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Marcus Asam im Interview: Beauty-Marke aus dem TV erobert Einzelhandel


Kategorie: Industrie
12.06.2019 von Nataša Nikolić

Marcus Asam ist Geschäftsführer von Asambeauty aus Bayern. Das Unternehmen entwickelt und vertreibt seit den 1960ern Kosmetik- und Hautpflegemarken – bis 2017 ausschließlich über Teleshopping und den eigenen Onlineshop. Nun will Asambeauty die Expansion vorantreiben und gewinnt dafür auch in Österreich Handelspartner wie Bipa, Müller und Merkur.

Marcus Asam, Geschäftsführer Asambeauty © Philipp Nemenz
Marcus Asam, Geschäftsführer Asambeauty © Philipp Nemenz

CASH: Herr Asam, Ihre Haut- und Gesichtspflegemarken kennt man hauptsächlich aus dem Teleshopping bzw. aus Ihrem Onlineshop. Seit einigen Monaten sind Sie aber in Österreich im Drogeriefachhandel vertreten. Mit welchen stationären Händlern arbeiten Sie zusammen und wie entwickeln sich diese Kooperationen?
Marcus Asam:
In Deutschland sind wir im stationären Einzelhandel mit einer Auswahl an Produkten bei Rossmann und Müller gelistet und in der Schweiz bei Müller. Seit einigen Wochen haben auch die Müller-Filialen in Österreich Asambeauty-Theken mit einer größeren Auswahl unserer Marken aufgestellt. Mit Bipa haben wir seit 2018 eine überaus erfolgreiche Kooperation. Dort sind aktuell zwei unserer M. Asam-Bestseller gelistet: Das Make-up Magic Finish und das Gesichtspflegeserum mit Resveratrol Essence of Youth. Ich freue mich außerdem darüber, dass auch Merkur drei unserer Produkte bei sich aufnehmen wird. Es tut sich momentan sehr viel bei uns.

Wie sehen Ihre Pläne für Österreich weiter aus?
Wir möchten natürlich auch weiterhin unsere Expansion in Österreich vorantreiben.

In welchen Märkten sind Sie abgesehen von DACH noch tätig und wo sehen Sie aktuell die meisten Wachstumschancen?
Wir sind mittlerweile in 26 Ländern aktiv. In Deutschland, Österreich und der Schweiz sind wir sowohl online mit asambeauty.com vertreten als auch im stationären Handel und im TV bei QVC. Außerdem sind unsere Produkte in Großbritannien, USA, Kanada, Italien, Frankreich, Asien sowie im arabischen Raum erhältlich. Speziell in Japan und Südkorea streben wir gerade ein starkes Wachstum an.

Wie hoch ist mittlerweile der Anteil vom stationären Handel am Gesamtumsatz?
Wir sind seit Ende 2016 im stationären Handel gelistet und konnten über diesen Vertriebsweg bisher sehr starke Wachstumsraten realisieren. 2019 werden wir voraussichtlich mehr als 10 Prozent unserer Umsatzerlöse stationär erwirtschaften. Als unser jüngster Vertriebsweg spielt der stationäre Handel insbesondere strategisch eine zentrale Rolle. Daher bauen wir dieses Geschäft zum einen mit unseren etablierten Partnern kontinuierlich aus und sind zum anderen immer auf der Suche nach neuen Märkten und Partnern in diesem Bereich.

Wie hat sich der Umsatz seither entwickelt?
Sehr gut. Unsere Umsatzerlöse konnten wir in den vergangenen drei Jahren mit einer jährlichen Wachstumsrate von über 30 Prozent auf zuletzt knapp 71 Millionen Euro in 2018 steigern. Wir haben in den vergangenen Jahren den Wandel hin zum Omnichannel-Vertrieb vollzogen. Neben TV-Sales setzen wir dazu auf den stationären Handel, wo wir inzwischen in rund 3.500 Filialen von Müller, Rossmann, Bipa und wie angekündigt demnächst auch bei Merkur vertreten sind. Von großer Bedeutung ist zudem das E-Commerce-Geschäft, das 2019 erstmals unser stärkster Absatzkanal werden wird.

