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Bio-Reis aus dem Seewinkel für Ja! Natürlich


Kategorie: Handel, Industrie
12.04.2016 von Martin Ross

Das nördlichste Reisanbaugebiet der Welt befindet sich im burgenländischen Seewinkel, wo nach einer längeren Experimentierphase „Ja! Natürlich“-Bio-Reis produziert wird.

Schwarzer und roter Bio-Reis von Ja! Natürlich © Friendship.is / Ian Ehm
Schwarzer und roter Bio-Reis von Ja! Natürlich © Friendship.is / Ian Ehm
Martina Hörmer, Geschäftsführerin von Ja! Natürlich, mit dem Taubenkobel- Koch Alain Weissgerber, der zum Reis-Probekochen nach Wien kam © Friendship.is / Ian Ehm
Martina Hörmer, Geschäftsführerin von Ja! Natürlich, mit dem Taubenkobel- Koch Alain Weissgerber, der zum Reis-Probekochen nach Wien kam © Friendship.is / Ian Ehm

170 Sonnentage, ausreichend Wasser und die richtige Portion Wind haben sich nach langer Testphase in der richtigen Zusammensetzung entgegen aller Erwartungen als guter Nährboden für den Reisanbau im Seewinkel, dem nördlichsten Anbaugebiet der Welt, erwiesen. Dieser Erfolg ist dem „Ja! Natürlich“-Bio-Bauern Erwin Unger geglückt. Seine Pionierrolle teilt sich Unger mit Erich Leyrer senior und junior, die seit zwei Jahren ebenfalls mit dem Reisanbau experimentieren.

„Auch die Bio-Branche lebt von Innovationen, sie sind unser ständiger Antriebsmotor in der Weiterentwicklung von Ja! Natürlich und der gesamten biologischen Landwirtschaft. Wir sind daher sehr stolz, dass wir auf ein großes Netzwerk an innovativen und experimentierfreudigen Bio-Bauern zurückgreifen können, und freuen uns sehr, wenn – wie in diesem Fall – ein außerordentliches Projekt gelingt“, sagt Martina Hörmer, Geschäftsführerin von Ja! Natürlich.

Erste Versuche im 19. Jahrhundert

Bereits in den 1860er-Jahren wurde im ausgetrockneten Neusiedler See mit Reisanbau experimentiert. Trotzdem konnten Unger und Leyrer auf keinerlei Erfahrungswerte zurückgreifen; sie machten das mit Leidenschaft und Experimentierfreudigkeit wett. Die pannonischen Reispflanzen von Erwin Unger wurden im Glashaus gezogen, bevor sie Anfang Mai am Feld ausgepflanzt wurden. Die Ergebnisse seiner Anstrengungen der letzten Jahre sind roter und schwarzer heimischer Bio-Reis, der auf einigen Hektar angebaut wurde. Der weiße Bio-Reis von Erich Leyrer wurde nicht im Glashaus aufgezogen, sondern gleich gesät, brachte aber leider keine ergiebige Ernte.

Guter Geschmack

Geschmacklich sticht vor allem der rote Vollkornreis hervor, der sich durch sein kräftiges nussiges Aroma auszeichnet. Er stammt ursprünglich aus Indien und passt gut zu Fleisch, Fisch, Geflügel und mediterranen oder fernöstlichen Gerichten. Der schwarze Vollkornreis stammt ursprünglich aus China und Italien und schmeckt süßlich nussig. Beide Vollkornreissorten benötigen eine etwas längere Kochzeit von ca. 45 Minuten und zirka zwei- bis zweieinhalbmal so viel Wasser wie herkömmlicher Reis.

„Wir mussten lange Zeit probieren, bis wir beispielsweise erkannt haben, wann der richtige Zeitpunkt zum Aussetzen der Jungpflanzen ist und dass sie am besten in der Nacht gegossen werden sollten, um Schädlingen möglichst wenig Nährboden zu geben. Eine große Herausforderung war für uns auch der Reisanbau im Trockenen. Normalerweise steht Reis wie in Asien und in der italienischen Poebene nämlich im Wasser, was allerdings eine große Menge an Methangas verursacht“, so Ja! Natürlich Bio-Bauer Erwin Unger. Erwin Unger ist außer auf die Kultivierung des Reises auch noch auf den Anbau von Bio-Kräutern und Balkonpflanzen spezialisiert. Neben Reis baut die Familie Leyrer auch Zucchini, Hartweizen für Eier-Teigwaren, Gurken, Pfefferoniraritäten und Süßkartoffeln für Ja! Natürlich an. Die nächsten Produkte, mit denen bereits experimentiert wird, sind Chia, Quinoa und Belugalinsen.

Bio-Reis in limitierter Auflage erhältlich

2,100 kg Bio-Reis konnten diese Saison erfolgreich geerntet und getrocknet werden. Ab 26. April können nun alle Reis-Liebhaber den ersten österreichischen Reis in allen Merkur- und in 100 ausgewählten Billa-Filialen erwerben. Den Reis gibt es um 4,49 Euro in einer 350-g-Faltschachtel samt Kochanleitung und Informationen zum Projekt. Reis-Fans müssen sich allerdings beeilen: „Da unser Bio-Reis nur auf wenigen Hektar Land angebaut wurde, sind die Mengen heuer noch deutlich begrenzt. Wer die heimische Innovation als einer der ersten kosten möchte, muss daher schnell sein – wir haben 6.000 Packungen Reis und rechnen damit, dass er innerhalb kürzester Zeit schon wieder ausverkauft sein wird“, so Martina Hörmer abschließend.

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