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Schlecker

Schlecker klagt gegen Hersteller auf Schadenersatz


Kategorie: Industrie, Handel, DFH
12.01.2017 von Susan Hasse

Der Insolvenzverwalter von Schlecker fordert von zahlreichen Süßwarenhersteller wegen illegaler Preisabsprachen Schadenersatz.

Schlecker hat 2012 Insolvenz angemeldet. © CASH-Archiv
Schlecker hat 2012 Insolvenz angemeldet. © CASH-Archiv

Zu den Beklagten gehören unter anderem die Süßwarenhersteller Ritter Sport, Haribo und Mondeléz, bestätigte ein Sprecher des Stuttgarter Landgerichts. Auch Nestle soll Schadenersatz zahlen, dem Konzern wurde nach Informationen der LZ lediglich "der Streit verkündet". Die Süßwarenhersteller wurden vom deutschen Kartellamt wegen illegaler Preisabsprachen zu Millionenstrafen verurteilt. Kunden hätten dadurch höhere Preise zahlen müssen.

Auch der im Zuckerkartell verwickelte Zuckerkonzern Südzucker soll Schadenersatz an den Insolvenzverwalter von Schlecker Arndt Geiwitz zahlen. Hier fordert der Anwalt 500.000 Euro Schadenersatz wegen kartellbedingt überhöhter Preise für Haushaltszucker.

Zunächst würden die Schadenersatzansprüche festgestellt werden. Die Höhe des Schadens soll ein Gutachten beziffern, sagt Kai-Thorsten Zwecker von der Kanzlei SGP Schneider Geiwitz. Experten rechnen damit, dass sich die Verfahren sehr lange hinziehen werden.

Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz geht bereits seit Sommer 2016 gegen ehemalige Lieferanten wegen überhöhter Preise durch Absprachen vor. Bereits im Sommer 2016 hatte SGP unter anderem gegen Beiersdorf, Henkel, Unilever, P&G, Tchibo und Melitta Klagen in Höhe von insgesamt rund 311 Mio. Euro wegen der Kartelle im Kaffee-, Waschmittel- und Drogerieartikelbereich eingelegt. Gewitz will so Geld für die Gläubiger des insolventen Drogeristen eintreiben, es stünden noch 1 Mrd. Euro offen, heißt es.

Auch das Verfahren gegen den Inhaber des einst größten europäischen Drogerievetreibers Anton Schlecker geht weiter: Ab März steht Anton Schlecker persönlich vor Gericht. Ihm wird vorgeworfen, sein Vermögen auf illegale Weise vor dem Zugriff der Gläubiger geschützt zu haben.

 

 

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