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Renata Petovska/Julius Meinl Austria

Wiener Kaffeehauskultur für alle

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Renata Petovska, Julius Meinl Austria Managing Director
® Johannes Brunnbauer

® Julius Meinl

Rubrik: Industrie, Interviews

29.04.10 von Michaela Schellner

Im CASH-Interview freut sich Julius Meinl Austria-Managing Director Mag. Renate Petovska über das steigende Bewusstsein der Konsumenten für qualitativ hochwertigen Kaffee und die schöne Performance in der Gastronomie.

CASH: Frau Petovska, als Managing Director bei Julius Meinl Austria zeichnen Sie für die gesamte Product Range – Kaffee, Tee und Marmelade – verantwortlich. Wie zufrieden sind Sie mit dem letzten Geschäftsjahr bzw. mit der derzeitigen Entwicklung?

Renata Petovska: Natürlich war 2009 – wie wahrscheinlich für die meisten Unternehmen weltweit – auch für Julius Meinl ein herausforderndes Jahr. Dennoch sind wir mit der Geschäftsentwicklung sehr zufrieden, da wir in all unseren Tätigkeitsfeldern gut performt haben. In Summe hat Julius Meinl Austria im vergangenen Jahr 54 Mio. Euro erwirtschaftet.

Sie sind ja sowohl im Handel als auch in der Gastronomie tätig. Wie verteilt sich denn der genannte Umsatz auf diese beiden Geschäftsfelder?

Julius Meinl Austria generiert derzeit in Österreich etwa 45 Prozent mit dem Retail-Geschäft und 55 Prozent entfallen auf unser Kerngeschäft, den HoReCa-Bereich (HOtel/REstaurant/CAfé oder auch HOtel/REstaurant/CAtering, Anm. d. Red.). Im Handel konnten wir sowohl unseren Marktanteil als auch unseren Umsatz auf Vorjahresniveau halten, die größten Erfolge erzielten wir aber in der Gastronomie. Denn dort sind wir trotz der schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen im einstelligen Prozentbereich gewachsen und das obwohl die Durchschnittsmengen, die wir an die einzelnen Kunden geliefert haben, krisenbedingt zurückgegangen sind. Dies konnten wir aber ausgleichen, indem wir – auch aufgrund unserer Kaffee-Innovation Julius Meinl 1862 Premium – viele Neukunden in der gehobenen Gastronomie dazugewonnen haben.

Wo liegen die Stärken dieser Innovation?

Julius Meinl 1862 Premium ist ein ganzheitliches Konzept für die gehobene, qualitätsbewusste Gastronomie, mit dem wir 2009 auf den Markt gekommen sind. Es vereint innovative Technologie, einzigartiges Design sowie außergewöhnlichen Kaffee und baut damit eine Brücke zwischen Tradition und Moderne. Mit diesem weltweit neuen Konzept ist es jetzt möglich, den speziellen Julius Meinl 1862 Premium Espresso portionsweise für jeden Gast frisch zu mahlen. Mittlerweile vertrauen etwa 150 Kunden auf Julius Meinl 1862 Premium und unsere Botschafterkompetenz in Sachen traditionelle Wiener Kaffeehauskultur und bis Ende des Jahres 2010 wollen wir weitere hundert für uns gewinnen.

In der Gastronomie setzen Sie also verstärkt auf Espresso, verfolgen Sie diesen Weg auch im Handel?

Ja, auf jeden Fall, denn Espresso liegt sowohl in der Gastronomie, als auch im Handel im Trend. Wir konnten in diesem Segment umsatzmäßig um 20 Prozent wachsen, was sicherlich auch auf unsere starke Position in der Gastronomie zurückzuführen ist. In Anbetracht dieser erfreulichen Entwicklung werden wir unseren Fokus auch 2010 darauf legen.

Orten Sie außerdem noch andere Trends?

Wir spüren ein Bedürfnis der Konsumenten nach nachhaltigen Produkten. Dieses greifen wir im HoReCa-Bereich zum Beispiel durch einen eigenen Fairtrade Kaffee auf. Aber bereits die Gründer von Julius Meinl haben schon lange bevor dies medial thematisiert wurde erkannt, dass soziale Verantwortung auf der einen Seite und Umweltschutz auf der anderen Seite extrem wichtig ist. Nachhaltigkeit ist bei Julius Meinl seit fast 150 Jahren Teil der gelebten Unternehmenskultur und wird auch zukünftig eine große Rolle spielen.
Abgesehen davon würde ich aber sagen, dass die Konsumenten verstärkt Wert darauf legen, qualitativ hochwertigen Kaffee zu konsumieren und zwar sowohl im Kaffeehaus, als auch zu Hause.

Neben Kaffee zählen auch die Segmente Tee und Marmelade zu Ihrem Verantwortungsbereich. Welche Schwerpunkte setzen Sie hier?

Also mit dem Teegeschäft sind wir zufrieden, haben aber hier derzeit nichts Neues geplant. Marmelade hingegen forcieren wir nach wie vor. Im letzten Jahr gab es in diesem Bereich einen großen Geschmack- und Designrelaunch, der ein wichtiger Schritt war, um die hohe Qualität unserer Konfitüren zu unterstreichen. Heuer bringen wir im Laufe des Jahres neben verschiedensten klassischen Limited Editions auch eine limitierte Bio-Range in vier verschiedenen Sorten in den Handel.

Mit Ihren Produkten sind Sie in den verschiedensten Vertriebskanäle vertreten. Was sind dabei Ihrer Meinung nach die größten Erfolgsparameter?

Das wichtigste ist natürlich die Top-Qualität unserer Produkte. Im Segment Kaffee haben wir den Vorteil, dass unser Unternehmen in die Wiener Kaffeehauskultur eingebettet ist. Und das ist etwas, wofür kein anderer Player am Markt steht. Wir verkaufen eben nicht nur Kaffee, sondern machen das Leben unserer Konsumenten lebenswerter, indem wir ihnen zusätzlich zum Genuss der Tasse Kaffee auch Atmosphäre, Inspiration und Emotion anbieten.

Vielen Dank für das Gespräch.