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Kaffee

Nicht ohne Bohne

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® Fotolia.com

Edda Pascher, Nielsen-Client Executive
® Nielsen

® Zielpunkt

® Rewe Group/Ja! Natürlich

Die cremesso-Maschine ist im österreichischen LEH bei Interspar erhältlich.
® cremesso

Rubrik: Industrie, Marktreports

02.12.09 von Michaela Schellner

Dass Kaffee nach Wasser das beliebteste Getränk der Österreicher ist, zeigen auch die aktuellen Marktdaten. Im Trend liegen Kapseln und Pads, aber vor allem der Konsum vonEspresso nimmt stark zu.

Der Jahresverbrauch von Kaffee in Österreich lag den aktuellen Zahlen des Kaffee- und Teeverbandes zufolge zuletzt bei rund 50.120 Tonnen, womit – Außer-Haus-Konsum und Haushaltsmarkt zusammengerechnet – ein Gesamtumsatz von etwa 332,5 Millionen Euro erwirtschaftet wurde. Im LEH (exkl. Hofer und Lidl) beläuft sich der Umsatz von Kaffee Total laut Nielsen auf 212,5 Millionen Euro, was im Vergleich zum Vorjahr einer Steigerung von 3,4 Prozent entspricht.

Mag. (FH) Edda Pascher, Client Executive bei Nielsen, geht in ihrer Analyse ins Detail: „Röstbohnenkaffee entwickelt sich positiv. Gründe für die Wertsteigerung liegen aber nicht nur in den  Preissteigerungen, sondern auch im Trend zu den höherpreisigen Segmenten Portionspackungen und Espresso, während Filterkaffee weiter an Bedeutung verliert. Die Ganze Bohne profitiert von der steigenden Nutzung von Kaffee-Vollautomaten, während gemahlener Kaffee ausschließlich über Preissteigerungen wächst. Die großen Marken dominieren und entwickeln das Segment der Portionspackungen weiter. Löslicher Bohnenkaffee sowie lösliche Spezialitäten verzeichnen jedoch Rückgäng

Nachhaltigkeit ist top

Auch im Handel bestätigt sich dieses Bild, wie Zielpunkt-Marketingleiterin Mag. Jeanne Ligthart schildert: „Aufgrund der Espressomaschinen liegt der Trend nach wie vor bei der ‚Ganzen Bohne‘. Kapseln und Pads legen aber auch stark zu.“ Bei Spar trägt man dieser Entwicklung unter anderem mit dem Vertrieb der Cremesso Kapselautomaten Rechnung, wie Unternehmenssprecherin Mag. Nicole Berkmann betont: „Wir sind die einzigen im österreichischen Lebensmittelhandel, die die aluminiumfreien Kapseln führen.“ Damit spricht sie zudem das Bedürfnis der Konsumenten nach nachhaltigen Produkten an, das auch bei Rewe International AG ein großes Thema ist. Unternehmenssprecherin Mag. Corinna Tinkler: „Mit dem Launch des Ja!Natürlich-Kaffees initiierte Österreichs größte Bio-Marke ein eigenes Projekt zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Kaffeebauern. Mit Bio-Zuschlägen, gerechten Preisen über dem Börsenrohstoff-Markt und Abnahmegarantien schafft Ja!Natürlich eine wichtige Basis für die Sicherung der Lebensgrundlagen.“ Dass Nachhaltigkeit bei den Konsumenten also hoch im Kurs steht, belegen auch die erfreulichen Ergebnisse der Organisation Fairtrade: „Im 1. Halbjahr 2009 wurden in Österreich 530 Tonnen Fairtrade-Kaffee verkauft, das bedeutet ein Plus von 15 % im Vergleich zum 1. Halbjahr 2008. Diese Zahlen zeigen, dass sich die Konsumentinnen und Konsumenten auch in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten für fair gehandelte Produkte entscheiden und eine nachhaltige Wirtschaft unterstützen wollen“, so Fairtrade-Österreich-GF Mag. Hartwig Kirner.

Boom bei Kapseln, Pads & Espresso

Ebenso wie der Handel orten auch die Hersteller neben dem Thema Nachhaltigkeit eine Tendenz zu Vollautomatenkaffee, Kapseln und Pads. Kraft Foods Österreich bietet deshalb etwa mit seinem Heißgetränkesystem Tassimo eine große Vielfalt an Kaffeesorten an, die auf Knopfdruck kinderleicht zuzubereiten sind. Pressesprecherin Barbara Blohberger: „Mit der ersten Sorte Tiramisu der Produktlinie Jacobs Süßer Genuss, die ab heuer alljährlich im Herbst eine neue Spezialität für ein Jahr in den Handel bringt, erweitert Tassimo sein reichhaltiges Heißgetränkesortiment um eine weitere schmackhafte Variante.“

