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Stepstone

Diskrepanzen in Sachen „Home Office“


Kategorie: Handel, Industrie
11.10.2019 von Martin Ross

Daheim zu arbeiten scheint sich steigender Beliebtheit zu erfreuen, allerdings gehen die wenigsten Arbeitgeber auf diesen Wunsch ein.

Bild ohne Katze: Heimarbeit ist bei den Österreichern recht beliebt © Rainer Sturm/pixelio.de
Bild ohne Katze: Heimarbeit ist bei den Österreichern recht beliebt © Rainer Sturm/pixelio.de

Die Jobbörse Stepstone hat eine Studie erstellen lassen, in der es um die Auffassungen bezüglich Heimarbeit geht – „Auffassungen“ in der Mehrzahl, denn was Arbeitnehmer und Arbeitgeber diesbezüglich wollen, differiert gehörig. Aus welchen Gründen auch immer ist das Arbeiten von zu Hause aus sehr beliebt, aktiv als Möglichkeit, genauer gesagt: als Zusatzleistung angeboten wird es aber nur in vier Prozent aller Jobinserate, die diese Studie erhoben hat (Stellenanzeigen in 22 Printmedien und 21 Jobbörsen österreichweit).

Ausnahme: IT-Spezialisten wird in immerhin 13 Prozent aller Stellenanzeigen die Möglichkeit zur Heimarbeit angeboten. (Augenzwinkernd könnte man sagen, dass sie ja auch in der Arbeit meist Hausschlapfen anhaben.) Unternehmen tun sich jedenfalls damit keinen Gefallen, warnt Rudi Bauer, Geschäftsführer von StepStone Österreich, wenn sie die Möglichkeit der Heimarbeit nicht aktiv anbieten: „Gerade für die jüngere Generation ist Arbeit nicht mehr zwangsläufig an einen Ort gebunden. Das sollten Arbeitgeber bedenken, wenn sie wieder einmal verzweifelt nach Nachwuchstalenten suchen.“

(Fort-)Bildung ist wichtig

Beim Thema Fortbildung sind Österreichs Arbeitgeber aber großzügig: Fast die Hälfte (40 Prozent) aller Stellenanzeigen nennt Weiterbildungsangebote als einen der wichtigen Benefits. Vor allem im Einzelhandel und in Pflege- und Arzthelferberufen setzt man auf die zusätzliche Qualifizierung der eigenen Belegschaft: Knapp zwei Drittel (61 Prozent bzw. 59 Prozent) aller Stellenanzeigen in diesen Bereichen beinhalten Weiterbildung als Zusatzleistung des Arbeitgebers. Hier gibt es eine Korrelation zwischen Arbeitszeitflexibilität und Bildungsgrad.

Jedes fünfte Unternehmen versucht, im Jobinserat mit flexiblen Arbeitszeiten zu punkten. Am ehesten zugestanden werden sie Ingenieuren (30 Prozent) und Mitarbeitern in der IT (35 Prozent) und im naturwissenschaftlichen Bereich (29 Prozent). Man versucht also, besonders gut ausgebildeten Arbeitnehmern mit flexiblen Arbeitszeiten entgegenzukommen, bestätigt Rudi Bauer: „Während nur sechs Prozent aller Mitarbeiter in Pflege- und Arzthelferberufen von flexiblen Arbeitszeiten profitieren können, werben fünf Mal so viele Jobinserate für technische Berufe damit.“

Ein abschließendes Wort zur Work-Life-Balance: Sie scheint, folgt man der Studie, eine untergeordnete Rolle zu spielen. Insgesamt zeigt sich, dass österreichische Arbeitgeber vor allem auf Weiterbildung (40 Prozent), flexible Arbeitszeiten (20 Prozent) sowie Aufstiegsmöglichkeiten (19 Prozent) und Zusatzvergütungen (16 Prozent) setzen. Jedes zehnte Unternehmen (eigentlich mehr: 13 Prozent) bietet auch Mitarbeiterverpflegung an.

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