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Arbeiterkammer (AK)

Mehr geliefert als geordert


Kategorie: Studien, ecommerce
25.09.2017 von Manuel Stenger

Die Arbeiterkammer hat bei drei Supermarktketten die online-bestelle Frischware mengenmäßig überprüft. Oftmals bekommen die Kunden um einiges mehr als bestellt wurde.

Die Onlineshops von Billa, Merkur und Interspar in Wien wurden von der AK auf Gewichtsabweichungen bei Bestellungen aus der Frischeabteilung überprüft. Das Ergebnis: Bei Billa und Interspar kam es zu kleinen Abweichungen beim Gewicht, bei Merkur waren diese mitunter groß. Zudem wurde die Preisauszeichnung im Webshop als teilweise irreführend empfunden.

Überprüft wurden sieben bis acht nicht vorverpackte Lebensmittel (Wurst, Käse und Fleisch). Außerdem wurde ermittelt, ob der Aktionspreis am Bestelltag auch an einem späteren Liefertag gültig ist. Bei Billa wurden sieben Produkte bestellt; bei einem Produkt stimmte die Bestell- mit der Liefermenge überein, bei den weiteren sechs Produkten kam es zu leichten Abweichungen (bis zu knapp zwei Dekagramm/5,3 Prozent mehr). Bei Interspar waren von sieben bestellten Produkten drei übergewichtig (bis zu zwei Dekagramm und mehr) sowie drei untergewichtig (bis zu drei Dekagramm weniger). Bei einem Produkt passte die bestellte Menge. Bei Merkur war sogar bei sechs von acht bestellten Frischprodukten die Liefermengen höher, und das bis zu mehr als elf Dekagramm (80,7 Prozent). Dies wird auf eine fehlende Grundpreisauszeichnung und irreführende Mengenbeschreibung im Onlineshop zurückgeführt. So waren Preisdifferenzen bis zu 3,05 Euro möglich. Bei zwei Bestellungen stimmte die Liefermenge. Bei allen drei Unternehmen waren die Aktionen auch noch am Liefertag gültig.

Interne Kontrollen angekündigt
Für AK Konsumentenschützerin Manuela Delapina „bewegen sich bei Billa und Interspar die Gewichtsabweichungen im Rahmen.“ „Alle drei Onlineshops lieferten pünktlich“, resümiert Delapina. „Es galten auch alle Aktionen vom Bestelltag am Liefertag.“

Die AK hat die Ergebnisse auch den überprüften Handelsunternehmen vorgelegt. In der Rückmeldung von Interspar heißt es unter anderem: „Wir versuchen beim Gewicht von Bedienungsartikeln möglichst genau die bestellten Mengen zu treffen. Wir prüfen die technischen Möglichkeiten, die Berechnung auf die Summe der bereits vorher gerundeten Einzelpositionen umzustellen.“ Und Merkur meldet sich wie folgt zu Wort: „Wir haben den AK-Test zum Anlass genommen und sofortige interne Kontrollen durchgeführt, die uns bedauerlicherweise einige technische Fehlerquellen aufgezeigt haben. Zu den einzelnen von Ihnen angeführten Punkten möchten wir anmerken, dass wir diese genauestens analysiert und bereits behoben haben.“

Die gesammelten Ergebnisse der Studie finden Sie unter diesem Link.

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