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WKÖ: Steuerschlupflöcher in Österreich besser vermeiden


Kategorie: Handel, ecommerce
14.06.2017 von Manuel Stenger

Ein neuer OECD-Vertrag sieht vor, dass Auslieferungslager internationaler Player wie Amazon künftig steuerpflichtig geregelt werden. Für die WKÖ ist dieser Beschluss aber zu kurz gefasst.

Iris Thalbauer, Geschäftsführerin der Bundessparte Handel in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). © Foto Wilke
Iris Thalbauer, Geschäftsführerin der Bundessparte Handel in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). © Foto Wilke

Auslieferungslager von internationalen Onlinehändlern wie Amazon sind derzeit noch Hilfsstätten und fallen so nicht unter den Begriff einer steuerpflichtigen Betriebsstätte. Um Steuerschlupflöchern einen Riegel vorzuschieben, haben am 7. Juni 2017 68 Staaten (darunter auch Österreich) einen völkerrechtlichen Vertrag für ein neues multilaterales Instrument der OECD unterzeichnet, das 2018 in Kraft treten soll. Bis jetzt mussten Händler nur Ertragssteuer am Sitz des Unternehmens entrichten, nicht aber im Land des Auslieferungslagers. Während heimische Unternehmen 25 Prozent Ertragssteuer zahlen müssen, entfallt dieser Steueranteil bei internationalen Händlern am Standort des Auslieferungslagers.

Auch wenn ein erster Schritt getan ist, bleibt Iris Thalbauer, Geschäftsführerin der Bundessparte Handel in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), skeptisch: „Aus Sicht des österreichischen Handels ist das neue multilaterale Abkommen aber maximal ein Zwischenschritt zur Verhinderung von unfairer Steuervermeidung.“ Das Problem: In Österreich befinden sich keine Hilfsstätten, jedoch in angrenzenden Ländern. Händler wie Amazon beliefern so zum Beispiel österreichische Kunden aus Deutschland. Die Steuern fallen daher nicht hierzulande an, auch wenn der Konsument in Österreich sitzt. Thalbauer weiter: „Eine Lösung aus Sicht des Handels wäre zum Beispiel, einen Besteuerungsanknüpfungspunkt in Österreich durch die Online-Präsenz zu schaffen. Konkret könnte nach Überschreitung einer bestimmten Umsatzschwelle oder einer bestimmten Anzahl an online abgeschlossenen Verträgen ein Besteuerungsrecht in Österreich begründet werden. Hier werden wir als Bundessparte Handel auf eine praxisnahe Lösung im Finanzministerium drängen.“

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