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Karfreitag

Doch kein Feiertag


Kategorie: Handel
26.02.2019 von Max Pohl

Mit der von der Regierung präsentierten Regelung für den Karfreitag war niemand zufrieden. Jetzt gibt es eine neue Lösung.

© Colours-Pic - stock.adobe.com
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„Wir haben uns nun gemeinsam dazu entschlossen, einen Schritt weiter zu gehen und eine bessere Lösung zu schaffen", heißt es in einer gemeinsamen Aussendung der Regierungskoordinatoren Gernot Blümel (ÖVP) und Norbert Hofer (FPÖ).

„Im Rahmen des bestehenden Urlaubsanspruches kann künftig ein Tag als persönlicher Feiertag beansprucht werden – mit einseitigem Rechtsanspruch des Arbeitnehmers. Dieser muss künftig drei Monate zuvor angemeldet werden – für das Jahr 2019 wird eine kürzere Frist definiert. Sollte der Arbeitnehmer auf Wunsch des Arbeitgebers, verursacht durch dringende betriebliche Gründe, dennoch an diesem selbst gewählten ‚persönlichen Feiertag‘ freiwillig seiner Arbeit nachgehen, so erhält er für diesen Tag sämtliche Vergütungen wie an jedem anderen Feiertag. Der Urlaubsanspruch bleibt selbstverständlich bestehen. Damit erhält der Arbeitnehmer stattdessen einen anderen Urlaubstag“, so die Aussendung.

"Am Karfreitag, einem sehr umsatzstarken Tag für den heimischen Handel, können die Geschäfte in Österreich geöffnet bleiben – und das ist gut so“, zeigt sich Peter Buchmüller, Obmann der Bundessparte Handel in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), zufrieden. „Die nunmehr gefundene Regelung ist jedenfalls besser als andere angedachte Varianten", hält der Handelsobmann fest.

Der Handelsverband hatte diesen Lösungsweg bereits am 23. Jänner 2019 vorgeschlagen, Geschäftsführer Rainer Will: "Damit kann der Handel seiner volkswirtschaftlichen Rolle als Beschäftigungsgeber und als Nahversorger im für den Konsumenten gewohnten Ausmaß nachkommen."

Der ursprüngliche Regierungsvorschlag, den Karfreitag für alle ab 14 Uhr zum Feiertag zu machen, stieß auf breite Ablehnung. Der Handel sah eine „riesige finanzielle Belastung, die einen Millionenbetrag kosten würde“ auf sich zukommen, wie Marcel Haraszti, Bereichsvorstand für das Rewe-Vollsortiment in Österreich im Klub der Wirtschaftspublizisten ausführte. Gerhard Wohlmuth, Spartenobmann in der Wirtschaftskammer in der Steiermark, präzisierte: „Die Gesamtsumme, die da an Kosten anfällt, liegt österreichweit bei mehr als 300 Millionen Euro“.

Am Mittwoch brachte die Koalition bereits ihren Antrag zur Streichung des Karfreitags als Feiertag ein. Wie von der Regierung angekündigt, wird damit nicht nur das Arbeitsruhegesetz geändert. Auch die zwischen Gewerkschaft und Wirtschaftskammer verhandelten Sonderregeln zum Karfreitag in Kollektivverträgen sollen gestrichen werden – der Generalkollektivvertrag gilt seit fast 70 Jahren. Ob das rechtlich zulässig ist, ist umstritten.

 

 

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