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Handel im digitalen Umfeld


Kategorie: Handel, ecommerce
26.03.2019 von Martin Ross

CBRE, Handelsverband und Immofinanz präsentierten heute Zahlen und Prognosen zur Entwicklung der stationären Verkaufsflächen, der Einzelhandelsumsätze und des Online-Handels in Europa.

In Österreich ist es immer noch der stationäre Handel (90 Prozent), der den Großteil der Retail-Umsätze erwirtschaftet. Trotzdem verschieben sich die Pro-Kopf-Umsätze, vor allem wegen der dynamischen Entwicklung des E-Commerce. Der Online-Anteil liegt derzeit bei 6,7 Prozent und könnte sich in den nächsten fünf Jahren auf rund acht Prozent erhöhen. In CEE entfallen auf den Online-Handel 5,4 Prozent, das ist das Ergebnis des aktuellen „Outlook for Retail Property“ des Immobilienspezialisten CBRE.

Österreich liegt in Bezug auf Verkaufsfläche sowie Einzelhandelsumsatz pro Kopf im europäischen Spitzenfeld. Diese Position sollte durch das erwartete Bevölkerungs- wie Einkommenswachstum der kommenden Jahre gehalten werden. Der Blick auf ausgewählte CEE-Märkte zeigt, dass Tschechien der am besten entwickelte Retail-Markt in der Region ist: Der Pro-Kopf-Umsatz ist am höchsten, der Anteil des Onlinehandels ist mit rund 11,7 Prozent am signifikantesten. Alle vier untersuchten Sektoren – Lebensmittel, Bekleidung, Kosmetik und Möbelhandel – werden in der CEE-Region in den nächsten fünf Jahre von einem robusten Wachstum des Flächenbedarfs geprägt sein. „Der Retail-Markt in Zentral- und Osteuropa wird deutlich zulegen – sowohl stationär, als auch online. Fast sechs Prozent Flächenwachstum im Lebensmittel- und im Kosmetik-Bereich sind durchaus eine Ansage“, stellt Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will fest.

Die Immofinanz mit ihrem Einzelhandelsportfolio von rund 880.000 Quadratmetern in neun Ländern hat die Entwicklungen im Online-Handel bereits bei der Entwicklung ihrer Markenstrategie und Portfoliostrukturierung berücksichtigt. Sie konzentriert sich daher mit ihren aktuell 80 Stop-Shop-Retail-Parks und ihren zehn Vivo-Einkaufszentren auf dezentrale Standorte in Zentral- und Osteuropa. Charakteristisch für das Angebot ist zudem, dass zahlreiche Mieter aus dem Diskonter- und Nahversorgungsbereich kommen, in dem die Versandkosten inklusive einer für den Konsumenten kostenfreien Rückgabe die Produktkosten in der Regel übersteigen. Man besetzt die „letzte Meile“ zum Kunden. Gerald Grüll, Head of Retail der Immofinanz, erläutert: „Die Zahlen bestätigen unsere Strategie: Die Verkaufsumsätze der Einzelhändler in unseren Retail-Immobilien sind im zurückliegenden Geschäftsjahr um 5,6 Prozent gestiegen. Damit performen wir rund 40 Prozent besser als der gesamte stationäre Handel in diesen Ländern. Wir sind mit unseren Retail-Formaten in Regionen präsent, deren Shopping-Center-Dichte signifikant unter dem Niveau Westeuropas liegt.

Summa summarum: Es wird in Zukunft von den Omnichannel-Strategien und -Aktivitäten der Einzelhändler – und von deren Erfolg – abhängen, wie sich der Flächenbedarf entwickeln wird. Der Handelsverband ist in diesem Zusammenhang der Meinung, dass der österreichische bzw. der europäische Handel dringend neue, faire Spielregeln benötigt, und fordert: „Wir brauchen heute mehr denn je einen ‚New Digital Deal‘, um mehr Wettbewerbsfairness und eine Entdiskriminierung des stationären Handels zu erreichen. Daher empfehlen wir ein umfassendes Standortpaket für den österreichischen Handel, dass eine Modernisierung der Raumordnung, die Abschaffung der Mietvertragsgebühr, die Ausweitung von Tourismuszonen auch auf Wien, eine substanzielle Entbürokratisierung, eine Senkung der Lohnnebenkosten sowie eine zeitnahe Reform des Kollektivvertrags und eine Vereinfachung des antiquierten Zuschlagswesens im Handel beinhaltet“, sagt Rainer Will.

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