der Rewe International AG die Situation rund um die Butter ein Thema. Vorstandsvorsitzender Frank Hensel prognostizierte eine weitere Verknappung der Butter und erinnerte daran, warum die Lage angespannt ist, nämlich durch den Rückgang der Milchproduktion, den Abschlüssen von Kontrakten seitens der Industrie zur Sicherung von Fett sowie durch die steigende Nachfrage im Fernen Osten. Außerdem sollte auch nicht vergessen werden, dass es sich um einen Spekulationsmarkt handle. Österreich wird sich diesbezüglich „nicht von der Welt abkoppeln können“, sagte Frank Hensel, der jedoch davon überzeugt ist, „dass es auch wieder eine Gegenbewegung geben wird“. Als besonders wichtig sei, so der Rewe International-Chef weiter, auf breiter Ebene Aufklärungsarbeit zu leisten, warum die Situation rund um die Butter so ist wie sie ist.

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