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Rewe International

Erneut auf Wachstumskurs


Kategorie: Handel, LH, DFH
05.04.2017 von Michaela Schellner

Mit einem Umsatzplus von 1,96 Prozent bzw. 3,74 Prozent (wechselkursbereinigt und bereinigt um nicht fortzuführendes Geschäft) auf 12,72 Mrd. Euro ist das Jahr 2016 für die Rewe International AG sehr zufriedenstellend verlaufen. Sowohl in Österreich als auch in den Auslandsmärkten zeigt die Erfolgskurve des Unternehmens, das 30 Prozent des gesamten Gruppenumsatzes der Rewe Group beisteuert, weiter nach oben.

v.l.n.r.: Franz Nebel, Bereichsvorstand Verwaltung II, Marcel Haraszti, Bereichsvorstand Vollsortiment Österreich, Frank Hensel, Vorstandsvorsitzender, Janusz Kulik, Bereichsvorstand Vollsortiment CEE, Michael Jäger, Bereichsvorstand Penny International und Christoph Matschke, Bereichsvorstand Verwaltung I © Markus Wache
v.l.n.r.: Franz Nebel, Bereichsvorstand Verwaltung II, Marcel Haraszti, Bereichsvorstand Vollsortiment Österreich, Frank Hensel, Vorstandsvorsitzender, Janusz Kulik, Bereichsvorstand Vollsortiment CEE, Michael Jäger, Bereichsvorstand Penny International und Christoph Matschke, Bereichsvorstand Verwaltung I © Markus Wache

Schwierige Rahmenbedingungen im In- und Ausland, unverändert hoher Preis- und Promotiondruck sowie die Zielpunktpleite haben den Lebensmittelhandel im Jahr 2016 geprägt. Vor diesem Hintergrund ist Frank Hensel, Vorstandsvorsitzender der Rewe International AG, sehr zufrieden mit der Performance des Unternehmens, das rund 400 Millionen Euro, davon etwa 300 Millionen Euro in Österreich, investierte. Gemeinsam mit dem neu aufgestellten Vorstand rund um Marcel Haraszti, Janusz Kulik, Franz Nebel, Christoph Matschke und Michael Jäger, der sich erstmals geschlossen und äußerst gut gelaunt der Öffentlichkeit präsentierte, führte er durch die durchwegs erfreuliche Unternehmensbilanz. Vom Standort in Wiener Neudorf aus werden im Rahmen der neuen Organisationsstruktur künftig fast 4.000 Filialen in zehn Ländern mit mehr als 80.000 Beschäftigten gesteuert.

Ausgezeichnete Arbeit geleistet
Auf dem österreichischen Heimmarkt legte der Umsatz um 2,99 Prozent auf 8,39 Mrd. Euro zu; der Lebensmittelhandel erreichte sogar ein Plus von 4,39 Prozent (6,47 Mrd. Euro) und performte damit deutlich über dem Markt. Laut Nielsen-Umsatzbarometer gab es im Geschäftsjahr 2016 mit einem Umsatzwachstum von 1,9 Prozent (0,9 % Inflationsrate, 0,7 % Preisanstieg für Lebensmittel) seit langem wieder ein reales Wachstum. "Wir begegnen der sehr dynamischen Marktentwicklung schon seit Jahren mit innovativen Produkten, Lösungen und Strategien, haben die Bedürfnisse unserer Kunden immer im Fokus und übernehmen aktiv in vielen Bereichen die Vorreiterrolle. Unsere Vertriebsschienen haben diesbezüglich auch 2016 wieder ausgezeichnete Arbeit geleistet, was sich in dem deutlich über dem Markt liegenden Wachstum zeigt", so Hensel, der zudem ankündigt, seine Agenden bis zu seinem Vertragsende im April 2018 mit vollstem Engagement und großer Freude weiterzuführen.

Billa ist Wachstumsführer; Merkur auf Expansionskurs
Billa, die größte Vertriebsschiene des Marktführers (35,3 % MA, Nielsen Umsatzbarometer) geleitet vom Vorstandsduo Josef Siess und Robert Nagele, konnte den Umsatz um 5,08 Prozent steigern und gilt somit als Wachstumsführer. Man habe einerseits von der Zielpunkt-Pleite profitiert, andererseits zeige das neue POS-Konzept sowie die neue auf 360 Grad Rundumversorgung ausgerichtete Unternehmens- und Marketingstrategie Wirkung. Stolz ist man weiters auf die Schaffung von rund 150 neuen Arbeitsplätzen, darunter auch komplett neuen Berufsbildern. Ab dem nächsten Lehrjahr wird außerdem die Lehre zum "E-Commerce Kaufmann" bzw. zur "E-Commerce Kauffrau" angeboten.
Seine Vorreiterrolle hat Billa laut Hensel auch im Onlinegeschäft gestärkt, wo die Umsätze dank österreichweiter und flächendeckender Belieferung gegenüber des Vorjahreszeitraums um 160 Prozent zulegen konnten. 2017 steht die Eröffnung eines Fullfillment Centers als zentrales Lager für den Online-Handel der Rewe International an. Vorerst werden damit Bestellungen bei Billa aus dem Großraum Wien mit Ausnahme des 21. und 22. Bezirks, abgedeckt.

