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Marketagent.com/GlücksStifter

Immer erreichbar sein


Kategorie: Studien
22.02.2018 von Manuel Stenger

Was bedeutet es für unsere Berufswelt, immer „Always On“ zu sein? Eine Studie von Marketagent.com hat sich mit den Folgen der Digitalisierung auseinandergesetzt. CASH war vor Ort und berichtet von den Ergebnissen der Präsentation.

Eine neue Studie von Marketagent.com hat sich mit dem (digitalen) Mediennutzungsverhalten auseinandergesetzt – „Always On“, so der Titel. Immer und überall mit dem Internet verbunden zu sein, dass wird vor allem für die jüngere Zielgruppe immer wichtiger – während das Fernsehen immer uninteressanter wird: 68,1 Prozent der 14- bis 19-Jährigen sagen, problemlos eine Woche ohne TV auskommen zu können. Gleichzeitig steigt aber das Bedürfnis nach dem Mobiltelefon und dem Internet: Nur 19,1 Prozent der Befragten geben an, problemlos eine Woche ohne Handy auskommen zu können – 2013 waren es noch 29,9 Prozent. Auf das Internet könnten gar nur 18,5 Prozent eine Woche lang leben. Zum Vergleich: Deutlich mehr Befragte würden eine Woche lang auf Freunde treffen (29,9 Prozent) oder auf Sex (53,9 Prozent) verzichten.

Das Smartphone ist immer dabei: Rund 18 Mal am Tag sieht man auf sein Smartphone, bei den 14- bis 19-Jährigen sind es sogar 41 Mal – nach eigenen Angaben der Befragten – laut Thomas Schwabl, Geschäftsführer von Marketagent.com, ist die Zahl wahrscheinlich um einiges höher. „Die tatsächliche Zahl wird oft nicht wahrgenommen“, so Schwabl. Rund 46,2 Prozent der Befragten schauen vor dem Schlafengehen noch einmal kurz aufs Handy.

Die Digitalisierung hat auch Auswirkungen auf unser Berufsleben. So nimmt etwa der Stress durch die permanente Erreichbarkeit zu: 8,4 Prozent fühlen sich häufig, 27,9 Prozent manchmal und 22,1 Prozent selten dadurch gestresst. Auch glauben 70,1 Prozent, dass Krankheiten wie Burn-Out-Syndrom „Auf jeden Fall“ oder „Eher selten“ durch diese permanente Erreichbarkeit zunehmen. Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung nun auf unsere Arbeitsplätze? 2,8 Prozent sagen, dass sie viel mehr Arbeitsplätze schaffen wird, 15 Prozent gehen davon aus, dass es etwas mehr Jobs geben wird. 33,9 Prozent sehen dadurch keine deutlichen Veränderungen für die Zukunft. 31,4 Prozent sagen jedoch, es wird etwas weniger Arbeitsplätze durch die Digitalisierung geben und 17 Prozent sind davon überzeugt, dass in der Zukunft viel weniger Arbeitsplätze verfügbar sind. „Ängstlich sind hier vor allem die älteren Zielgruppen“, wie Schwabl die Ergebnisse erklärt. Den eigenen Arbeitsplatz sehen jedoch nur 16,1 Prozent der Befragten sehr stark oder eher stark gefährdet.

Licht und Schatten
Das Institut GlücksStifter hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Welt durch Beratung in den Bereichen Wirtschaft, Bildung und Privatleben glücklicher zu machen. Inhaber Dominik Dallwitz-Wegner erläuterte die Auswirkungen der Digitalisierung in einem anschließenden Vortrag und sieht diese mit einem lachenden und einem weinenden Auge. So werden viele Lebensbereiche erleichtert, etwa bei der Navigation. Auch bei der Kommunikation „zeigen sich positive Aspekte“, da man etwa über weite Entfernungen kommunizieren kann. Gleichzeitig wird die Welt immer komplexer und globaler. Eine Zeitersparnis bringt die Digitalisierung daher nicht. Das ständige Dabeihaben des Handys führt zudem zu einer verringerten Aufmerksamkeit – und auch zu höherem Stress. Daher empfiehlt es sich, öfters einmal eine Detox-Einheit einzulegen. „Ich habe es mir etwa angewöhnt, dass Handy während dem Essen immer beiseite zu legen“, so Dallwitz-Wegner. Auch ein digitalfreier Sonntag Vormittag oder ab und zu die erste Stunde im Büro E-Mail-frei zu gestalten würden sich laut dem „Glücksstifter“ anbieten.

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