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Wandel im Handel bis zum Jahr 2030


Kategorie: Handel, ecommerce, Studien
04.08.2017 von Claudia Baumann

Online und stationär tätige Einzel- oder Großhändler prognostizieren für den Handel eine digitale Zukunft. Allerdings soll die Entwicklung bis zum Jahr 2030 nur schleppend voranschreiten.

© Bitkom / Bitkom Research
© Bitkom / Bitkom Research

Eine Umfrage von Bitkom Research hat ergeben, dass sich die Handelsbranche mit Blick auf das Jahr 2030 als sehr fortschrittlich einschätzt. So meinen 65 Prozent der befragten Händler, dass beim Verlassen des Geschäfts das Bezahlen automatisch ablaufen wird. Für 61 Prozent der Teilnehmer wird der Laden zu einem Showroom umfunktioniert worden sein. Die Produkte werden dann im Laden getestet und später im Online-Shop des Händlers bestellt oder gekauft. Für mehr als die Hälfte der Befragten (53 Prozent) werden die Waren im Jahr 2030 über Virtual Reality erlebbar sein und nicht mehr nur im stationären Handel. Zudem wird von 40 Prozent vorhergesehen, dass der stationäre Handel 24/7 geöffnet sein wird.

Gegenwärtig besteht Nachholbedarf bei der Digitalisierung
Diesen Visionen gegenüber steht allerdings die Gegenwart, wie auch Bitkom-Handelsexpertin Julia Miosga bestätigt: "Mit Blick in die Zukunft zeigen sich die Händler zwar fortschrittlich. Allerdings gibt es bis dahin noch viel Nachholbedarf." Miosga ergänzt: "Der Handel in anderen Ländern ist hier schon deutlich weiter. Was hierzulande noch als Vision gilt, ist andernorts schon Standard." 77 Prozent der Händler erkannten für sich einen Nachholbedarf in der Digitalisierung ihres Geschäftsmodells. Von elf Prozent der Teilnehmer wurde etwa angegeben, dass sie keine eigene Homepage besitzen. Wird der Blick auf ausschließlich stationäre Verkäufer gerichtet, so verfügt rund jeder Dritte (36 Prozent) über keinen Internetauftritt. Jeder vierte Händler (28 Prozent) ist derzeit nicht bei Google, Google Maps, Gelbeseiten.de oder werliefertwas.de auffindbar. Auch die sozialen Netzwerke werden bisher nur wenig genützt. Nur drei von zehn Händlern (30 Prozent), verwenden diesen Weg um ihr Unternehmen oder ihr Angebot bekannter zu machen. "Diese einfache Möglichkeit, auf sich aufmerksam zu machen und Kunden anzusprechen, sollten Händler nicht unnötig verschenken. Fast jeder ist heute online, auch mobil. Darauf sollten die Händler reagieren und die Kunden genau da abholen, wo es für diese am unkompliziertesten ist", berät und ermahnt Miosga die Nachzügler gleichzeitig.

Näheres zur Umfrage:
Zur Erlangung der Ergebnisse wurde sowohl online wie offline eine Umfrage durchgeführt. Befragt wurden 530 Händler im Groß- und Einzelhandel, von denen 150 Händler ausschließlich stationär verkaufen. Im Auftrag des Digitalverbands Bitkom übernahm Bitkom Research die Durchführung.

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