Auch bei Merkur geht es steil bergauf, das Umsatzplus liegt bei 3,35 Prozent. Die Neupositionierung mit dem Fokus auf Familien sowie hippe und gesundheitsbewusste Genießer wie auch der mit 14.000 Produkten erfolgreich gestartete Online-Shop überzeugte laut Marcel Haraszti, der ab Juni 2017 neben Bipa auch die Handelsfirmen Billa, Merkur und Adeg verantwortet, auf ganzer Linie. 2017 kommen sieben neue Standorte dazu, sechs Märkte werden umgebaut. Ebenfalls geplant sind fünf Kompaktmärkte mit einer Verkaufsfläche von rund 1.300 Quadratmetern, die die Lücke zwischen Billa und Merkur schließen sollen. Seit 1. März 2017 ist außerdem das Führungsteam des Händlers wieder komplett, denn neben der Vorstandsvorsitzenden Kerstin Neumayer zeichnet nun Harald Mießner für die Vertriebsagenden verantwortlich.

Penny für Wettbewerb gerüstet; Adeg mit höchstem Wachstum
Im hart umkämpften Diskont-Markt erzielte Penny eine Umsatzsteigerung von 3,88 Prozent. Das gesunde Tochterunternehmen, wie Hensel betonte, hat nun seine Positionierung gefunden und sei im Wettbewerb mit Hofer und Lidl gut aufgestellt. Modernisierungen im bestehenden Ladennetz, die Übernahme von sieben Zielpunkt-Märkten sowie der Umbau aller Standorte bis zum Jahr 2018 sollen ebenso wie das Geschäftsführungs-Duo Brigitte Brunner und Ralf Teschmit weiterhin für Beständigkeit sorgen.

Adeg steigerte den Umsatz um 1,94 Prozent und erzielte damit das höchste Wachstum seit Jahren. Um die erfolgreiche Entwicklung weiter fortzusetzen ist man auf der Suche nach Kaufleuten, denen man interessante Karriereoptionen bieten könne. Der gesamte Großhandelsbereich wuchs um 2,15 Prozent.

Sorgenkind Bipa
Weniger erfreulich zeigt sich die Bilanz von Bipa, wo man bei 750 Millionen Euro Umsatz ein Minus von 4,46 Prozent wegstecken muss. Ausschlaggebend für das Nichterreichen des Vorjahresniveaus waren der hohe Preisdruck und geänderte Wettbewerbsverhältnisse. "Wir haben hier schon 2016 effizient auf die geänderten Rahmenbedingungen reagiert, einen umfangreichen Strategieprozess gestartet und damit die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Neuausrichtung geschaffen. 2017 wird dieser Weg konsequent fortgesetzt", erklärt Hensel. So wurden beispielsweise 15.000 Produkte dauerhaft preisgesenkt, was einiges an Investitionen notwendig machte. Nach einigen Rochaden in der Geschäftsführung sollen Michael Paterno, Erich Riegler und Thomas Lichtblau das Unternehmen wieder auf Kurs bringen. Spätestens 2019 soll sich zudem der derzeit laufende Sortimentsumbau - u.a. Reduktion des Parfümerieportfolios, Stärkung der Themen Körperpflege, Rasur und Dekorative Kosmetik sowie Ausbau der Food-Kategorien in Richtung Healthy Snacks - auch in den Zahlen positiv niederschlagen. Derzeit werden rund 30 Märkte pro Woche umgebaut, um sich auch hinsichtlich der Zielgruppenansprache breiter aufzustellen und für mehr Wohlfühlatmosphäre zu sorgen. 

Top unterwegs in den CEE-Märkten
Ebenfalls erfreulich fällt die Bilanz für die von Wiener Neudorf gesteuerten CEE-Märkte aus. Trotz teils schwieriger Gesamtlage erzielte Billa hier ein Umsatzwachstum von 7,18 Prozent (wechselkursbereinigt, bereinigt um nicht fortzuführendes Geschäft) auf 3,11 Milliarden Euro. Hervorzuheben ist die Entwicklung in Bulgarien mit einer Steigerung von 15,05 Prozent. Aber auch in Russland (+ 7,67 %), der Tschechischen Republik (+ 6,54 %) und der Slowakei (+ 3,93 %; alle wechselkursbereinigt) gab es markante Zuwächse. In der Ukraine konnte mit 11,84 Prozent Umsatzplus (wechselkursbereinigt) zudem erstmals ein Wachstum über der Inflationsrate erzielt werden. 2016 wurden fast 50 Filialen umgebaut und mehr als 50 neu eröffnet. In Russland und Bulgarien gibt es bereits jeweils 110 Standorte. Demgegenüber steht der Verkauf von 58 Billa Filialen in Kroatien, wo der Fokus zukünftig auf Bipa liegt.

2017 soll die Expansion in den CEE Ländern weiter vorangetrieben werden ebenso wie das stark gefragte Thema Nachhaltigkeit. Bereichsvorstand Vollsortiment CEE, Janusz Kulik erklärt:"Wir peilen in den CEE-Märkten für das laufende Geschäftsjahr ein profitables Wachstum an, wobei wir im Sortiment den Fokus auf regionale und lokale Produkte weiter verstärken werden. Deutlich auf Wachstumskurs liegen in den CEE-Ländern die Billa-Eigenmarken-Sortimente, die von den Kunden und Kundinnen in allen Segmenten von Premium über Bio bis hin zu den in den Filialen frisch zubereiteten Billa Easy Self-Made-Produkten immer stärker nachgefragt werden."

Bedeutender Arbeitgeber in Österreich
Als einer der größten Arbeitgeber des Landes beschäftigte die Rewe International mit Ende des Jahres 2016 42.322 Mitarbeiter (+ 1.222), darunter 1.700 Lehrlinge. 2017 sollen - wie auch 2016 - rund 700 neue Lehrlinge aufgenommen werden.

 

 

 

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