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RegioData Research

Reduktion der Verkaufsflächen – neue Studie


Kategorie: Handel
07.08.2017 von Martin Ross

Seit nunmehr dem vierten Jahr in Folge sinkt im österreichischen Einzelhandel die Verkaufsfläche. Heuer sind es immerhin um fast 200.000 m² weniger als im Vorjahr. Bis 2020 wird der stationäre Handel, gemessen am Höchststand 2013, etwa 8 % an Fläche eingebüßt haben.

© Regiodata Research
© Regiodata Research

Auch wenn man im Einzelhandel durchaus gewillt ist zu expandieren, cash.at berichtete, wird im österreichischen die Verkaufsfläche immer kleiner. Dies ergab eine neue Studie von Regiodata, und sie konnte auch drei Trends ausmachen.

Trend 1: Steigende Flächenkosten und steigende Internetumsätze

Während die Internetumsätze nach wie vor steigen und in einigen Branchen schon über ein Viertel des gesamten Umsatzes vom stationären Handel abziehen – besonders betroffen sind Buch, Elektro, Sport –, steigen die Kosten für die Bewirtschaftung der Handelsflächen: Miete, Betriebskosten, Marketingaufwendungen und so weiter. Viele Unternehmen verkleinern daher ihre Betriebstypen oder geben Standorte komplett auf. Neue Großflächen sind extrem selten geworden.

Trend 2: Österreich hat europaweit hohe Verkaufsflächendichte

Obwohl die Tendenz der Verkaufsflächendichte insgesamt deutlich negativ ist, verfügt Österreich momentan mit knapp 1,7 m² pro Einwohner noch immer über eine der höchsten Dichten in Europa. Übertroffen wird dieser Wert derzeit nur von der Schweiz, wo der Dichtewert nur knapp höher liegt. Hinter der Schweiz, Österreich und den Niederlanden liegen Deutschland (1,5 m²), Luxemburg und Norwegen. Die Schlusslichter halten Albanien und die Republik Moldau mit jeweils knapp 0,1 m² pro Einwohner.

Trend 3:  Strukturelle Veränderungen im Einzelhandel

Mehr Flächen für Mode und Drogerie, weniger für Schuhe und Spielwaren: In den einzelnen Branchen des Einzelhandels gibt es bei der Verkaufsflächenentwicklung starke Unterschiede. Während der Modehandel und die Drogerien weiter expandieren, verzeichnen der Schuhhandel und der Spielwarenhandel Rückgänge.

Generell führt die Studie die Verkaufsflächenrückgänge einerseits auf Einzelereignisse großer Marktteilnehmer zurück – bei den Baumärkten Baumax, im Sportartikelhandel SportsDirect, im Lebensmittelhandel Zielpunkt –, andererseits auf die Abwanderung größerer Umsatzanteile ins Internet (Buchhandel, Spielwarenhandel etc., siehe oben Trend 1). Langfristig gesehen werde die Entwicklung vor allem davon abhängen, inwieweit die stationären Handelsflächen ihre Funktion und damit ihren Kundennutzen an die Zeitläufte anpassen können; das simple „Warenherzeigen“ werde künftig zu wenig sein. Die Phase der Verringerung der Verkaufsflächen sei jedenfalls noch nicht zu Ende, jährliche Rückgänge von ein bis zwei Prozent seien auch mittelfristig zu erwarten.

Nachtrag zum Thema Internetumsätze (8.8.2017)

Wer sich schon immer gefragt hat, wo die Onlineeinkauf-Afiçionados daheim sind, bekommt auch dazu von Regiodata die Antwort: Es sind die Briten mit 1.100 Euro Onlineumsatz pro Jahr. Am wenigsten Onlineeinkäufe tätigen die Russen (77 Euro/Jahr) und die Türken (72 Euro/Jahr). Österreich liegt mit 885 Euro jährlichem Onlineumsatz pro Einwohner an der vierten Stelle. Mehr zum Thema und zu den Gründen für die teils doch bemerkenswerten Unterschiede, ist hier nachzulesen.

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