CASH - Home

Marketing Circle Austria

„Loyalität ist lokal!“


Kategorie: Handel, Industrie, ecommerce
10.09.2019 von Martin Ross

Mit der Österreichischen Marketing-Gesellschaft (ÖMG), dem Dialog Marketing Verband Österreich (DMVÖ), dem Interactive Advertising Bureau Austria (iab austria) sowie dem Marketing Club Österreich (MCÖ) schlossen sich Österreichs wichtigste Kommunikationsverbände zum Marketing Circle Austria zusammen.


Da dieser Zirkel verbandsübergreifende Marketing-Themen diskutieren will, lud die Initiative am 9. September zur ersten gemeinsamen Veranstaltung, die jenes Thema hatte, das die Überschrift hier zitiert. 200 an Kundenloyalität und Marketing Interessierte und branchennahe Vertreter kamen in die Wirtschaftskammer Österreich, um den Ausführungen zu lauschen.

Als Moderatorin durch den Abend führte Manstein-Geschäftsführerin und CASH-Herausgeberin Dagmar Lang, und Jürgen Tarbauer (Spartenobmann-Stv. WKO Wien) sagte in seiner Einleitung: „Es ist das Wesentlichste, dass man in der Branche zusammenarbeitet. Deshalb freut es uns sehr, dass wir uns dank des Marketing Circle Austria in diesem Rahmen zusammengefunden haben. Die Tatsache, dass die vier größten Kommunikationsverbände Österreichs zusammenarbeiten, ist eine sehr schöne und erfreuliche Entwicklung.“

Die anschließende Keynote von Dominik Dommick (Geschäftsführer Payback Deutschland) hob die Wichtigkeit von Kundenkarten- und Bonussystemen in Bezug auf Kundenloyalität hervor und stellte Zukunftsfragen. Für den Marketing-Experten Dommick ist Programmatic Advertising ein Trend, der immer mehr an Relevanz gewinnt, denn das Sammeln von Kundendaten führe zur Effizienzsteigerung, somit auch zu einer höheren Effektivität im Unternehmen. Dommick nennt jedoch den Bereich Mobile als den „Megatrend der Zukunft“. Wegen die Digitalisierung der Flächen und des stationären Handels steige die Reichweite ebenso wie Anzahl der Touchpoints.

Kundenbindungsprogramme im Vergleich

Im Anschluss an die Keynote kam es zu einer informativen Podiumsdiskussion über Kundenloyalität, es sprachen Datenschutz-Expertin Waltraud Kotschy (Inhaberin DPCC) und die drei Marketing-Experten Walter H. Lukner (Geschäftsführer Payback Austria), Hannes Ainz (Senior Loyalty Adviser, BP Europe) sowie Ralph Hofmann (Marketing- und Sales-Director, Palmers Textil AG). BP vertraue mittlerweile auf das Multipartner-Loyalty-Programm von Payback, wie Ainz in Bezug auf Dommicks Keynote erklärte: „Wir sehen im Multipartner-Programm, dass Payback Kunden sehr engagiert sind und öfter zu uns kommen. Daher ist es uns auch wichtig, dass treue KundInnen individuell zugeschnittene Prämien bekommen.“ Die Vorteile des Multipartner-Loyalitätsprogramms strich Payback Austria-Geschäftsführer Lukner hervor: „Unser System basiert auf einer möglichst einfachen Handhabe für unsere KundInnen. Für unsere Payback-PartnerInnen liegt der große Vorteil darin begründet, dass unser System immer größer wird und sich daher die Anzahl an potenziellen KundInnen für jedes einzelne Unternehmen erhöht.“ – Ralph Hofmann hielt für sein Unternehmen Palmers fest: „Mittlerweile machen wir bereits 40 Prozent unseres Umsatzes mit Clubkunden. Daher sind Kundenbindungsprogramme ein wesentlicher Bestandteil für uns, der auch immer weiter ausgebaut wird.“ Palmers betreibt den Palmers Club und den Palmers Diamond Club, zwei eigenständige Kundenbindungsprogramme.

Heikle Daten, sensibler Umgang

In der Diskussion ging es naturgemäß auch um das Thema Datenschutz. Lukner outete sich als „Fan der Datenschutzgrundverordnung“ und erklärte, bei Payback würden die Daten zentral gehalten. Das heißt, Partner erhalten keine Fremddaten, zudem werden keinerlei Daten an Dritte verkauft. Auch Waltraud Kotschy trat für einen sensiblen Umgang mit personenbezogenen Daten ein: „Zuerst einmal muss man anerkennen, dass die Kundenbindungsprogramme allgemein sehr unterschiedlich sein können. Man muss immer bedenken, dass es plausible Erklärungen dafür geben muss, welche Daten tatsächlich gesammelt werden. Ein Multipartner-Loyalitätsprogramm darf also nie dazu dienen, KundInnendaten eines Unternehmens an andere Partnerunternehmen weitergeben zu können.“ Da Kunden bei der Unterzeichnung der Einverständniserklärung sich der komplexen Verarbeitung ihrer Daten oft nicht bewusst sind, bestünde Handlungsbedarf seitens der Unternehmen – und dies zu meistern sei eine schwierige Aufgabe.

Einig war man sich am Podium, dass Kundenbindungsprogramme alleine nicht für den Unternehmenserfolg verantwortlich sind; es ginge primär um die Produktqualität. Loyalty-Programme könnten aber bei der Generierung von Mehrwert Beachtliches leisten, denn, wie Walter H. Lukner im Sinne des Abends pointiert feststellte: „Loyalität ist lokal. Die regionale Nahe ist für KundInnen nach wie vor essenziell und ein wesentlicher Faktor in Bezug auf Kundenbindung.“

 

 

Kommentar hinzufügen
Felder, die mit einem Stern (*) markiert sind, müssen ausgefüllt werden!

 

Weitere Artikel