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Wirtschaftskammer Wien

62 Mio. Pakete per anno


Kategorie: Industrie, Handel, ecommerce, Studien
02.07.2018 von Manuel Stenger

Laut einer KEP-Studie erbringen KEP-Dienste in Wien diese jährliche Leistung. Vor zehn Jahren ein kleiner Markt, hat sich die Branche gut entwickelt. Den Hauptanteil für’s Geschäft trägt der B2B-Markt.

Rainer Trefelik, Spartenobmann Handel WKW, und Davor Sertic, Spartenobmann Transport & Verkehr WKW © WKW/Vorauer
Rainer Trefelik, Spartenobmann Handel WKW, und Davor Sertic, Spartenobmann Transport & Verkehr WKW © WKW/Vorauer

Logistikdienstleister im Bereich Kurier-, Express- und Paketdienste (KEP-Dienste) haben in Wien viel zu leisten: Wie der „KEP-Dienste in Wien Branchenreport 2017“ zeigt, wurden 2016 täglich durchschnittlich 170.000 Sendungen pro Tag ausgeliefert. Jährlich ist das eine Menge von 62 Millionen Paketen. 2016 haben die KEP-Dienstleister damit einen Umsatz von 307 Millionen Euro eingefahren.

Präsentiert wurden die wichtigsten Ergebnisse der Studie von Davor Sertic, Spartenobmann Transport & Verkehr, und Rainer Trefelik, Spartenobmann Handel. Laut Sertic hat sich der KEP-Markt gut entwickelt: „Vor zehn Jahren war diese Sparte noch ein kleiner, überschaubarer Markt.“ Heute haben die vier größten KEP-Dienstleister einen Marktanteil von mehr als 70 Prozent. Deutlich zu spüren war der Markteintritt von DHL Paket in Österreich – von 2015 auf 2016 erhöhte sich das Sendungsvolumen um 42,3 Prozent.

Sertic begrüßt vor allem Initiativen, bei denen Wirtschaft und Politik logistische Lösungen gemeinsam vorantreiben. Genannt wurde das Projekt „Logistik 2030+“, das Stakeholder und Experten aus Wirtschaft und Politik an einen Tisch bringt.

Vom Online-Boom profitieren die Großen
Die meisten Sendungen am KEP-Markt in Wien erfolgen Business to Business (B2B) mit einem Anteil von 69,7 Prozent, gefolgt von B2C (24,5 Prozent). Die Sendungen im Bereich Consumer to Consumer (C2C) haben mit 5,8 Prozent zwar einen geringen Anteil, Verkaufsplattformen wie willhaben oder eBay haben in den vergangenen Jahren aber für Wachstum gesorgt.

Vor allem ein Faktor sorgt für steigende Zahlen im B2C-Segment: der zunehmende Onlinehandel. Laut Trefelik kaufen 65 Prozent der Wiener zwischen 16 und 74 Jahren zumindest einmal im Jahr online ein. Ein Umstand, der für österreichische Händler nicht unbedingt von Vorteil ist. Denn die großen Player wie Amazon, Zalando und Universal erwirtschaften rund 40 Prozent des Gesamtumsatzes der Top-100-Onlineshops in Österreich. Viele Händler haben, wenn es um das Geschäft im World Wide Web geht, noch Nachholbedarf: 22 Prozent der Wiener Händler verfügen über einen Onlineshop, drei Viertel haben zumindest eine Online-Präsenz. Der Auftritt im Internet ist essenziell, schließlich informieren sich 86 Prozent der Shopper im stationären Händlern vor ihrem Kauf im Netz. „Wir arbeiten daran, dass immer mehr Onlineshops der heimischen Händler wettbewerbsfähig werden“, so Trefelik.

Rainer Trefelik, der beruflich auch im stationären Bekleidungshandel tätig ist, sieht für diese Branche „dramatische Veränderungen“, nimmt diese als Unternehmer aber mit einer zweckoptimistischen Einstellung hin: „Noch habe ich die Hoffnung, dass wir langfristig einen Shopping-Mehrwert generieren können.“ Eine große Herausforderung sieht er etwa in der taggleichen Zustellung. „Der Wandel ist gekommen, die Situation aber nicht hoffnungslos“, so Trefelik. „Viel Luft nach oben ist aber nicht mehr da.“ An die Politik äußert Trefelik den Wunsch, die Erreichbarkeit der Geschäfte weiterhin zu garantieren und einen fließenden Individualverkehr möglich zu machen. Eine faire Wettbewerbssituation ist ein weiterer Wunsch von Trefelik. Der Bau des Lobautunnel steht bei Sertic ganz oben auf der Liste, da dieser die Infrastruktur der Stadt weiter vorantreiben würde. Und auch eine Förderung der Elektromobilität würde laut Sertic zu größeren Investitionen der Logistiker in diesem Bereich führen.

Über die Studie
Die Studie „KEP-Dienste in Wien 2017“ wurde im Auftrag der Wirtschaftskammer Wien, Abteilung Stadtplanung und Verkehrspolitik von mecca consulting und Umweltbundesamt erstellt. Im Zuge dessen wurden neben einer persönlichen quantitativen und qualitativen Befragung auch statistische Daten (Statistik Austria) sowie Marktdaten (RTR Jahresbericht 2016) erhoben und analysiert sowie branchenrelevante Publikationen ausgewertet.

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