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CASH Handelsforum

Der Donnerstag Nachmittag


Kategorie: Handel, Industrie
27.04.2017 von Nataša Nikolić von Michaela Schellner von Stefan Pirker von Manuel Stenger

Herbert Prohaska und Hans Huber<br>© Johannes Brunnbauer
Herbert Prohaska und Hans Huber
© Johannes Brunnbauer
Jürgen Kohnen<br>© Johannes Brunnbauer
Jürgen Kohnen
© Johannes Brunnbauer
Stefan Bruckbauer © Markus Wache
Stefan Bruckbauer © Markus Wache
Philipp Riederle © Markus Wache
Philipp Riederle © Markus Wache

Nach der Mittagspause sprachen Herbert Prohaska und Hans Huber über die Parallelen zwischen Trainern und Wirtschaftsmanagern und darüber, warum Fußball die letzte analoge Bastion im digitalen Zeitalter ist.

Herbert Prohaska und Hans Huber: Fußball - die letzte analoge Bastion des digitalen Zeitalters
Prohaska gesteht, noch nicht ganz im digitalen Zeitalter angekommen zu sein, gerade mal soweit, um WhatsApp und SMS zu kennen. Das ehemalige Fußball-Ass amüsierte das Publikum mit seinen humoristischen Aussagen und Karriere-Rückblicken. Einzig an die 0 zu 9 Niederlage gegen das spanische Nationalteam in Valencia 1999, die ihn den ÖFB-Trainerjob kostete, wird er nur ungern von Huber erinnert. Die Parallelen zwischen Trainern und Wirtschaftsmanagern sieht Prohaska vor allem darin, dass eine Mannschaft ähnlich wie ein Unternehmen zusammengestellt wird. „Jede Position muss so gut besetzt werden, wie nur möglich“, so der ehemalige Trainer. Mit der Zeit würde sich dann herauskristallisieren, ob man die richtigen Leute eingesetzt hat. Seine Rolle als Kelly-Testimonial nimmt das ehemalige Fußball-Ass sehr ernst und ist nach wie vor stolz darauf.

Jürgen Kohnen: Einfach anziehend - Was Läden unwiderstehlich macht
Der Procter & Gamble Deutschland-Manager skizzierte in seinem Referat, wie sich der stationäre Handel der digitalen Revolution stellen kann und durch welchen Maßnahmen die Läden von morgen zu unwiderstehlichen Orten für die Konsumenten werden. Nach der via iPad gestalteten anschaulichen Beschreibung der grundlegenden Unterschiede in der Zusammenarbeit zwischen Markenindustrie, Handel und Shoppern in den stationären Geschäften sowie in der digitalen Welt, lieferte Kohnen gleich Lösungsansätze anhand verschiedenster weltweiter Beispiele. Besonders wichtig sei es, die Verbraucher mit Vertrauen durch Insights, Erleicherung durch Service und Erlebnis durch Inspiration zu überzeugen. Wer also die Shopper besser kennt (weiß was ihre Bedürfnisse sind), ihnen freundlich entgegentritt (Service auf höchstem Level bietet) und ihnen etwas Außergewöhnliches zur Verfügung stellt (zielgerichtete Ansprache und Wohlfühlambiente), kann auch stationär durchaus überzeugen und ist dem Onlinehandel sogar einen Schritt voraus. "Das zieht Menschen an und zwar garantiert", ist Kohnen überzeugt.

Stefan Bruckbauer: Brexit, Trump, Le Pen ...
Der Chefvolkswirt der UniCredit Bank Austria, bereits mehrmals Referent beim CASH Handelsforum, kombinierte diesmal eine wirtschaftliche mit einer politischen Analyse. Im Zuge dessen bezeichnete er den Brexit als eine Entscheidung, die Großbritannien in den nächsten zehn Jahren Wohlstand kosten werde. Weiters widmete er sich den möglichen Auswirkungen einer protektionistischen Politik des US-Präsidenten Donald Trump auf den Welthandel bzw. die österreichische Volkswirtschaft. Der "Export-Nation" Österreich könnten dadurch große Probleme erwachsen, da 35 Prozent des heimischen BIPs von der Auslandsnachfrage abhängt. In den USA beträgt dieser Wert nur elf Prozent. Als Schutzschirm für Österreich erachtete Bruckbauer jedoch den Europäischen Binnenmarkt, da dieser für 20 Prozent des österreichischen BIPs verantwortlich zeichnet. Abschließend analysierte Bruckbauer noch den europäischen Zinsmarkt, wobei er sich überzeugt davon zeigte, dass die Zinsen schon bald steigen werden. Dafür sprechen seiner Ansicht nach ein global synchroner Wirtschaftsaufschwung sowie eine mittelfristige Inflationsrate in der Euro-Zone von mehr als 2,0 Prozent.

Philipp Riederle: Macht die Generation Y zu euren Fans!
„Eines der weit verbreitetsten Vorurteile über die Generation Y ist, dass diese nur in der digitalen Welt lebt“, so Philipp Riederle – der heute 22-Jährige ist Digital Native Experte, Entrepreneur und Autor. Noch jede Medienrevolution wurde bisher als Gefährdung des sozialen Lebens wahrgenommen. Das Verhalten der Generation Y wurde durch die digitale Revolution verändert und macht sich durch drei Punkte bemerkbar: Heute könne man jeden kontaktieren, den man will. Das Zugreifen auf Informationen wird erleichtert und darüber hinaus kann jeder Mensch seine Gedanken im Netz publizieren. Dieses Verhalten habe sich auch auf die anderen Altersgruppen übertragen. Verändert haben sich auch die Konsumentscheidungen. „Der Kunde bekommt neue Macht, dieser wird nicht mehr mit Informationen versorgt, sondern sucht sich diese selber“, erörterte Riederle.

Unternehmen müssen daher die neuen Anforderungen verstehen und umsetzen. Heute kommt es zu einer radikalen Steigerung der Effizienz, die dann für andere Ressourcen wie Innovation genutzt wird. „Dies passiert alles in einer nie dagewesenen Geschwindigkeit“, so Riederle weiter. Daraus leiten sich neue Rahmenbedingungen für Unternehmen ab. Das Fazit von Riederle lautet daher: „Wenn Sie die Generation Y als Kunden gewinnen wollen, reicht es nicht, einen Onlineshop oder eine Facebook-Seite zu haben. Digitalisierung bedeutet, dass jeder einzelne Prozess und jeder einzelne Mitarbeiter dafür zuständig ist, diesen Prozess in seiner Abteilung umzusetzen.“

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