CASH - Home

Neues von der Sonntagsöffnung


Kategorie: Handel, ecommerce
30.07.2019 von Martin Ross

Heute hat der Austrian Council of Shopping Centers ein Positionspapier bezüglich der Sonntagsöffnung versandt. Darauf sind von mehreren Seiten Stellungnahmen eingelangt.

An sechs bis zehn Sonntagen pro Jahr sollen keine Geschäfte in Österreich zu haben, wünscht sich der ACSC © Petra Bork/pixelio.de
An sechs bis zehn Sonntagen pro Jahr sollen keine Geschäfte in Österreich zu haben, wünscht sich der ACSC © Petra Bork/pixelio.de

Der ACSC, die österreichische Fachvereinigung für Einkaufszentren, fordert in dieser Aussendung die Sonntagsöffnung an sechs bis zehn Sonntagen pro Jahr für alle Handelsbetriebe. Man führt fünf Argumente für diese Forderung an: Man will einen Chancenausgleich mit dem E-Commerce (ein Webshop hat 24/7 offen); man setzt auf Synergien mit der Entertainment- und Gastronomiebranche; man hofft auf Kaufkraftrückgewinnung bei den Touristen; man spricht sich in diesem Zusammenhang gegen Tourismuszonen aus und verlangt eine Sonntagsöffnung für alle; und schließlich plädiert man dafür, flexible Arbeitsformen zuzulassen, weil sich der Lebensstil der Menschen geändert habe.

Betont wird eine teilweise Öffnung am Sonntag (siehe oben), von der man sich in letzter Konsequenz mehr Fairness erhofft, mehr Arbeitsplätze, mehr Wertschöpfung und eine Aufwertung der Stadt- und Ortskerne. Der ACSC sei sich auch bewusst, dass „hierfür – trotz der nach wie vor bestehenden Ungleichbehandlung in Bezug auf Kollektivvertrag, Steuern etc. – investiert werden muss. Das bedeutet: 1. 100%ige Zuschläge 2. Zusätzlich ein freier Tag 3. Freiwilligkeit der Arbeit am Sonntag.“

Stellungnahme des Handelsverbands

Der Handelsverband schlägt in dieselbe Kerbe und schärft das Tourismus-Argument des ACSC, vor allem am Beispiel der Bundeshauptstadt Wien. Und man führt einige von 60 als absurd empfundenen Ausnahmeregelungen an, die auf Bundes- und Länderebene gelten. Wien etwa versage den Touristen „seit Jahren ein Angebot am Sonntag, das es ermöglichen würde, die vorwiegend ausländische Kaufkraft in Umsätze und damit Arbeitsplätze und Steuereinnahmen umzuwandeln“. Man fordert eine Entrümpelung der Sonntagsöffnungsregelungen, will aber auch „selbstverständlich“ (HV-Geschäftsführer Rainer Will) keine flächendeckende Sonntagsöffnung.

Stellungnahme der Gewerkschaft

Die Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp) nimmt in einer knappen Presseaussendung lediglich auf die Handelsverband-Forderungen Bezug (teilweise Sonntagsöffnung in Wien) und lehnt sie ab: „Sechs Tage in der Woche ist das Einkaufen möglich. Die Beschäftigten haben sich einen fixen freien Tag in der Woche verdient“, sagt Barbara Teiber, Bundesvorsitzende der GPA-djp. Man sei gesprächsbereit, sollte es um Vereinfachungen gehen, eine Ausweitung der Sonntagsöffnung auf ganz Österreich lehnt die Gewerkschaft ab.

Wirtschaftskammer Österreich

Auch die Bundessparte Handel in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) hat sich zu Wort gemeldet und ist gegen den Vorstoß von ACSC und Handelsverband. Branchenobmann Peter Buchmüller sagte der APA: „Die Freigabe der Sonntagsöffnung ist nicht in unserem Sinne und nicht im Sinne der Unternehmen.“ Man wäre zwar für eine Tourismusregelung in Wien, habe aber bei den Mitgliedsbetrieben keine Mehrheit erlangen können bezüglich des Vorschlags, an sechs Sonntagen im Jahr offenzuhalten. Überdies würde die Politik dies kategorisch ablehnen, Stichwort „Unfinanzierbarkeit“.

In Verbindung stehende Artikel:
29.03.2019Die Weltstadt hat am Sonntag zu
Kommentar hinzufügen
Felder, die mit einem Stern (*) markiert sind, müssen ausgefüllt werden!

 

Weitere Artikel