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Wirtschaftskammer Österreich
Schwarze Umsatzzahlen im österreichischen Einzelhandel

Hannes Mraz, GF der Bundessparte Handel, Fritz Aichinger, neu gewählter Obmann der Bundessparte Handel, und Peter Voithofer, Direktor KMU Forschung Austria, zogen bei der Sommer-Pressekonferenz ein Zwischenresumée betreffend der Situation im österreichischen Einzelhandel in der ersten Hälfte des Jahres 2010.
® WKÖ
Im Rahmen der Sommer-Pressekonferenz präsentierten WKÖ-Handelsobmann KommR Dr. Fritz Aichinger, KMU Foschung Austria-Direktor Mag. Peter Voithofer und Geschäftsführer der Bundessparte Handel Dr. Hannes Mraz die Situation des österreichischen Einzelhandels im ersten Halbjahr 2010. Aichinger bringt die aktuellen Entwicklungen wie folgt auf den Punkt: "Der Einzelhandel in Österreich schreibt im ersten Halbjahr 2010 schwarze Umsatzzahlen."
Im Detail bedeutet das laut KMU Forschung Austria, die für die Auswertung der Daten mehr als 4.500 Geschäfte in Österreich unter die Lupe nahm, dass die stationären Einzelhändler in den ersten sechs Monaten des Jahres 2010 im Vergleich zum Vorjahr bei einem nominellen Umsatzplus von 2,1 Prozent halten und damit rund 24 Milliarden Euro erwirtschaftet haben.
Konsumausgaben privater Haushalte steigen
Positiv auf das Ergebnis wirkten sich laut Voithofer die Konsumausgaben der privaten Haushalte aus und auch Aichinger freut sich, dass "die Kunden dem Handel, der ein großer Dienstleister in Österreich ist, erfreulicherweise die Treue halten." Und weiter meint der neu gewählte Obmann der Bundessparte Handel: "Der Einzelhandel in Österreich ist ein stabilisierender Faktor, denn: verglichen mit dem Gesamtjahr 2009 schwächte sich der Preisauftrieb im Einzelhandel ab, während die allgemeinen Verbraucherpreise wieder stärker gestiegen sind. Erstmals seit dem Jahr 2006 lag die durchschnittliche Preissteigerung im Einzelhandel mit rund 1,2 Prozent wieder unter der Inflationsrate von 1,7 Prozent." Real lag das Umsatzwachstum demzufolge also bei plus 0,9 Prozent.
Um die positive Entwicklung weiter voranzutreiben, sei es - so Voithofer - oberste Priorität, die Kauflust und Kaufkraft der Konsumenten in Österreich zu erhalten und zu fördern. Deshalb dürfen - fügt Aichinger hinzu - "konjunkturschwächende Maßnahmen wie Steuererhöhungen oder die Einführung neuer Steuern nicht zum Tragen kommen."
Größte Preissteigerungen bei Papier/Bucheinzelhandel sowie Schuh- und Spielwareneinzelhandel
Differenziert nach Branchen finden sich die höchsten Preissteigerungen mit jeweils knapp 4 Prozent im Papier/Bucheinzelhandel sowie im Schuh- und Spielwareneinzelhandel. Im Lebensmitteleinzelhandel (-0,2 %), im Bekleidungseinzelhandel (+0,1 %) und im Radio-, Elektro-, EDV- und Fotoeinzelhandel (+0,1 %) zeigten sich hingegen im Vergleich zum Vorjahr nur geringfügige Änderungen.
Umsatzmäßig erreichte der Schuheinzelhandel mit plus 9 Prozent das höchste nominelle Umsatzplus, gefolgt vom Spielwareneinzelhandel (+5,7 %) und dem Radio-, Elektro-, EDV- und Fotoeinzelhandel (+5,0 %). Nominelle Umsatzrückgänge gab's lediglich im Papier- und Bucheinzelhandel (-0,8 %).
Beschäftigtigungszuwachs zu verzeichnen
Weiters positiv stellt sich die Situation der im Einzelhandel Beschäftigten dar, deren Zahl sich im Durchschnitt des Halbjahres 2010 auf über 260.000 Mitarbeiter (exklusive Tankstellen und geringfügig Beschäftigte) beläuft. Das heißt, dass der Einzelhandel seine Beschäftigtenzahlen halten bzw. sogar steigern konnte. Im Handel insgesamt (Groß-, Einzelhandel und Kfz-Wirtschaft) arbeiten in Österreich aktuell mehr als 560.000 Menschen.
Obwohl die Umsatzentwicklung im ersten Halbjahr 2010 in Summe ein erfreuliches Bild zeigt, ist nach wie vor eine Polarisierung im Einzelhandel spürbar. Denn 30 Prozent der Standorte mit einem Umsatzwachstum von mehr als 10 Prozent stehen 19 Prozent mit einem Minus von mehr als 10 Prozent gegenüber. Mit 53 Prozent spricht aber die Mehrheit der Geschäfte von Erlöszuwächsen, während 40 Prozent Umsatzrückgänge verzeichneten und 7 Prozent eine Stagnation meldeten.
Die aktuelle Einzelhandelssituation stimmt die Einzelhändler aber in jedem Fall optimistisch, denn auch wenn 3/4 der Befragten keine Veränderung der Lage erwarten, rechnen 22 Prozent mit einer Verbesserung (Vgl. 2009: 8 %) und nur 6 Prozent (Vgl. 2009: 19 %) mit einer Verschlechterung der Situation.

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