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Wirtschaftskammer Österreich

Handels-Lehre, gefragt wie eh und je


Kategorie: Handel
12.03.2019 von Martin Ross

Die Zahl der Lehrlinge im Handel steigt, 2018 hat man im Handel um 4,6 Prozent mehr Azubis im ersten Lehrjahr. Damit bildet der Handel derzeit knapp 15.000 Lehrlinge aus.

Eine Handels-Lehre ist sehr begehrt © Robert Kneschke/stock.adobe.com
Eine Handels-Lehre ist sehr begehrt © Robert Kneschke/stock.adobe.com

Als beschäftigungsintensiver Wirtschaftszweig ist der Handel stets auf der Suche nach gut ausgebildeten Mitarbeitern. Allein der Einzelhandel beschäftigt rund 335.300 Mitarbeiter (Stand: 2018). Und es gäbe noch mehr Bedarf, stellt die Wirtschaftskammer bei einem Pressegespräch fest. Maßnahmen, um diesen ohnehin attraktiven Lehr-Bereich noch interessanter zu machen, sind: deutlich erhöhte Lehrlingsentschädigungen, ein attraktives neues Einstiegsgehalt nach der Lehre durch ein neues Gehaltssystem, eine Imagekampagne für die Lehre im Handel sowie die Modernisierung der Lehrberufe durch den „digitalen Schwerpunkt“ – da gehört auch die brandneue Ausbildung zum E-Commerce-Kaufmann dazu.

Die mit Abstand meisten Lehrlingen finden sich, wie gesagt, im Lebensmitteleinzelhandel. Den zweiten Platz belegt der „Allgemeine Einzelhandel“, dann kommt der Einrichtungsberater sowie der Modehandel. Sehr beliebt ist auch die Ausbildung im Sportartikelhandel. Die WKO betont die Vielfalt des Handels, der sozusagen im Sortiment breit aufgestellt ist: Lebensmittel, Mode und Lifestyle, Automobil, Einrichtungsberatung, Parfümerie, Drogerie, Sportartikel, Schuhe, Buch, Uhren-Schmuck-Juwelen etc. Der Handel ist zudem eine Branche, in der eine Karriere ohne akademische Laufbahn auf der Tagesordnung steht, und aus strukturellen Gründen gibt es eine Fülle von Führungsfunktionen.

Sonderfall Digitaler Verkauf

Von den Zahlen her lässt sich sagen, dass in etwa jeder dritte Lehrling den Zusatzschwerpunkt „Digitaler Verkauf“ wählt, Tendenz stark steigend. E-Commerce-Lehrlinge werden derzeit ca. 50 ausgebildet – Tendenz ebenfalls sehr stark steigend. Im vergangenen Jahr waren die Betriebe noch etwas zurückhaltend, meint die WKO, weil die Verordnung durch das Ministerium erst Ende Juni erfolgt ist; die Zeit bis Ende August sei einfach zu knapp gewesen. Allerdings rechnet man für das nächste Jahr mit einer rapiden Steigerung, man wisse, dass das Interesse sehr groß ist.

Weniger bekannt ist, dass Handelslehrlinge auch einen akademischen Grad erreichen können. Es gibt dafür die Berufsakademie für Handelsmanagement. Die Kosten für diese Ausbildung betragen 12.000 Euro und sind vom Studenten selbst zu tragen, dies ist oft ein Hemmnis, räumt die WKO ein, man bemühe sich, die Akzeptanz dieses Angebots weiter zu steigern. Es gibt aber auch Fälle, in denen die Kosten anteilig oder ganz vom Unternehmen übernommen werden. Das werde allerdings individuell vereinbart. Weiters gibt es auch verschiedenste Förderungen, die die finanzielle Belastung für die Teilnehmer etwas reduzieren, man werde versuchen, dieses Angebot weiter auszubauen.

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