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Handelsverband/Unito Gruppe

„Im Handel herrscht Goldgräberstimmung“


Kategorie: Handel, ecommerce
30.11.2017 von Manuel Stenger

Das Weihnachtsgeschäft 2017 ist in vollen Zügen. Rainer Will vom Handelsverband und Harald Gutschi von der Unito Gruppe sehen für den Handel 2017 ein überdurchschnittlich gutes Weihnachtsgeschäft. Aktionstage wie der Cyber Monday und Black Friday gewinnen stetig an Bedeutung.

Rainer Will (Handelsverband) und Harald Gutschi (Unito Group). © Stefan Zamisch
Rainer Will (Handelsverband) und Harald Gutschi (Unito Group). © Stefan Zamisch
Die beiden Geschäftsführer bei der Präsentation. © Stefan Zamisch
Die beiden Geschäftsführer bei der Präsentation. © Stefan Zamisch

Auf 1,3 Milliarden Euro Mehrumsatz (netto; brutto: rund 1,7 Mrd. Euro) kann sich der Handel in diesem Jahr im Dezember freuen. Mit diesen Berechnungen des WIFO fällt die Prognose für das diesjährige Weihnachtsgeschäft positiv aus – schließlich bedeutet dies ein Plus von 52 Millionen Euro beziehungsweise vier Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Handelsverband Geschäftsführer Rainer Will und Unito Geschäftsführer Harald Gutschi präsentierten nun die wichtigsten Zahlen zum Weihnachtsgeschäft 2017. CASH war vor Ort.

„Wir finden in diesem Jahr eine besonders gute Konsumstimmung vor“, so Will. Laut dem Handelsverband Consumer Check, der von Marketagent.com durchgeführt wurde, sagen 19,6 Prozent der Befragten, dass sie mehr Geld als im Vorjahr für Weihnachtsgeschenke ausgeben werden, bei 61,6 Prozent werden die Ausgaben in etwa gleich sein, bei 18,8 Prozent weniger. Konsumenten werden 2017 durchschnittlich zwischen 200 und 250 Euro für Geschenke am Festtag ausgeben. Beliebt sind Produkte wie Spielzeug (36,7 Prozent), Kosmetikprodukte (35,5 Prozent) und Bekleidung (33,3 Prozent).

Gründe für den Aufschwung
Auch Harald Gutschi sieht in diesem Jahr einen erfreulichen Abschluss im Dezember. „Ich bin seit 24 Jahren im Handel tätig und habe noch nie so ein gutes Weihnachtsgeschäft erlebt“, so der Geschäftsführer. „Im Handel herrscht Goldgräberstimmung.“ Das gelte sowohl für online als auch stationär. Hierfür nennt Gutschi sechs Gründe: Eine boomende Wirtschaft, begünstigt durch niedrige Zinsen und mehr Geld in den Taschen der Konsumenten durch die Steuerreform. Zudem verspüren die Verbraucher nach der Finanzkrise einen Nachholbedarf im Konsum. Weiters steigen die Löhne und Gehälter. Und zu guter Letzt ist insgesamt in der Bevölkerung eine positive emotionale Stimmung spürbar. Die Unito Gruppe profitiert von dieser Entwicklung – erst vor Kurzem hat man für das Geschäftsjahr 2017/18 das Ziel ausgegeben, erstmals die 400-Millionen-Euro-Umsatz-Marke zu knacken.

Rainer Will kann diese Trends bestätigen, für ihn sind zwei Entwicklungen sichtbar: Durch die tolle Konjunktur wird die Kaufkraft größer und zweitens boomen Sondereinkaufstage wie der Cyber Monday (6,6 Mrd. US-Dollar Umsatz in den USA), Black Friday (7,9 Mrd. US-Dollar in den USA) oder der Single’s Day (25 Mrd. US-Dollar). Nach Will wird an diesen Tagen „der Konsument besonders stimuliert“. Der Handelsverband rät daher „im Sinne der Volkswirtschaft auch allen Händlern in Österreich, diese Tage zu nutzen“, so Will weiter. Diesen Effekt kann auch Gutschi bestätigen: „Während dem Black Friday Sale konnten wir 9,3 Millionen Euro umsetzen. Das sind um 115 Prozent mehr als im Vorjahr. Wir haben unsere Zahlen mehrmals geprüft, weil wir es selber nicht glauben konnten.“ Die umsatzstarke Zeit beginnt dabei schon im November, wo man vom 11. bis 27. November einen Zuwachs von 50 Prozent verzeichnen konnte. Bei der Unito Gruppe rechnet man laut Gutschi im Weihnachtsgeschäft mit einem Plus von 30 Prozent. 95 Prozent der Einkäufe werden dabei online abgewickelt, davon 60 Prozent über Mobilgeräte. Gutschi beschreibt die Online-Käufer „als sehr markenbewusste Menschen, die sich hochwertige Produkte zu guten Preisen leisten wollen“. Vor allem in den Segmenten Bekleidung (+40,7 Prozent) und Living (+33,4 Prozent) verzeichnet man die größten Anstiege.

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