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Nielsen
Verbrauchervertrauen in Österreich leicht gedämpft
Rubrik: Studien, Aktuell
Übriggebliebenes Geld wird fürs Sparen und für Schuldenrückzahlungen verwendet - Sorgen um Wohnnebenkosten, Lebensmittel- und Benzinpreise
Die Probleme in Griechenland und die damit verbundene Diskussion rund um den Euro haben ihre Spuren hinterlassen. Nach einer Rallye im Jahr 2010 ist das Vertrauen der Verbraucher in Österreich im 2. Quartal 2011 leicht zurückgegangen, bleibt aber dennoch auf hohem Niveau. Dies belegt eine internationale Studie, bei der Nielsen im Zeitraum Mai/Juni 2011 rund 31.000 Online-User aus mehr als 50 Ländern – darunter 500 aus Österreich – befragte.
Das Verbrauchervertrauen in Österreich ist leicht rückläufig, befindet sich im Langzeittrend aber weiter auf hohem Niveau. Mit 94 Punkten liegt der Index für das Vertrauen der Verbraucher immer noch über den Werten während der Krise. Auch weltweit (89 Punkte) ist das Vertrauen leicht zurückgegangen. Dies liegt vor allem an rückläufigen Entwicklungen im Mittleren Osten & Afrika sowie im Raum Asien/Pazifik. In Europa sorgen vor allem Länder wie Portugal oder Griechenland für einen relativ geringen Durchschnittswert (74 Punkte). Auch in Deutschland und der Schweiz ist das Vertrauen leicht gesunken, die Schweiz ist aber weiterhin im Spitzenfeld, mit Platz 6 weltweit und Platz 1 in Europa. „Schwache Konjunkturdaten und verlangsamte Produktionsleistung und Inflation in Asien, eine Intensivierung der Schuldenkrise in Europa und anhaltende politische Instabilität im Nahen Osten zusammen mit steigenden Haushaltsausgaben in den USA zeigen weltweit Auswirkungen auf das fragile Vertrauen der Verbraucher. In Relation zu den täglichen Nachrichten ist das Bild, das sich in Österreich zeigt, durchaus positiv zu betrachten“, erklärt Petra Kacnik, Director Consumer Research Nielsen DACH.
Wenn auch die Einschätzungen von Berufsaussichten, finanziellen Perspektiven und der Anschaffungsbereitschaft gegenüber dem Vorquartal zwar leicht zurückgegangen sind, liegen sie immer noch bei oder über den Werten von Ende 2010. Mehr als 55 Prozent der Konsumenten in Österreich schätzen ihre Berufsaussichten und ihre finanzielle Situation in den kommenden zwölf Monaten als gut ein. Zwar sinkt auch die Ausgabenbereitschaft und Anschaffungsneigung vieler Verbraucher gegenüber dem Vorquartal, dennoch sieht immer noch mehr als ein Drittel der Konsumenten einen guten Zeitpunkt für Anschaffungen.
Geld, das nach Deckung der Fixkosten übrig bleibt, wird vor allem zum Sparen und Abzahlen von Schulden ausgegeben: Zwar steht an erster Stelle Urlaub/Reisen mit 39 Prozent Nennungen, dann folgen aber schon Spareinlagen sowie das Abzahlen von Schulden (jeweils 33%). An dritter Stelle denken Konsumenten in Österreich an den Kauf neuer Kleidung (30%).
Lebensmittel werden weiter als Sparpotenzial wahrgenommen. 74 Prozent der Befragten gaben an, dass sie günstigere Lebensmittel gekauft haben, um im Budget zu bleiben. Weiters sparen Konsumenten in Österreich bei Take-Away Mahlzeiten (66%), beim Kauf neuer Kleidung (61%) und bei (Kurz)Urlauben (49%). Das ist nicht unbedingt ein Widerspruch: Wenn Geld und Kauflaune vorhanden sind, geht der Konsument zum Beispiel gerne mal Kleidung „shoppen“. Wenn es dagegen eng wird im Budget, greift man eben zu günstigeren Angeboten oder trägt gleich das Vorjahresmodell noch ein wenig länger.
Die größten Sorgen und Ängste der Verbraucher in Österreich drehen sich um steigende Wohnnebenkosten (25% Nennungen), Lebensmittelpreise (19%) und die wirtschaftliche Lage (18%). Auch bei den Verbrauchern in Europa stehen steigende Wohnnebenkosten (24%) und Lebensmittelkosten (19%) ganz oben auf der Sorgenliste, gefolgt von der wirtschaftlichen Lage (18%).


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