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Gleitzeit mit Kernzeit bleibt Klassiker


Kategorie: Studien
07.08.2017 von Manuel Stenger von Martin Ross

77 Prozent der Unternehmen in Österreich verlangen nach der Anwesenheit ihrer Mitarbeiter, 61 Prozent setzen bei mindestens der Hälfte des Personals auf das klassische Gleitzeit mit Kernzeit-Modell.

Barbara Kellner, Managerin bei Deloitte Österreich. © Deloitte
Barbara Kellner, Managerin bei Deloitte Österreich. © Deloitte
Christian Korunka, Professor für Arbeits- und Organisationspsychologie an der Universität Wien. © Privat
Christian Korunka, Professor für Arbeits- und Organisationspsychologie an der Universität Wien. © Privat

Klassische Kernzeiten und physische Anwesenheit im Büro: Bei den meisten österreichischen Unternehmen ist dies fixer Bestandteil der eigenen Arbeitsphilosophie. Das die vieldiskutierte Flexibilisierung der Arbeitszeiten hierzulande noch nicht angekommen ist, geht aus der Deloitte Flexible Working Studie 2017 hervor, die in Zusammenarbeit mit Universität Wien und FH Oberösterreich entstanden ist. Demnach hält ein Großteil der befragten Unternehmen an der Gleitzeit mit Kernzeit fest: Bei 61 Prozent trifft dies mindestens bei der Hälfte ihrer Mitarbeiter zu. „Unternehmen haben beim Verzicht auf Kernzeiten oft noch Bedenken, da flexiblere Arbeitszeitmodelle nur als Vorteil für Mitarbeiter gesehen werden. Bei klaren Regelungen profitieren aber beide Seiten von der gesteigerten Flexibilität“, erklärt Barbara Kellner, Managerin bei Deloitte Österreich. Der Umgang mit flexiblen Arbeitszeiten ist dabei vom Faktor Vertrauen stark dominiert. So gilt bei 40 Prozent der Unternehmen der Grundsatz „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“. Wenn es um die Attraktivität eines Unternehmens geht, erhöht sich diese jedoch mit der steigenden Flexibilität der Arbeitszeit, wie Christian Korunka, Professor für Arbeits- und Organisationspsychologie an der Universität Wien, betont.

Bei der österreichweiten Untersuchung wurden aus unterschiedlichen Branchen 412 Unternehmensvertreter, vor allem Personalleiter und Führungskräfte, befragt. Den Betrieben ist vor allem die physische Anwesenheit ihrer Mitarbeiter wichtig, dies geben 77 Prozent der Befragten an. Fast jedes zweite Unternehmen bietet Home Office nur für wenige Personen an, 20 Prozent der befragten Betriebe gewähren diese Möglichkeit dem Großteil der eigenen Mitarbeiter. „Präsenz gilt immer noch als Indikator für gute Leistung. Deshalb wird Home Office oft nur eingeschränkt genutzt. Es braucht dringend die Etablierung einer Ergebnis- statt einer Anwesenheitskultur“, analysiert Kellner. Hier muss jedoch nach Branche unterschieden werden: Im Technologie- und Telekommunikationsbereich sind mobile Arbeitsmodelle weiter verbreitet als in anderen Branchen.

Eine ausführlichere Zusammenfassung der Studie finden Sie hier.

Ebenfalls hat Deloitte eine Grafik mit den wichtigsten Ergebnissen veröffentlicht:

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