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Öfter krank, aber schnell wieder fit


Kategorie: Handel, Industrie
19.06.2017 von Martin Ross

Der aktuelle BGF-Fehlzeitenreport belegt, dass der langjährige Trend zu Kurzkrankenständen sich fortsetzt.

Durchschnittlich 12,7 Kalendertage verbrachten Österreichs unselbstständig Beschäftigte im Jahresverlauf 2015 im Krankenstand. Das sind um rund 2,5 % mehr als im Jahr davor (12,3 Tage), was auf die Grippewelle im Jänner 2015 zurückzuführen ist. Aber rund 40 Prozent aller erfassten Krankenstandsfälle dauerten kürzer als vier Tage. Gemessen an der Summe der Krankenstandstage ist das Gewicht der Kurzkrankenstände gering und liegt bei 8 % aller krankheitsbedingten Fehlzeiten. Längere Krankenstandsepisoden sind selten − nur 12,5 %  aller Fälle dauerten länger als zwei Wochen.

Alexander Biach, Verbandsvorsitzender im Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger, unterstreicht, dass eine gesunde Arbeitswelt einen wesentlichen Beitrag für ein längeres und selbstbestimmtes Leben bei guter Gesundheit leistet: „Die Analyse der Fehlzeiten ist ein wichtiger Ansatzpunkt, Präventionsaktivitäten zielgerichtet noch weiter auszubauen.“ Für den Rückgang der Krankenstandsdauer sind Fortschritte in der Behandlung verantwortlich, aber auch ein passendes Umfeld und eine zufriedenstellende Arbeitssituation.

Es gibt übrigens ein Ost-West-Gefälle: Wie auch in den Vorjahren unterscheiden sich die Krankenstandsquoten im Beobachtungszeitraum auf regionaler Ebene zum Teil erheblich. Salzburg ist seit Jahren das Bundesland mit den geringsten Fehlzeiten, 2015 waren dort die Beschäftigten im Schnitt nur 10,4 Tage im Jahr krank. In Niederösterreich bleiben Arbeitnehmer mit 14 Tagen am öftesten krankheitsbedingt der Arbeit fern, gefolgt von Oberösterreich und Wien mit 13,2 bzw. 13 Tagen. Neben der Wirtschaftsstruktur sind es auch Gründe wie z. B. Altersstruktur der Beschäftigten, Anteil an Teilzeitbeschäftigung, der gesundheitliche Zustand der Bevölkerung, die Arbeitsmarktlage usw., die regionale Unterschiede verursachen.

Der Fehlzeitenreport wird seit 2007 alljährlich für Österreichs unselbstständige Beschäftigte erstellt. Er gibt eine Übersicht über Entwicklung und Verteilung der krankheitsbedingten Fehlzeiten in Österreich.

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