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Handelsverband

Schlupflöcher bei der Umgehung der Einfuhrumsatzsteuer


Kategorie: ecommerce
21.12.2017 von Manuel Stenger

Laut Handelsverband werden 560 Millionen Pakete pro Jahr auf dem Weg in die EU steuerfrei vorbeigeschleust.

Handelsverband Geschäftsführer Rainer Will. © Stephan Doleschal
Handelsverband Geschäftsführer Rainer Will. © Stephan Doleschal

Ein nicht unbeträchtlicher Teil im Einzelhandel wird online umgesetzt. Bei einigen Lieferungen in die EU wird jedoch mit Tricks die Steuer umgangen, wie der Handelsverband nun in einer Aussendung kritisiert. Die Hälfte des Online-Umsatzes in Österreich wird durch ausländische Händler erwirtschaftet. Bei Lieferungen aus Drittländern unter 22 Euro gilt eine EU-Mehrwertsteuerbefreiung, die Zollfreigrenze liegt bei 150 Euro. Asiatische Händler, so etwa AliExpress, deklarieren daher die Ware oftmals unter diesem Wert, im Inland wird die Ware aber dann mit dem tatsächlichen Warenwert verkauft. Neben dem Umsatzabfluss ins Ausland werden nach Schätzungen des Handelsverbandes 97 Prozent dieser Sendungen gänzlich zoll- und mehrwertsteuerfrei in die EU eingeführt, der restliche Teil oftmals ohne Einfuhrzoll.

„Pro Tag gehen rund neun Millionen Sendungen allein aus China in den weltweiten Cross-Border-Handel, ein Viertel davon nach Europa. Wir sprechen hier also in Summe von 560 Millionen Sendungen jährlich, für die keine Einfuhrumsatzsteuer in Europa entrichtet wird – eine massive Wettbewerbsverzerrung“, betont Geschäftsführer Rainer Will. „Einerseits entgehen dadurch dem Staat Millionen an Steuereinnahmen, andererseits werden heimische Händler aus dem Markt gedrängt, da die asiatische Konkurrenz ihre Billigprodukte durch diese Steuervorteile noch günstiger anbieten kann.“

Die EU hat bereits reagiert, die Mehrwertsteuerbefreiung soll mit 1. Jänner 2021 fallen. Für den Handeslverband zu spät, auch aufgrund der steigenden Umsätze im Onlinehandel. Im Nachbarstaat Schweiz, ein Nicht-EU-Mitglied, wird eine strengere Regulierung schon Anfang 2019 umgesetzt.

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