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„Made in Austria“ schmeckt überall gleich


Kategorie: Industrie
25.06.2019 von Martin Ross

Eine aktuelle EU-Studie hat den Vorwurf eines „Ost-West-Gefälles“ bei der Qualität von Lebensmitteln wissenschaftlich widerlegt.

Eine aktuelle EU-Studie hat den Vorwurf eines „Ost-West-Gefälles“ bei der Qualität von Lebensmitteln wissenschaftlich widerlegt © Rainer Sturm/pixelio.de
Eine aktuelle EU-Studie hat den Vorwurf eines „Ost-West-Gefälles“ bei der Qualität von Lebensmitteln wissenschaftlich widerlegt © Rainer Sturm/pixelio.de

Vor zwei Jahren haben sich Staaten der Visegrád-Gruppe darüber beschwert, dass – sinngemäß – in Europa hergestellte Produkte in Osteuropa in einer schlechteren Qualität verkauft werden als in Westeuropa, dass sie also sozusagen absichtlich nicht in bester Qualität produziert werden. Das europäische Joint Research Centre (JRC) hat sich dieser Sache angenommen. Man hat 145 Markenprodukte aus 19 EU-Mitgliedstaaten – insgesamt 1.380 Proben – untersucht und keine Hinweise gefunden, dass es so etwas wie ein „Ost-West-Gefälle“ bei der Produktqualität in Europa gibt. Die groß angelegte Studie zeigt dies eindrucksvoll auf der Basis robuster Daten, die anhand einer EU-weit standardisierten Methodik erhoben und ausgewertet wurden. Festgestellt wurden freilich auch Unterschiede bei einzelnen Marken hinsichtlich der Zutaten oder Nährwerte. Der JRC-Bericht stellt jedoch eindeutig klar, dass ein Unterschied in der Zusammensetzung keinesfalls zwingend einen Unterschied in der Qualität bedeutet.

Dabei muss auch klar sein, dass es regionale Unterschiede gibt, gerade bei den Lebensmitteln, denn in verschiedenen Ländern gelten verschiedene Vorschriften bei der Nahrungsmittelproduktion. Deswegen können Rezepturen auch differieren. Alldas hat die Studie berücksichtigt. Mag. Katharina Koßdorff, Geschäftsführerin des Fachverbandes der Lebensmittelindustrie, resümiert: „Es gibt keine Benachteiligung osteuropäischer Verbraucher durch unterschiedliche Qualitäten von Lebensmitteln innerhalb der EU. Offenbar waren diese Behauptungen nur innenpolitischem Kalkül vor allem in einigen Visegrád-Staaten geschuldet.“

Das JRC – die genaue Bezeichnung lautet „Gemeinsame Forschungsstelle / Joint Research Centre“ – ist eine der Generaldirektionen der Europäischen Kommission. Es agiert im Bereich des Kommissars für Bildung, Kultur, Jugend und Sport, derzeit ist das Tibor Navracsics. Das JRC unterstützt die europäische Politik mit technisch-wissenschaftlichen Dienstleistungen.

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