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Onlinehandel: Was tun mit Retouren?


Kategorie: Handel, ecommerce
08.08.2019 von Martin Ross

Die deutsche Umweltministerin Svenja Schulze will die Warenvernichtung bei Retouren über eine Obhutspflicht einschränken. Der Handelsverband ist skeptisch.

Wird online bestellte und dann wieder retournierte Ware vernichtet? © Rainer Sturm/pixelio.de
Wird online bestellte und dann wieder retournierte Ware vernichtet? © Rainer Sturm/pixelio.de

Die deutsche Umweltministerin Schulze sagt, man wisse nicht, was mit neuwertiger Retour- und Lagerware geschehe, dies „sei eine Blackbox“, und um mehr Transparenz in dem Bereich zu bekommen, will sie bezüglich der Vernichtung dieser Waren eine so genannte „Obhutspflicht“ einführen. Das heißt: Man solle, so der Plan, Handelsunternehmen nun per Gesetz zu größerer Transparenz zwingen und Dokumentationspflichten einführen. Darüber hinaus sollen Betriebe in Deutschland verpflichtet werden, keine zurückgegebenen Neuwaren zu vernichten.

Für die Händler bedeutet dies, dass sie verpflichtet wären, Waren gebrauchstauglich zu halten – etwa durch Sorgfalt bei Transport und Aufbewahrung, bei ermäßigtem Verkauf oder Produktspenden. Damit diesem Vorschlag Gesetzeskraft zukommt, müsste die deutsche Bundesregierung allerdings noch eine Verordnung erlassen und das Kreislaufwirtschaftsgesetz ändern.

Der österreichische Handelsverband kann dem deutschen Vorstoß nichts abgewinnen. Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will sagt, warum: „Es mag im Onlinehandel durchaus Betriebe geben, die Retouren vernichten. Das sind aber keine europäischen Händler, sondern in erster Linie chinesische Anbieter, die ihre Billigware über E-Commerce-Plattformen wie Amazon, AliExpress oder Wish in Europa anbieten.“ Falls Retouren im E-Commerce vernichtet werden sollten, handele es sich in der Regel um minderwertige Artikel, bei denen eine Aufbereitung mehr Geld kosten würde als das Vernichten. „Unsere heimischen Händler vernichten schon aus wirtschaftlichem Interesse keine funktionsfähigen Artikel“, bestätigt Will.

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