Apropos E-Commerce – laut Ihrer Website gewähren Sie Kunden ein Rückgaberecht von 30 Tagen auch für geöffnete Produkte – das ist eher ungewöhnlich. Wird dieser Service oft in Anspruch genommen?
Unsere Retourenquote ist relativ gering, da die Produkte überzeugen.

In Österreich genießen Ihre Marken noch keine so hohe Bekanntheit wie in Deutschland. Wie würden Sie Ihren USP und das Unternehmen im Allgemeinen beschreiben?
Asambeauty steht für hochwertige Kosmetik made in Germany – das ist unser wichtigster USP. Bei uns kommt alles aus einer Hand. Die Ideen und Konzepte für neue Produkte entstehen in enger Absprache. Die Produkte werden von der eigenen Forschungs- und Entwicklungsabteilung entwickelt und in der eigenen Herstellung in Beilngries bei Ingolstadt produziert. Sie vereinen das Beste aus Natur und Wissenschaft. Dafür arbeiten wir sowohl mit natürlichen Inhaltsstoffen wie der Weintraube als auch mit Hightech-Wirkstoffen und modernsten Verkapselungstechnologien.

Klingt, als hätten Sie viel Spielraum für Innovationen?
Innovation spielt eine sehr wichtige Rolle – wir haben ein großes und sehr kompetentes F&E-Team, das alle Produkte von Anfang bis zum Launch begleitet.

Asambeauty vertreibt also keine fremden Marken?
Nein. Alle Marken, die wir im Portfolio haben, werden von uns entwickelt und produziert.

Und wie groß ist das Produktportfolio?
Im Augenblick sind bei asambeauty über 500 Produkte der Marken M. Asam, Flora Mare, ahuhu, DMC, 4EverYoung, Le Parfumeur und Kräuterhof erhältlich. Das Portfolio umfasst Gesichts- und Körperpflege, Haarpflege, Düfte und Effektprodukte. Neu hinzu kommt dekorative Kosmetik, die wir ebenfalls ab sofort selbst produzieren.

Vielen Dank für das Interview!

 

Über Asambeauty
* Gegründet in den 1960ern von Erich und Ingrid Asam in Deutschland
* Sohn Marcus steigt 2002 in den elterlichen Betrieb als Geschäftsführer ein
* Mitarbeiter: rd. 300
* Umsatz: 71 Mio. Euro (2018)
* Aktiv in 26 Ländern weltweit
* Firmensitz in Unterföhring bei München
* Produktion & Lager: 10.000 m2 in Beilngries/Ingolstadt
* Vertrieb: seit 2002 Teleshopping, seit 2011 Onlineshop, seit Ende 2016   Einzelhandel
* In Österreich bei Bipa, Müller und Merkur gelistet
* Sortiment: 500 Produkte für u.a. Gesicht, Haare und Haut sowie Düfte
* Marken: M. Asam, Flora Mare, ahuhu, DMC, 4EverYoung, Le Parfumeur und Kräuterhof

Neue Forschungserkenntnisse
Marcus Asam stieg nach seinem betriebswirtschaftlichen Studium und einer Zeit in der Unternehmensberatung als Geschäftsführer in die elterliche Firma ein. In dieser Zeit bestätigt der renommierte Wissenschaftler David Sinclair, australischer Biologe und Professor für Genetik, die Wirksamkeit von OPC und Resveratrol auf den Alterungsprozess – eine für das Unternehmen wichtige Erkenntnis, die seither in die Forschung miteinfließt. Marcus Asam und seine Frau Mirjam griffen diese Idee der Traubenkosmetik auf und konzentrierten sich auf die Entwicklung einer eigenen Pflegeserie mit den Wirkstoffen der Traube. Basierend auf diesen Forschungserkenntnissen, gründete das Ehepaar im Jahr 2002 die Kosmetikmarke M. Asam.

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