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Ernst&Young

Eine Studie zum Thema Fachkräftemangel


Kategorie: Handel, Industrie
12.03.2019 von Martin Ross

Eine jüngst veröffentlichte Studie des Beratungsunternehmens Ernst & Young zeigt, dass der Fachkräftemangel für den österreichischen Mittelstand immer bedrohlicher wird und das Wachstum massiv dämpft.

Erich Lehner © EY
Erich Lehner © EY

Hier das Studienergebnis, in ein paar Zahlen gegossen: 83 Prozent der österreichischen Mittelstandsunternehmen finden keine geeigneten Fachkräfte – 40 Prozent beklagen Umsatzeinbußen. Man betrachtet den Fachkräftemangel deswegen momentan als größtes Risiko. Fast jedes dritte mittelständische Unternehmen in Österreich will aber in den nächsten sechs Monaten zusätzliche Stellen schaffen. Jedes fünfte Unternehmen beschäftigt bereits Flüchtlinge, wobei mangelnde Deutschkenntnisse die größte Hürde sind. Unternehmen in Vorarlberg, Oberösterreich und der Steiermark haben die größten Probleme bei der Rekrutierung von Fachkräften. Österreichs Mittelstand sieht die Arbeitszeitflexibilisierung positiv.

Den Unternehmen fällt es also nach wie vor schwer, geeignete Fachkräfte zu finden: Der Anteil der Betriebe, die eigenen Aussagen zufolge große Probleme bei der Rekrutierung von Fachkräften haben, liegt seit 2018 gleichbleibend bei 30 Prozent – 2015 waren es noch 15 Prozent. Weitere 53 Prozent geben an, dass ihnen die Suche nach qualifizierten Mitarbeitern „eher schwer“ fällt. All diese Zahlen sind Ergebnisse der Studie „Fachkräftemangel im österreichischen Mittelstand“ der Prüfungs- und Beratungsorganisation EY. Dafür wurden österreichweit 900 mittelständische Unternehmen mit 30 bis 2.000 Mitarbeitern befragt.

Die Pläne für die Unternehmensentwicklung haben sich dabei kaum verändert, denn das Niveau der neu geschaffenen Planstellen bleibt durchaus hoch: 32 Prozent planen, im ersten Halbjahr 2019 ihre Belegschaft aufzustocken – im Jänner 2018 waren es 35 Prozent. In Wien geben sogar 45 Prozent der Unternehmen an, dass ihre Mitarbeiterzahl steigen wird. Österreichweit gehen lediglich sechs Prozent davon aus, dass ihre Mitarbeiterzahl sinken wird. „Die Wirtschaft boomt weiterhin, die Konsumbereitschaft ist groß und die österreichischen Unternehmen haben volle Auftragsbücher. Die Zeichen für 2019 stehen wie auch 2018 auf Wachstum“, kommentiert Erich Lehner, Managing Partner Markets bei EY Österreich und verantwortlich für den Bereich Mittelstand. „Allerdings setzt die Situation auf dem Arbeitsmarkt dem Wachstum Grenzen. Regional herrscht in Österreich teilweise Vollbeschäftigung, gut ausgebildete Fachkräfte können sich ihren Arbeitgeber längst aussuchen. Gerade kleinere Unternehmen, die mit bekannteren, börsennotierten Unternehmen um Arbeitskräfte buhlen, können dadurch Stellen oft nur mühsam oder gar nicht besetzen.“

Bleiberecht für Asylwerber in Lehre

Abschließend noch ein paar Zahlen zu einem Thema, das erst gestern wieder einige Aktualität erlangt hat: Bereits 19 Prozent der mittelständischen Unternehmen in Österreich beschäftigen asylberechtigte Flüchtlinge, weitere 42 Prozent würden Flüchtlinge beschäftigen. In Vorarlberg sind es derzeit sogar 44 Prozent der Unternehmen, die aktuell Stellen mit Flüchtlingen besetzt haben – gefolgt von Tirol (22 %), Oberösterreich (21 %) sowie Wien und Salzburg (je 20 %), wo rund jedes fünfte Unternehmen Flüchtlinge unter seinen Beschäftigten zählt. Der Süden Österreichs hat den geringsten Anteil: Nur in sieben Prozent der steirischen und elf Prozent der Kärntner Betriebe arbeiten Flüchtlinge. Im Gesundheitsbereich beschäftigt ein Drittel der Mittelständler (32 %) Flüchtlinge, im Tourismus ein Viertel (26 %). „Dementsprechend befürwortet eine große Mehrheit der mittelständischen Betriebe Lehrstellen für Asylwerber: Insgesamt 70 Prozent stimmen dem zu“, analysiert Lehner.

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