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RegioData Research GmbH

Konzentration im österreichischen Einzelhandel


Kategorie: Handel, LH, Studien
28.09.2018 von Martin Ross

Der stationäre Lebensmittelhandel weist mit einem 95-Prozent-Marktanteil der Top 5 eine beispiellos hohe Konzentration auf.

© RegioData Research
© RegioData Research

Im Juni (cash.at berichtete (https://www.cash.at/archiv/25-prozent-umsatzsteigerung-im-leh/)) stellte eine RegioData-Analyse eine positive Entwicklung für den österreichischen Lebensmittelhandel (LEH) fest. Dieser Trend hat sich verfestigt, wie erste Kennzahlen zu Herbstbeginn zeigen. In fast allen Branchen haben die Top-Filialisten in den letzten Jahren ihre Marktanteile ausbauen können und schwächere Unternehmen verdrängt. Das gilt vor allem für den LEH und für den Drogeriefachhandel (DFH). Im Sportartikel- und Möbelhandel sei die Situation jedoch gegenläufig, so die Studie.

 

LEH knapp 95 % für die großen Player

Erreichten 2005 noch die Top 5 des LEH einen Marktanteil von 88 %, haben sie heute bereits knapp 95 %, ein stolzer Wert, auch wenn man das unvoreingenommen betrachtet. In den meisten anderen Branchen liegt die Marktkonzentration der fünf größten Marktteilnehmer bei über 70 %. Ausnahmen sind der Bekleidungshandel und der Schuhhandel. Eine künftige weitere Erhöhung des Konzentrationsgrades ist RegioData zufolge vor allem in der Baumarktbranche und im Elektro-/Elektronikhandel zu erwarten.

Im LEH werden nur in Finnland, Norwegen und Schweden ähnliche Konzentrationsgrade gemessen. Rewe, Spar und Hofer bedienen mit knapp 84 % Marktanteil eine sehr große Konsumentenmenge, weshalb sie für ihre Lieferanten unverzichtbar geworden und aus dem heutigen Markt nicht mehr wegzudenken sind. Rewe hat österreichweit die meisten Standorte. Die davon umsatz- und flächenstärksten Filialen befinden sich in Wien. Die größten und umsatzkräftigsten Spar-Standorte sind hingegen in Oberösterreich und Westösterreich beheimatet. Bei Betrachtung der Produktivität im österreichischen LEH ist Hofer mit über 9.500 Euro Umsatz pro m² Verkaufsfläche an der Spitze, das ist um mehr als 50 % mehr als der Branchendurchschnitt.

Eine hohe Marktkonzentration (branchenübergreifend) hat natürlich Konsequenzen, auch für die Markenartikelhersteller. Wenn beispielsweise ein neues Produkt bei Rewe und/oder Spar nicht gelistet wird, hat es wohl kaum Chancen, in Österreich erfolgreich zu sein, stellt RegioData fest. Andererseits entstehen durch Oligopole auch immer wieder Chancen für Nischenanbieter, im LEH gilt das etwa für Ethnogeschäfte oder Biosupermärkte. Die Studie „BranchenKennzahlen Österreich – Ausgabe 2018“ ist bei RegioData erhältlich.

 

 

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