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Wirtschaftskammer Wien

Jeder Aufschwung braucht eine Basis

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Oliver Brichard, Fachgruppenobmann der Immobilientreuhänder

Oliver Brichard, Fachgruppenobmann der Immobilientreuhänder

Der nächste "Tag der Freien Geschäftslokale ist für April 2011 in drei Gebieten des zweiten Bezirks geplant.<br>© Fotos: WKW

Der nächste "Tag der Freien Geschäftslokale ist für April 2011 in drei Gebieten des zweiten Bezirks geplant.
© Fotos: WKW

Rubrik: Handel, Strategie

24.11.10 von Christian Pleschberger

Mit dem "Tag der Freien Geschäftslokale" gehen Wirtschaftskammer Wien und Immobilienmakler bei der Vermarktung leer stehender Geschäftslokale neue Wege.

Dank der jüngsten Initiative des von der Wirtschaftskammer Wien bereits im Jahr 1999 ins Leben gerufenen ServiceCenter Geschäftslokale und mit Unterstützung zahlreicher Partner fanden Ende Oktober über 200 interessierte Unternehmer in der Wallensteinstraße, der Lerchenfelderstraße und am Hernalser Spitz im wahrsten Sinn des Wortes offene Türen vor. Im One-Stop-Shop Verfahren konnten Interessierte nicht nur ihre potentiellen Geschäftslokale begutachten, sondern sich auch gleich bei den anwesenden Experten der Wirtschaftskammer sowie einer teilnehmenden Bank über Finanzierung, Förderungen oder die Umsetzbarkeit von Geschäftsideen informieren und eine kostenlose Standortanalyse durchführen lassen.

„Mit dem ,Tag der freien Geschäftslokale‘ haben wir einen völlig neuen und bislang einzigartigen Schritt gesetzt, um die Geschäftslokalsuche so einfach und attraktiv wie möglich zu gestalten und die Leerstandsdauer von Geschäftslokalen weiter zu verkürzen,“ erklärt WKWE-Präsidentin Brigitte Jank. Es sei dies eine hervorragende Strategie, neue Wege in der Kommunikation und der Öffnung gegenüber potentiellen Kunden zu gehen, die nun in weiteren Straßen fortgesetzt werden soll. „Die Idee dahinter heißt: anpacken und gestalten“, so Jank. „Wir geben damit Anstöße zum Handeln und weiten unser Angebot um einen neuen, erfolgsversprechenden Vertriebsweg aus“.

Der nächste „Tag der Freien Geschäftslokale“ ist für April 2011 in drei Gebieten des zweiten Bezirks geplant – nämlich in der Taborstraße/Karmeliterviertel, in der Praterstraße und im Stuwerviertel.

Die neueste Initiative der Wirtschaftskammer gliedert sich zudem in ein Gesamtkonzept ein, das auf den Erhalt der vorhandenen Einzelhandelsstrukturen und damit auf eine weiterhin hohe Lebens- und Nahversorgungsqualität abzielt. Um das Wachstum von Einkaufsflächen an der Peripherie zu verhindern und die bestehenden Strukturen weiter zu entwickeln, sind in den kommenden Jahren zusätzliche Impulse von Seiten der Stadt Wien notwendig. Dazu zählen u.a.:

Förderung für die Vergrößerung von Geschäftslokalen

Viele Geschäftslokale in der historischen Bausubstanz Wiens sind für die heutigen Anforderungen von Handels-, Gewerbe- und Tourismusbetrieben zu klein. Um die bautechnisch oft aufwändige Zusammenlegung von Geschäftslokalen finanzierbar zu machen, ist eine Förderung für die Vergrößerung, Zusammenlegung und Brauchbarmachung von Geschäftslokalen aus den Mitteln der Wiener Wohnbauförderung vorzusehen.

Keine neuen Einkaufszentren und Fachmärkte

Bei Widmungen und Projekten zur Errichtung von Fachmärkten und Einkaufszentren sind die bestehenden Einkaufsstraßenstrukturen, die dadurch konkurrenziert werden, zwingend zu berücksichtigen. Weiters sind bestehende Schlupflöcher in der Bauordnung, die in den letzten Jahren die Errichtung „wilder“ Fachmärkte zur Folge hatten, dringend zu schließen.

Mehr Garagen in den Einkaufsstraßen

Als flankierende Maßnahme für die Einkaufsstadt und den Tourismusmagnet Wien muss das Garagenangebot in den innerstädtischen Bereichen konsequent erweitert werden. Das schafft zugleich Raum für attraktiv gestaltete Plätze und Straßen an der Oberfläche.

Verkehrsberuhigte Zonen

Die Ausweitung von verkehrberuhigten Zonen zur Stärkung der Nahversorgungsstrukturen ist wienweit zu prüfen. Auch bei dieser Maßnahme ist auf die Bedürfnisse der sonstigen Wirtschaftsbereiche Rücksicht zu nehmen.

Keine Gebrauchsabgabe für Einkaufsstraßenvereine

Die Mitglieder der Einkaufsstraßenvereine tragen mit ihrer Vereinsarbeit ganz wesentlich dazu bei, dass Wiens Grätzel lebendig bleiben. Für diese Leistung sollten sie nicht noch zusätzlich mit Abgaben belastet werden. Bestimmte Aktivitäten der Einkaufsstraßenvereine sollen daher gänzlich von Gebrauchsabgaben befreit werden.

Kurzparkzonen: Eine halbe Stunde gratis

Die Zeit des kostenfreien Parkens in Kurzparkzonen soll von 10 auf 30 Minuten angehoben werden, um die Geschäftsentwicklung in den Einkaufsstraßen und Grätzeln zu unterstützen. Damit soll zumindest zum Teil des Standortnachteils innerstädtischer Einkaufsstraßen gegenüber Einkaufs- und Fachmarktzentren ausgeglichen werden.

"Ein charakteristisches Merkmal Wiens sind die lebendigen Straßenstrukturen, die durch die Vielfältigkeit der Einkaufsmöglichkeiten maßgeblich zur Lebensqualität in unserer Stadt beitragen. Das gilt es unter allen umständen beizubehalten", sagt Jank an die Adresse der nuen Wiener Stadtregierung.