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Was bringen Sepa Instant Payments für Händler?


Kategorie: ecommerce, Handel
12.09.2017 von Martin Ross

Geht es nach der Europäischen Zentralbank, könnte das Verfahren Sepa Instant Payments schon Ende 2017 bei ersten Banken laufen. Aber was bringt es dem Handel?

Mobile Echtzeitzahlung statt Karte mit Unterschrift? © Tim Reckmann / pixelio.de
Mobile Echtzeitzahlung statt Karte mit Unterschrift? © Tim Reckmann / pixelio.de

GS1 Germany befragte Handelsunternehmen zu den Chancen von Sepa Instant Payments, einer Zahlungsmethode, mit der Überweisungen in Echtzeit möglich sind. Das funktioniert bei Transaktionen von einer Person zur anderen, bietet aber auch Potenzial für den Handel. 37 große stationäre und Online-Handelsunternehmen hat man gefragt (1. HJ 17), wie sie die Chancen und Herausforderungen einschätzen, die das neue Zahlverfahren mit sich bringt. Fazit: Händler erwarten mehr Schnelligkeit, weniger Kosten und das Ende des risikobehafteten Lastschriftverfahrens.

Der Handel ist von den Vorteilen der Sepa Instant Payments überzeugt. „Die große Mehrheit schätzt, dass Gutschriften sofort erfolgen, Interchange-Gebühren wegfallen und das Geld garantiert verfügbar ist“, erklärt Ercan Kilic, Abteilungsleiter Mobile Commerce + Financial Services bei GS1 Germany. „Bei Überweisungen und Lastschriftverfahren liegen meist zwei bis drei Tage zwischen dem Bezahlen und dem Zeitpunkt, an dem das Geld auf dem eigenen Konto eingetroffen ist. Bis dahin gehen Händler in das Risiko, dass ein Konto nicht gedeckt ist oder der Kunde eine Zahlung zurückruft“, so Kilic. Bei Sepa Instant Payments würde diese Risiken entfallen.

Gemeinsame Standards

Mehr als die Hälfte der Händler geht davon aus, dass Sepa Instant Payments das Ende des Lastschriftverfahrens einläuten. Am stationären Point of Sale könnte das für Kunden bedeuten, dass es keine Kartenzahlung mit Unterschrift mehr gibt, so GS1 in einer Aussendung. „Stattdessen wird dann das Mobiltelefon gezückt und per Klick eine Echtzeitüberweisung angestoßen“, ist Kilic überzeugt. Weiters waren sich alle Händler einig, dass es ohne Standards nicht geht. Daher haben sich die am Paymentprozess beteiligte Banken und Händler bereits Anfang 2017 gemeinsam mit GS1 Germany getroffen und drei Arbeitsgruppen mit dem Ziel ins Leben gerufen, Standards für die verschiedenen Prozesse zu vereinbaren.

Zahlen muss einfach sein

Nicht nur vorhandene Standards und die Ausstattung mit der passenden Technologie entscheiden darüber, ob sich Echtzeitzahlungen durchsetzen. „Am Ende hat es der Konsument in der Hand“, gibt Kilic zu bedenken. „Über die Hälfte der Händler sehen sich in der Pflicht, die Kommunikation zum Endkunden gemeinsam mit den Banken zu treiben. Verbraucher müssen über die Vorteile und das Verfahren von Sepa Instant Payments aktiv informiert werden.“ Die Erfahrung mit anderen im Handel eingeführten Zahlverfahren zeigt auch, dass Sepa Instant Payments in erster Linie einfach sein müssen, damit sie angenommen werden.

Am 13. und 14. September 2017 informiert GS1 Germany auf der dmexco in Köln über Möglichkeiten, sich über Mobile Commerce und Sepa Instant Payments mit anderen Unternehmen auszutauschen und an Standards zu arbeiten: dmexco, KölnMesse, Halle 7.1, Gang E, Stand Nr. 045.

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