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Amazon: Nach Klage in Deutschland Beschwerde in Österreich


Kategorie: Handel
10.12.2018 von Willy Zwerger

Der Handelsverband hat aufgrund der stetig steigenden Marktmacht Amazons Beschwerde bei der Bundeswettbewerbsbehörde eingelegt.

Das Grundproblem bei der Marktmacht Amazons in Österreich ist das Faktum, dass Amazon einerseits der größte Onlinehändler ist und andererseits auch der größte Marktplatz, was die heimischen Händler automatisch in ein Dilemma sondergleichen bringt. Denn um wirklich erfolgreich als Onlineshop agieren zu können, bedarf es einer weit verbreiteten und technisch ausgereiften Plattform, wie es Amazon nun einmal bietet.

Genau diese Marktmacht ist dem Handelsverband ein Dorn im Auge, weshalb er nun bei der Wettbewerbsbehörde Beschwerde eingelegt hat. Geschäftsführer Rainer Will: "Als führender Marktplatz kann Amazon theoretisch die Daten der gelisteten Händler einsehen, deren Preise unterbieten und langfristig das gesamte Geschäft an sich binden. All das läuft gänzlich an der österreichischen Volkswirtschaft vorbei."

Mittlerweile haben bereits 93 Prozent aller österreichischen Online-Shopper zumindest einmal bei Amazon eingekauft. "Uns bereiten aber nicht nur die Warenkörbe Sorgen, sondern vor allem der Umstand, dass fast alle Konsumentendaten bei einem US-Konzern liegen", erklärt Will

Wenn man bedenkt, dass fast 60 Prozent der Onlineumsätze ins Ausland fließen, finfnzieren somit die österreichischen Konsumenten laut Handelsverbands-Berechnungen rund 20.000 Arbeitsplätze im Ausland, was wiederum den heimischen Handel massiv unter Druck setzt. Nun hat der Handelsverband einen ersten Schritt gegen diese Entwicklung gesetzt und Beschwerde bei der Bundeswettbewerbsbehörde eingelegt.

Konkret sollen die Geschäftsbedingungen und Verhaltensweisen gegenüber den heimischen Händlern auf dem Amazon Marktplatz überprüft werden. Der Handelsverband hat umfassende Analysen durchgeführt: Damit Händler über Amazon ihre Produkte verkaufen können, müssen diese die Geschäftsbedingungen, die mit erheblichen Unklarheiten und Vorbehalten zugunsten Amazons verbunden sind, akzeptieren

Will mit Details: "Amazon behält sich beispielsweise das Recht vor, die Verträge mit seinen Händlern jederzeit ohne Grund und mit sofortiger Wirkung zu kündigen oder auszusetzen. Von einem auf den anderen Tag kann einem Unternehmer seine komplette Geschäftsbasis entzogen werden: Je kleiner ein Webshop-Betreiber, desto größer die Abhängigkeit und der relative Anteil an Umsätzen, die nicht über den eigenen Webshop erwirtschaftet werden, sondern über Amazon."

Viele Marktplatzhändler berichten auch davon, dass gelistete Produkte, die auf dem Marktplatz gut laufen, oft von Amazon selbst übernommen und günstiger angeboten wird. Marktplatzhändler werden durch diese Praxis gezielt vom Markt verdrängt. Will befürchtet, "dass dies ein unerlaubter Datenaustausch zwischen der Online-Einzelhandelstätigkeit von Amazon und der Marktplatztätigkeit möglich macht".

Betroffene Unternehmen können sich unter ombudsstelle‎@‎handelsverband.at melden.

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