CASH - Home

Riccardo Piccini GmbH

Italien-Spezialist muss Insolvenz anmelden


Kategorie: Handel, LH, Produkte, Food
18.11.2014 von Frank Placke

Über die Riccardo Piccini GmbH von Markus Praschl wurde beim Handelsgericht Wien ein Konkursverfahren eröffnet. Die Höhe der Passiva steht noch nicht fest. Betroffen sollen rund 140 Gläubiger aus Österreich und Italien sein. Der Traditionsstandort am Wiener Naschmarkt ist nicht betroffen.

Das von Mag. Markus Praschl geleitete Unternehmen Riccardo Piccini GmbH, an dem der ehemalige Formel 1-Fahrer Alexander Wurz mit 25 Prozent beteiligt ist, befasst sich vorrangig mit italienischen Lebensmittel-Spezialitäten, die auch im österreichischen LEH teils unter der Marke Piccini, teils als Eigenmarken oder auch unter dem Label der Erzeuger angeboten werden.

Die Insolvenz sei laut Alpenländischem Kreditorenverband AKV auf mehrere Faktoren zurückzuführen. Unter anderem sei es in den letzten Jahren vermehrt zu Forderungsausfällen gekommen. Auch der früher dazu gehörende Standort Piccini am Naschmarkt habe operative Verluste erwirtschaftet. Dieser Standort ist aber Anfang dieses Jahres verkauft worden. Der Kaufpreis sei aber bislang laut AKV noch nicht gezahlt und daher gerichtlich eingeklagt worden. Der neue Eigentümer widerspricht dieser Darstellung entschieden und schickte CASH dazu folgende Stellungnahme:

"Das erwähnte Konkursverfahren betrifft die Firmengruppe von Mag. Markus Praschl und hat keinerlei Auswirkungen auf den von der RPIC Handels- und Gastronomie GmbH betriebenen Traditionsstandort am Wiener Naschmarkt. Anfang März 2014 wurde der Traditionsbetrieb des PICCINI am Naschmarkt von der RPIC Handels- und Gastronomie GmbH unter der Leitung von Herrn Horst Hofbauer übernommen.
Es bestehen keinerlei gesellschaftsrechtliche oder finanzielle Verflechtungen zwischen der Firmengruppe von Mag. Markus Praschl und der RPIC Handels- und Gastronomie GmbH unter der Leitung von Horst Hofbauer. Die RPIC Handels- und Gastronomie GmbH hat keinerlei offene Verbindlichkeiten gegenüber Riccardo Piccini GmbH."

 

Renate Wachta, 19.11.2014, um 02:01 Uhr

Die bedauerliche Entwicklung des Traditionsunternehmens Piccini über-rascht mich nicht wirklich. Für mich hat Piccini einfach den Wandel in der Handelslandschaft verschlafen. Ein Großteil der Produkte, die Piccini heute anbietet, findet sich in jedem gut sortierten Fachhandelsgeschäft. Wo ist denn eigentlich der USP ? In das Geschäft am Naschmarkt ist meiner Meinung nach viel zu wenig investiert worden: nicht einmal eine funktionierende Klimaanlage wollte man sich leisten. Das Personal war zwar redlich bemüht, aber wenig kompetent; im heißen Sommer des Jahres 2013 zerschmolzen die Käselaibe förmlich in der Vitrine: an den Anblick denke ich noch heute mit Grausen zurück... Jedenfalls ergriff ich damals die Flucht und wurde endgültig zum "Urbanek"-Fan. Herrlich, wie appetitlich dort alles ist und wie freundlich und kompetent die Beratung. Vor allem aber fehlt dem Piccini am Naschmarkt eines: Engagement und die "Italianità": er ist einfach beliebig austauschbar geworden.
Schade eigentlich !

Horst Hofbauer, 20.11.2014, um 01:07 Uhr

Liebe Frau Renate, zum einen kann ich Dir nur recht geben, niemand wollte oder konnte Investieren, ich selbst habe dort als Restaurantleiter angefangen und mir die Seele aus dem Leib geredet was alles getan werden muss, um das PICCINI wieder dorthin zu führen wo es seinen Platz verdient. Als mein Partner und ich den Betrieb, Anfang März gekauft haben, haben wir sofort eine neue Vitrine, modernster Technick und Design besorgt. Auch haben wir die Klimaanlage wieder in Stand gesetzt. Und auch sonst so Kleinigkeiten, die man leider nicht sieht wurden erneuert.
Ich bin überzeugt bzw lade ich Dich herzlich zu einem Glas Prosecco ein um dich selbst überzeugen zu können, daß das PICCINI wieder am richtigen Weg sich befindet. Dafür garantiere ich persönlich! lg Horst Hofbauer

Renate Wachta, 21.11.2014, um 02:00 Uhr

Lieber Herr Horst -
(italienisch klingt: "caro Signore Horst" aber gleich viel besser !)
die Aufbruchstimmung aus dem "neuen" Piccini sehe ich als positives Signal, wenn auch mit einiger Skepsis. Werden eine neue Vitrine modernster Technik und Design sowie "revitalisierte" Klimaanlage ausreichen, um dem alten Piccini zu neuen Impulsen zu verhelfen bzw. davon gelaufene Kunden wieder zurück zu holen ? Und die Kleinigkeiten, die man "leider nicht sieht" werden die Kunden möglicherweise nicht wahrnehmen ... Ich will Euch aber keineswegs entmutigen, sondern nur aufzeigen, dass diese Maßnahmen ja wohl nur ein Anfang sein können. Ihr braucht eine neue CI, neue Ideen und noch viel mehr Enthusiasmus, um Euren Neuanfang zu signalisieren! Und zur Erinnerung: "Italianità" (d.h. die italienische Identität in den Mittelpunkt zu stellen).
Auf Dein Angebot zu einem Glas Prosecco komme ich bei Gelegenheit gerne zurück und werde mich von Euren Fortschritten bei der Wiederbelebung der alten Marke überzeugen. Und nicht vergessen: Die Konkurrenz (besser: Mitbewerber) schläft nicht !
Herzliche Grüße, Renate Wachta

Esther Marmorstein, 22.02.2017, um 23:35 Uhr

Ein Lokal wie dieses muß man erst aufbauen. Die Dame ,welche leider verstarb und es dann vererbte, hatte sich jahrzehnte darum bemüht um es zu dem machen was es vor der Übergabe war. Eines der besten Delikatessengeschäfte Wiens!
das kommt dabei raus wenn nur die Gier vorherrscht und inkompetentes Personal einem vorgesetzt wird! Die ehemaliger Besitzerin würde am Boden zerstört wenn sie wüßte was ihre Erben daraus machten!
Kommentar hinzufügen
Felder, die mit einem Stern (*) markiert sind, müssen ausgefüllt werden!

Weitere Artikel

  • 28.04.2017

    Das druckfrische April-CASH ist da!

    Am Donnerstag, dem 27. April 2017 erscheint die aktuelle April-Ausgabe von CASH.

  • 28.04.2017

    Der Freitag Vormittag

    Unter der bewährten Moderation von Milan Frühbauer stand der letzte Tag des 32. CASH Handelsforums...

  • 27.04.2017

    Der Donnerstag-Nachmittag

    Nach der Mittagspause sprachen Herbert Prohaska und Hans Huber über die Parallelen zwischen...

  • 27.04.2017

    Der Donnerstag-Vormittag

    Den Donnerstag läuteten Vorträge von Daniel Gros vom Center for European Studies, Tim Mason von...

  • 27.04.2017

    Julius Kiennast

    Nach längerer Projektvorbereitung in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Langenlois, dem Betreiber...