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Verein für Konsumenteninformation

15. März, Weltverbrauchertag


Kategorie: Handel, Industrie
15.03.2019 von Martin Ross

2018 war für den Verein für Konsumenteninformation (VKI) ziemlich arbeitsintensiv: Insgesamt hat man 294 Verfahren geführt, darunter Musterprozesse, Abmahnungen, Verbandsklagen und Sammelklagen.

© cash.at
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Auch wenn einem diese Bilanz nicht so positiv erscheinen mag, solange es im Sinne der Konsumenten ist, ist das für Institutionen wie dem VKI ein Erfolg. Die Quote der abgeschlossenen Verfahren lag bei mehr als 90 Prozent. In das Jahr 2018 fiel auch der Startschuss für die bisher größte Sammelklagsaktion der Zweiten Republik: 16 Sammelklagen wurden bei den 16 Landesgerichten Österreichs gegen die VW AG eingebracht. Vertreten werden rund 10.000 Geschädigte. Der Gesamtstreitwert liegt bei 60 Millionen Euro.

2018 hat der VKI 58.000 Verbraucherberatungen durchgeführt und über 1.000 Mal für Betroffene die Korrespondenz mit Unternehmen übernommen. Insgesamt 3,4 Millionen Euro konnten die am „Energiekosten-Stop“ teilnehmenden Haushalte im letzten Jahr einsparen, und man hat 134 Tests und Reports von den Experten des Hauses erstellt, die dann im Testmagazin „Konsument“ und auf www.konsument.at veröffentlicht wurden. „Wir tun unser Bestes, um Konsumentinnen und Konsumenten ein reichhaltiges Informations- und Beratungsangebot zu bieten und sie bei der Rechtsdurchsetzung zu unterstützen“, betont VKI-Geschäftsführer Mag. Dr. Rainer Spenger, „auch wenn wir derzeit im Hinblick auf einer sich im Wandel befindlichen Konsumwelt in einem besonders fordernden Umfeld arbeiten.“

Transnationale Arbeit

Die Digitalisierung, sprich: der Onlinehandel bringt es mit sich, dass der Blick über die Landesgrenzen hinweg auch im Bereich der Klagstätigkeit des VKI eine immer größere Rolle spielt. Das zeigt sich nicht nur an Verfahren gegen Amazon und Zalando, sondern besonders deutlich anhand des oben erwähnten Beispiels VW: Die Sammelklagen behandeln die Frage, ob eine Zuständigkeit in Österreich oder Deutschland gegeben ist. Diese formalistische Frage mag zunächst ohne große Konsequenz erscheinen, ist allerdings für die betroffenen Konsumenten für die Durchsetzung ihrer Rechte von nicht zu unterschätzender Relevanz. Doch auch in anderen Fällen, wie etwa jenem der schadhaften Brustimplantate der französischen Firma PIP, der MPC-Schifffonds oder rund um ein Verfahren gegen Zahlungsbedingungen der Deutschen Bahn, arbeitet der VKI in den letzten Jahren über die Grenzen Österreichs hinweg.

Verbraucherbildung ist notwendig

„Eine besondere Herausforderung stellt für uns aber natürlich auch die Verbraucherbildung dar“, betont Rainer Spenger. „Besonders bei den Jüngsten ist es wichtig, dass sie früh jene Kompetenzen erwerben, die sie zu überlegten (Kauf-)Entscheidungen ermächtigen. Deshalb haben wir beispielsweise das Projekt ‚Konsument in der Schule‘ gestartet, bei dem wir eng mit dem Lehrpersonal kooperieren und gezielt ein jüngeres Publikum ansprechen möchten. Doch gleich welchen Alters Verbraucherinnen und Verbraucher sind: Unser Anliegen ist es, Jung und Alt gut in eine künftig zunehmend digitalisierte, ‚smarte‘ Konsumwelt zu begleiten, wobei auch wir selbst als Verein stets zur Veränderung und Erneuerung gezwungen sein werden. Was aber jetzt und künftig gleichbleiben soll: Das Augenmerk auf unsere Grundwerte: Unabhängigkeit, Unbestechlichkeit und Objektivität.“

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