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Billa mit neuem POS-Konzept


Kategorie: Handel, LH
15.12.2016 von Silvia Meißl

Im September kündigten die Billa-Vorstände Josef Siess und Robert Nagele eine „bahnbrechende POS-Offensive“ an. In Maria Enzersdorf/NÖ wurde diese heute, am 14. Dezember, in einem auf eintausend Quadratmeter erweiterten Billa präsentiert.


„Wir haben uns Vieles in Europa und Amerika angesehen“, schildert Billa-Vorstand Mag. Josef Siess einen Teil der Ideenfindung für das neue Billa-Konzept. In Summe ist daraus „unser eigenes einzigartiges Konzept geworden“, so Siess weiter, und dieses ist vollgefüllt mit neuen Elementen. Darauf ist Siess nun ebenso stolz wie sein Vorstandskollege Robert Nagele und die beiden Billa-Vertriebsdirektoren Gabriela Jansa und Josef Holzleitner. Der Kern der als POS-Offensive angekündigten Neupositionierung umfasst einerseits ein neues Design und andererseits mehr Serviceelemente. Alles ausgehend vom Ziel, in den Billa-Filialen deutlich mehr Wohlfühlatmosphäre zu schaffen, indem man den laut eigener Angabe 800.000 täglich in Österreich bei Billa shoppenden Kunden Inspiration fürs Kochen gibt, Information zu den Produkten liefert und für das Thema Kulinarik sensibilisiert. Dies sind auch die wesentlichen Kundenwünsche, die sich durch zahlreiche vom Unternehmen durchgeführten Kundenbefragungen herauskristallisiert haben.  

Küchenlook & Haushaltsambiente
Billa im Landhausstil – so wird das konsequent durchgezogene Design bezeichnet, dessen Herzstück der Küchenlook an den Frontflächen der einzelnen Themenbereiche ist, also etwa im Billa To Go-Bereich beim Eingang der Filiale, dem anschließenden Backshop, der Frischfleisch- sowie der Frischfischbedienungstheke. Die Preisschilder stecken in im Holzlook angebrachten Regalschienen. Der Küchenlook zieht sich also durch die gesamte Filiale, der Obst- und Gemüsebereich besticht – so wie übrigens der gesamte Laden – durch auffallend angenehmes Licht und außerdem mit viel und gut lesbarer Information oberhalb der präsentierten Ware. Wer nicht weiß, wie die verschiedenen Zwiebelarten schmecken, wie man Obst und Gemüse daheim richtig lagert oder welche Kartoffeln man wofür verwendet, wird hier aufgeklärt. Auf den Marktplatz für Obst und Gemüse hat man bewusst verzichtet, sondern setzt auf einzelne kistenförmige Holzwarenträger, die übrigens ein bisschen an den italienischen Edellebensmittelhändler Eataly – zumindest in Rom – erinnern.

Großzügiger Checkout
Der Kassenbereich ist großzügig angelegt, und wer an der Kassa wartet, kann sich die Zeit vertreiben, indem er auf einem großen Bildschirm, der hinter der Kassenzone angebracht ist, verschiedensten Content verfolgen kann. Beispielsweise die Reiseangebote von ITS Billa. Dies dürfte wohl auch Rewe Group-Vorstandsvorsitzenden Alain Caparros sehr gut gefallen, der in einem Pressegespräch betonte, dass das Touristik-Angebot des Konzerns viel zu wenig am POS kommuniziert wird, was angesichts der zigtausenden Kunden, die täglich im Unternehmen einkaufen, jedenfalls optimiert werden müsste.

Frischfleisch-Team im Einsatz
Zusätzlich zum rund 30-köpfigen Frischeberater-Team  hat Billa nun auch ein 30-köpfiges Beraterteam nur für Frischfleisch. Hinter der Frischfleisch- und Frischfischtheke wurde außerdem ein verglaster Raum eingezogen, in dem Snacks bzw. von Billa selbst hergestellte und weiterverarbeitete Produkte gefertigt werden können. Dieser Bereich ist für die Konsumenten einsehbar. Mit dem Frischebereich soll die Servicequalität wahrnehmbar gesteigert werden – und Letztere will man auch in einem völlig anderen Bereich bieten, dem Paketservice. Dieses gibt es jetzt in rund 430 Filialen und soll in rund 700 ausgerollt werden. Im ersten Quartal 2017  will man dieses Service ausbauen, indem man auch unfrankierte Pakete annimmt und das Frankieren selbst erledigt. Derzeit arbeitet man am stärksten mit DHL zusammen.  

Neue Elemente & Facts:

  • Im Eingangsbereich: Das Billa Mehlspeis Paradies sowie Billa To Go
  • Backshop: Neue Möbel, die in 2017 in rund 350 Filialen eingesetzt werden
  • Gratis Handyaufladestation
  • Gratis WLAN, derzeit schon in ca. 500 Filialen, bis Juli 2017 sollen alle Filialen damit ausgestattet sein.
  • Bis Ende 2016 wird es 20 Filialen mit Frischfleischbedienung geben, bis Ende 2017 sollen es dann rund 80 sein.
  • Bildschirm/Bewegtbild in Kassazone bzw. im Frischfleischbereich: bis 2017 in jedem neu- bzw. umgebauten Laden installiert. Bildschirme wird es auch in den Sozialräumen der Mitarbeiter geben, mit jenem Content, der auch den Kunden am POS gezeigt wird.
  • Der erhöhte Personalaufwand mit bestens ausgebildeten Mitarbeitern in den Frischetheken könnte in der ersten Phase des neuen Konzeptes zu einer leicht rückläufigen Produktivität führen.
  • Die Erwartungshaltung ist, dass die POS-Offensive zu einer höheren Bedarfsdeckung der Kunden bei Billa führt.
  • Die Umsatzerwartung in der Anfangsphase der POS-Offensive: Man rechnet mit einem Umsatzplus im niedrigen einstelligen Prozentbereich.
  • Kosten für POS-Offensive/neues Design: in den nächsten drei Jahren zwischen zwanzig bis vierzig Millionen Euro.
  • Im Jänner 2017 kommt Billa für seine Mitarbeiter mit einer App, u.a. mit Warenkunde-Inhalten.
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