Florian Goldegg, zuständig für das Marketing bei Segafredo, sieht den Trend zu Kapseln, Pads und Vollautomaten ebenfalls: „Segafredo Zanetti wird beiden Trends durch ein Produktsortiment mit 1.000-g-Bohnenkaffee und Pads gerecht.“

Dass durch den Boom der Kapselsysteme durchaus der Espresso gefördert wird, freut Walter Mayer, Verkaufsleiter der heimischen Illy-Generalvertretung espresso caffè besonders: „Espressokultur ist für uns die wahre Kaffeekultur und erfreulicherweise im Aufwind.“ Weiter meint er: „Die Kapseln stehen in erster Linie für Convenience, sichern aber qualitative Mindeststandards, weil die richtige Kaffeemenge luftdicht abgepackt wird.“ Mit der Innovation „Metodo Iperespresso“ (Espressokapseln) verspricht Illy perfekten Espressogenuss mit viel Creme. Das Wachstum im Espressosegment gefällt auch Meinl-Marketingmanager Stefan Trojer: „Wir erwarten eine Zunahme der Einzelportionssysteme und vor allem auch ein wachsendes Bewusstsein für die hochqualitative Zubereitung des  Kaffees mit ganzen Bohnen bzw. Espresso-Bohnen. Sie werden in guten Kaffeeautomaten frisch gemahlen und garantieren dann die perfekte Zubereitung eines Espressos, einer Melange oder eines Verlängerten.“  Für Meinl spricht Trojer in diesem Segment von einer „sehr guten Entwicklung“.

Heikle Rohstoffpreise

Trotz Marktwachstum ist die Rohstoffpreissituation immer noch sehr angespannt. Bei der Eduscho (Austria) GmbH, die laut GF Harald J. Mayer, mit ihren drei Top Marken Tchibo, Eduscho und Cafissimo führend am österreichischen Röstkaffeemarkt ist und im Jahr 2008 einen Bruttoumsatz von rund 320 Millionen Euro erzielte, zeigt man sich betroffen: „Die Rohkaffee-Preise sind besonders in den letzten Monaten des heurigen Jahres gestiegen. Rückläufige Rohkaffeepreise sind zur Zeit nicht abzusehen. Das spekulative Element zeigt wenig Motivation, die Dollar-Euro-Parität ist wohl weiter ein spielbestimmender Faktor in der Kalkulation. Die Kaffeeröster müssen nicht nur Transport- und Energiekosten, sondern alle kalkulatorischen Elemente präzise beobachten.“ Auch Mag. Jean-Louis Varvier, Business Manager Coffee & Beverages beim Spezialisten für löslichen Bohnenkaffee Nestlé, der über alle Kategorien hinweg mit starken Marken wie Nescafé, Nescafé Dolce Gusto, Nescafé Xpress und Nescafé to go, kräftig mitmischt, beurteilt die Situation als bedenklich: „Mehr als nur Preissteigerungen weiterzugeben ist Nestlé stets bemüht, Konzepte auf die Beine zu stellen, die für eine nachhaltige Wertschöpfung sorgen. Manche Preisanpassungen sind allerdings unabdingbar, um längerfristig Topqualität zu gewähren.“ Mag. Gerald Steger, Vorsitzender der Geschäftsführung von café+co, dem führenden Kaffee- und Automaten-Caterer in Österreich sowie Zentral- und Osteuropa, gibt ebenfalls keine Entwarnung: „Die Situation am Rohkaffee-Markt bleibt spannend. Die Ernte 2008/09 liegt auf Grund schlechter Witterungsbedingungen unter den Prognosen, und zwar nicht nur in Kolumbien, sondern nun leider auch in Brasilien. Vor allem hinsichtlich der Qualität wird 2008/09 sicher kein Rekordjahr. In Kombination mit der steigenden Nachfrage, insbesondere in Asien, wird das den Preisdruck für Qualitätskaffee erhöhen.“

Lesen Sie hier alles Wissenswerte zu den Kaffee Produkt-News:

Nestlé
Tchibo/Eduscho
Lavazza
Hornig
Meinl
Wedl/Testa Rossa
Dallmayr

Dateien:
Kaffee_Tab.xls

Usermeinung

Norbert Wennmacher, 04.12.2009, um 15:40 Uhr:
Kaffee und espresso aus Pads und Kapseln schmeckt synthetisch, also eigentlich garnicht. Wiese bauen die Hersteller keine Espressomaschinen wie früher, wo durch Dampfdruck ein exelenter Espresso entstand. So hatte man es in der Hand , ob man lieber eine hiesige Marke oder den guten Italienischen Espresso verwendet.