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Handelsverband

Update: Digitaler "New Deal" gefordert


Kategorie: Handel, ecommerce
13.06.2019 von Karl Stiefel

"FairCommerce" streben der Handelsverband und die Gewerkschaft GPA-djp gemeinsam an. Erreicht sollen bessere Arbeitsbedingungen durch sieben Maßnamen werden.

Unsichtbar beim eCommerce: die Mitarbeiter der Händler.<br>© pixabay.com - PhotoMIX-Company
Unsichtbar beim eCommerce: die Mitarbeiter der Händler.
© pixabay.com - PhotoMIX-Company

Original-Artikel vom 12.6.2019

Faire Rahmenbedingungen - nicht nur für den stationären und digitalen Handel, sondern auch für dessen Mitarbeiter - fordern der Handelsverband und die GPA-djp gemeinsam. Neu ist das nicht, bereits im Februar fand der Schulterschluss beider Organisationen statt. Bei der Gewerkschaft langten jedoch Beschwerden über die Arbeitsbedingungen beim Online-Riesen Amazon ein. Grund genug für Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will, dies erneut zu thematisieren: "Erstmals werden die Vorwürfe über prekäre Arbeitsbedingungen bei Amazon damit direkt nach Österreich importiert, während genau durch diese Praktiken unfairer Wettbewerb entsteht, der wiederum zum Abfluss von Kaufkraft ins Ausland führt. Das setzt den beschäftigungsintensiven, heimischen Handel unter Druck, der sich an komplexe KV-Regulierungen und Zuschlagsregelungen hält."

Um faire Rahmenbedingungen für den Handel und dessen Angestellte zu schaffen, setzt sich der Handelsverband daher für ein Maßnamenpaket ein:

  1. Versteuerung und digitale Verzollung ab dem ersten Cent (ab 2020)
  2. EU-weite Konditionen bei pauschaler Palettenverzollung
  3. Online-Marktplätze bei MwSt zur Verantwortung ziehen (ab 2020)
  4. eCommerce-Monopole gesetzlich verhindern
  5. Strengere Zollkontrollen, um Produktfälschungen zu bekämpfen
  6. Plattform-Haftung für Verpackungsentpflichtung
  7. Einführung der digitalen Betriebsstätte

Die aktuellen Bemühungen der G20, ein internationales Steuersystem zu schaffen, begrüßt Will zwar - doch mit der Veröffentlichung von einem Bericht über die Machbarkeit des Projektes Ende 2020 und der noch späteren (und nach wie vor unsicheren) Umsetzung gibt sich der Handelsverband nicht zufrieden.

Update 13.6.2019

Nun hat sich Amazon zu den Anschuldigungen geäußert. In einem offiziellen Statement heißt es: " Wir denken nicht, dass die Vorwürfe die Wirklichkeit in unseren Gebäuden widerspiegeln. An allen unseren Standorten sind seit dem Start von Amazon sichere und attraktive Arbeitsplätze entstanden. Die Gesundheit und Sicherheit unserer Mitarbeiter haben dabei immer die höchste Priorität. Wie jedes Unternehmen, erwarten wir eine bestimmte Leistung von den Mitarbeitern. Deshalb arbeiten unsere Manager eng mit den Mitarbeitern zusammen, um sie zu fördern und zu unterstützen"

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