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Kärntnermilch

Die Bilanz eines herausfordernden Jahres


Kategorie: Industrie
18.06.2019 von Nataša Nikolić

Die Kärntnermilch veröffentlichte kürzlich ihre Jahresbilanz: Der Umsatz sank um 1,06 % auf 98,6 Mio. Euro.

Wolfgang Kavalar, Leiter Marketing und Verkauf, Geschäftsführer Helmut Petschar und Obmann Reinhard Scherzer © Kärntermilch
Wolfgang Kavalar, Leiter Marketing und Verkauf, Geschäftsführer Helmut Petschar und Obmann Reinhard Scherzer © Kärntermilch

Die Kärntnermilch zieht nach einem herausfordernden Jahr 2018 Bilanz: Der Umsatz sank gegenüber 2017 um 1,06 % auf rund 98,6 Mio. Euro. Maßgeblich dafür verantwortlich waren laut Kärntnermilch-Geschäftsführer Helmut Petschar niedrige Preise für Magermilch, Fettknappheit und eine aggressive Preis- und Aktionspolitik des Handels.

Das führte u.a. dazu, dass die mehr angelieferte Milchmenge nicht zur Gänze verarbeitet bzw. vermarktet werden konnte. "Größere Molkereien führten zu diesem Zeitpunkt Mengensteuerungsmodelle ein, um die Milchanlieferung zu bremsen. Die Kärntnermilch hat zugunsten der Milchbäuerinnen und Milchbauern darauf verzichtet, Mehranlieferungen und Mehrmilchmengen mit Abschlägen zu belasten. Allerdings mussten wir aufgrund der negativen Entwicklung den Auszahlungspreis an unsere Bauern senken. Die notwendigen Preisanpassungen beim Handel wurden nicht akzeptiert und daher haben wir auch das Jahr 2018 mit einer negativen Bilanz abschließen müssen", schildert Petschar die Lage.

Das Investitionsvolumen im abgelaufenen Jahr betrug rund 5,5 Mio. Euro, die u.a. in zwei Tetra-Verpackungsmaschinen und die Anschaffung einer Grundwald Becherabfüllmaschine sowie neue Doppelstock-Molketanks geflossen sind.

Die Politik ist gefordert
Der Kärntnermilch-Chef und VÖM-Präsident betont immer wieder, dass gesetzliche Regelungen maßgeblich dazu beitragen könnten, dass die Molkereien vernünftig wirtschaften. Er fordert u.a.:
* einen  Transportkostenausgleich im benachteiligten Berggebiet, um die kleinstrukturierte Milchproduktion im Berggebiet aufrecht zu erhalten,
* die Umsetzung des Bestbieterprinzips bei öffentlichen Ausschreibungen für das gesamte Milch- und Käsesortiment,
* die Umsetzung der Kennzeichnungspflicht,
* und neben der Arbeitszeit-Flexibilisierung und -Regulierung, auch eine Senkung der Lohnnebenkosten.

Kennzahlen 2018

Netto-Umsatz: rd. 98,6 Mio. € (-1,06 %)
Mitarbeiter: 198
Milchverarbeitung: 120,5 Mio. kg (-4,51 %)
Exportquote: 25,5 %
Exportumsatz: 25,2 Mio. € (-0,5 %)
Investitionen: 5,5 Mio. €

Milchlieferanten:1.061, davon 266 Bio- und Bio-Wiesenmilch-Lieferanten    
Ø Rohmilchanlieferung pro Betrieb: 101.829 kg
Ø Netto-Milchauszahlungspreis pro kg: 35,78 Cent (-0,4 %)
Ø Netto Bio-Wiesenmilch-zuschlag pro kg:12,75 Cent

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