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Darbo
Offene Worte auf „offenen Brief“
Die Rechtsstreitigkeiten zwischen Österreichs führendem Konfitürenerzeuger A. Darbo AG und der deutschen Zentis GmbH & Co. KG gehen in die nächste Runde. Auslöser dafür ist ein angeblich offener Brief von Zentis mit dem Titel "Zur Sache, Herr Darbo!" (siehe Datei unten), der allerdings von Peter Ziegler, einem Journalist und Inhaber der Baseler Agentur "Baltext" verfasst wurde. Darin wiederholt Ziegler – dem Anschein nach im Namen von Zentis – sämtliche Vorwürfe (Grenzwertüberschreitungen von Pflanzenschutzmitteln im Zusammenhang mit der Bezeichnung "naturrein", nicht zulässiger Hinweis auf den Etiketten von Darbo Delikatess Powidl "vorsichtig erwärmt und gerührt"), die seit Monaten Gegengestand der rechtlichen Auseinandersetzungen zwischen Darbo und Zentis sind.
Darbo-Vorstandsvorsitzender Mag. Martin Darbo betont im Rahmen einer in Wien abgehaltenen Pressekonferenz: "Dem geforderten Vorschlag 'Zur Sache, Herr Darbo!' komme ich gerne nach. Er bietet mit die Gelegenheit, zahlreiche falsche Behauptungen zu widerlegen. Jeder kann sich selbst ein Urteil über den vorliegenden Rechtstreit und dessen Akteure bilden." Im Bezug auf die oben genannten Vorwürfe betont Darbo, der übrigens am deutschen Markt bei einem wertmäßigen Marktanteil von knapp 2 % hält, weiters: "Unsere Kontrollen reichen von der Überprüfung der eingekauften Früchte bis zum fertigen Produkt. Wir betreiben zwei firmeneigene Labors und lassen regelmäßige Analysen bei akkreditierten, unabhängigen, österreichischen und deutschen Instituten durchführen. Niemals haben Darbo-Konfitüren die zulässigen Grenzwerte an Wirkstoffen überschritten. Wir verkaufen alleine vier Millionen Gläser im Jahr mit Marillen-Konfitüre/Fruchtaufstrich, ohne dass es auch nur zu einer einzigen Beanstandung durch die Behörden gekommen wäre." Laut Darbo wurden außerdem alle 60 von Zentis vorgelegten Analysezeugnisse - die vom Institut für Produktqualität begutachtet wurden, dessen lebensmittelrechtlicher Beirat Zentis-Anwalt Prof. Dr. Hansjürgen Tuengerthal ist -, der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungsschutz (ARGES) vorgelegt, die im Gegensatz zum Institut keine Überschreitungen erlaubter Grenzwerte feststellen konnte.
Des weiteren zeigt sich das österreichische Unternehmen gerne gesprächsbereit und legt es – so Darbo – nicht auf "unnötige Streitereien" an. Deshalb unterschrieb Darbo kürzlich eine Vereinbarung, im Zuge dieser sich das Unternehmen dazu verpflichte, den Etiketthinweis beim Darbo Delikatess Powidl "vorsichtig erwärmt und gerührt" künftig nicht mehr zu verwenden.
Betroffen zeigt sich Darbo weiters im Bezug auf die Anschuldigungen, dass der österreichische Konfitürenspezialist nichts von Chemie und Produktionsprozessen verstehe und dass er selbst seinen Magistertitel mit einem Marketingthema erworben hätte. Darbo: "Ich habe nicht Betriebswirtschaft sondern Jus studiert und meine Diplomarbeit zum Thema 'Die gesellschaftsrechtlichen Rahmenbedingungen in Singapur unter besonderer Berücksichtung der Verwaltungsräte' geschrieben. Das nur zur Glaubwürdigkeit der Informationen."
Zentis beteuert auf Nachfrage von CASH, an einer sachlichen Lösung der inhaltlichen Auseinandersetzungen interessiert zu sein und betont in einer Stellungnahme: "Der von Peter Ziegler zitierte offene Brief ist der Zentis GmbH & Co. KG nicht bekannt. Form und Inhalt des Artikels sind folglich von Herrn Ziegler selbst zu vertreten. Zentis ist dafür nicht verantwortlich, jedoch durch Nennung des Namens in diesem Kontext menschlich und unternehmerisch betroffen. In den offenen juristischen Fragen setzt das Unternehmen auf Klärung durch objektive Mittel. Zentis ist daran interessiert, Schärfe aus der Diskussion zu nehmen. Aus diesem Grund werden wir uns bis zu einer gerichtlichen Entscheidung bezüglich unserer Klagepunkte zu diesen nicht mehr öffentlich äußern. Wir sehen den Urteilen zuversichtlich entgegen. Persönliche Angriffe und unlautere Methoden gehören nicht zum Geschäftsgebaren der Zentis GmbH & Co. KG."


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