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Handlungsbedarf bei IKT


Kategorie: Handel, Industrie, ecommerce
08.03.2019 von Martin Ross

Im Sektor der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) gibt es großen Handlungsbedarf, stellt der WK-Fachverband für Unternehmensberatung, Buchhaltung und Informationstechnologie (UBIT) fest.

V.l.: Martin Zandonella, Martina Gaisch, Alfred Harl, Norbert Wohlgemuth (Studienleiter Kärntner Institut für Höhere Studien [KIHS]) © Martin Hron
V.l.: Martin Zandonella, Martina Gaisch, Alfred Harl, Norbert Wohlgemuth (Studienleiter Kärntner Institut für Höhere Studien [KIHS]) © Martin Hron

Der erwähnte Handlungsbedarf betrifft die Nachfrage und damit einhergehen auch die Ausbildung einschlägiger Fachkräfte. Martin Zandonella, UBIT-Fachgruppen-Obmann Kärnten und Berufsgruppensprecher der IT, im O-Ton: „Seit Jahren sucht die IT-Branche nach geeigneten Fachkräften. Gehen Sie auf jede beliebige Job-Vermittlungsplattform und suchen Sie nach IT-Stellen – selbst die offenen Stellen beim AMS sind im letzten Jahr von 1.500 auf fast 2.400 gestiegen, obwohl viele Unternehmen dort keine offenen Stellen melden und die vom AMS ermittelte Anzahl nicht der Realität entspricht“. Der Gesamtwirtschaft fehlten damit über 10.000 qualifizierte IT-Fachkräfte. Diese könnten nur durch zusätzliche Ausbildungsplätze und geringere Drop-out-Quoten generiert werden, so Zandonella: „Gesamtwirtschaftlich betrachtet sind die Kosten für eine Hochschulausbildung nur ein Bruchteil des Wertschöpfungsverlustes einer unbesetzten IT-Stelle. Diese bedeuten derzeit für Österreich pro Jahr ca. 1,6 Milliarden Euro oder 160.000 Euro je unbesetzter IT-Stelle.“

Es sind also die Drop-out-Quoten im Studienzweig Informatik an den Universitäten, die der Wirtschaftskammer Sorgen bereiten: Mit 54 % bei Bachelor- und 56,2 % bei Masterstudien 2016/17 sind sie recht hoch. Im Bachelorstudium verzeichnet die Universität Wien im Studienjahr 2016/17 die höchste Abbrecherquote mit 58,4 %, dicht gefolgt von der TU Wien mit 56,4 %. Im Master liegt die Dropout-Quote auf der TU Wien sogar bei 66,3 % und auf der Universität Wien bei 54,4 %. Was der Grund dafür ist, wird noch der Gegenstand von Untersuchungen sein müssen. Zudem sind es noch eher wenige Frauen, die sich für ein solches Studium interessieren. Der heurige IKT-Statusreport weist aus, dass sich 2017/18 nur 17,4 % Frauen an den österreichischen Universitäten für ein IKT-Studium inskribiert haben. An den Fachhochschulen waren es dagegen schon 20,7 %.

Martina Gaisch, wissenschaftliche Leiterin des Diversity Managements der FH Oberösterreich, forscht diesbezüglich und stellt fest: „Junge Frauen halten ein Informatik-Studium oft für unschaffbar, unter anderem weil ihnen vom familiären und schulischen Umfeld davon abgeraten wird. Informatik ist heute ein Querschnittsthema, das sich durch alle Branchen zieht. Es ist nötig, die Vielfältigkeit der Berufsfelder aufzuzeigen und eine Imagekorrektur vorzunehmen – weg vom engen Berufsbild des Coders hin zu digitalen GestalterInnen der Zukunft. Hier braucht es auch weibliche Vorbilder. Sonst verzichten wir auf bis zu 50 % unseres Potenzials.“

Der Fachverband UBIT hat bereits ein Studierendenleitsystem vorgeschlagen, das zu einer besseren Bewirtschaftung der österreichweit verfügbaren Informatik-Studienplätze führen soll: Screens an öffentlichen Plätzen informieren verstärkt über noch verfügbare Studienplätze und rufen zum Handeln auf. „Österreich braucht eine ambitionierte IKT-, Standort- und Bildungspolitik und die Stärke, nicht nur Pläne zu schmieden, sondern diese auch umzusetzen. Wir müssen jetzt handeln“, fasst Alfred Harl, Obmann des UBIT, zusammen.

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